Christliches Klinikum Unna Zentrum für Rhythmologie; Pulsed-Field-Ablationen senken Strahlenbelastung

Herzrhythmusstörungen im Blick - Christliches Klinikum Unna

Kassenärztlicher Notfalldienst Holbeinstr. 10, 59423 Unna (im Christlichen Klinikum Unna West) Telefon: 116117 Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 19 bis 21 Uhr Mi, Fr 15 bis 21 Uhr Sa, So und an Feiertagen 9 bis 21 Uhr

Wenn das Herz aus dem Takt gerät, ist schnelle und vor allem präzise Hilfe gefragt.

Herzrhythmusstörungen zählen zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Am Christlichen Klinikum Unna (CKU) finden Patientinnen und Patienten dafür ein hochspezialisiertes Team – mit einem erfahrenen Ärztekollegium, modernster Medizintechnik und spezialisierten Pflegekräften.

Das Zentrum für Rhythmologie der Inneren Klinik II

Kardiologie (Chefarzt Prof. Dr. Georg Nölker) bietet das gesamte Spektrum der modernen Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen an. Die fachliche Leitung der Rhythmologie liegt seit 2017 bei dem Leitenden Oberarzt Dr. Daniel Möller, der bereits seit 2009 an der Klinik tätig ist und sich auf die Diagnostik sowie die interventionelle Behandlung von Herzrhythmusstörungen spezialisiert hat. Unterstützt wird er von Oberarzt Timo Gottschling sowie einem eingespielten Team speziell qualifizierter Pflegekräfte unter der Leitung von Alican Irmac (FA für spezielle Rhythmologie) und Matthias Kalemba (FA für spezielle Rhythmologie). Ein besonderes Qualitätsmerkmal des CKU: die Zertifizierung als Vorhofflimmerzentrum durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Diese Auszeichnung erhalten nur Einrichtungen, die hohe fachliche Standards erfüllen, über standardisierte Behandlungsabläufe verfügen und umfangreiche Erfahrung in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern nachweisen können.

Dabei befindet sich die Behandlung von Herzrhythmusstörungen seit vielen Jahren im Wandel, nicht zuletzt da aufgrund der Alterspyramide die Untersuchungszahlen steigen. Durch die Weiterentwicklung von so genannten 3D-Mappingsysteme und innovative Ablationstechniken wird die Behandlung von Rhythmusstörungen immer präziser, schneller, sicherer und schonender. Zum Hintergrund: Ein 3D-Mappingsystem ist ein computergestütztes Verfahren, das bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Es erstellt quasi eine dreidimensionale Karte des Herzens. Dabei werden die elektrischen Signale des Herzmuskels genau gemessen und dargestellt. So kann der Arzt erkennen, wo die Herzrhythmusstörung entsteht. Die Karte hilft dabei, die betroffene Stelle gezielt zu behandeln, zum Beispiel bei einer Katheterablation. Dadurch kann die Behandlung genauer und möglichst schonend durchgeführt werden. Die modernen 3D-Mappingsysteme tragen dazu bei, dass sich die Strahlenbelastung für Patientinnen, Patienten und das medizinische Personal erheblich reduzieren. Teilweise kann sogar auf die Röntgenstrahlung komplett verzichtet werden.

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 780 elektrophysiologische Untersuchungen und Katheterablationen werden jedes Jahr im CKU durchgeführt. Dabei behandeln die Spezialisten das gesamte Spektrum von Herzrhythmusstörungen – von Herzrasen und Vorhofflattern über Vorhofflimmern bis hin zu komplexen Herzrhythmusstörungen der Herzkammern. Alle Therapien orientieren sich an den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien und werden individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung des Vorhofflimmerns, der häufigsten Form von Herzrhythmusstörungen. Mehr als 300 sogenannte Pulmonalvenenisolationen werden jährlich durchgeführt. Hinzu kommen zahlreiche weitere Eingriffe am linken Vorhof. Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Ablationsverfahren zum Einsatz. Neben der bewährten Radiofrequenzablation nutzen die Spezialisten auch moderne Pulsed-Field-Ablationen (PFA), die besonders gewebeschonend arbeiten.

Modernste Technologie – eine besondere Stärke des Klinikums Für Diagnostik und Behandlung stehen dem Team der Kardiologie in Unna modernste elektrophysiologische Systeme zur Verfügung. Die hochauflösende 3D-Mapping-Verfahren ermöglichen eine millimetergenaue Darstellung der elektrischen Erregungsausbreitung im Herzen und bilden die Grundlage für eine präzise Therapie. Eine Besonderheit ist die Ausstattung im Herzkatheterlabor des CKU: Für die sogenannte Pulsed-Field-Ablation (Elektroporation) stehen zwei moderne Konsolen zur Verfügung. Bei der ersten Konsole wird ein form- und steuerbarer Katheter (FARAPULS-SYSTEM) verwendet, der sich aus flexiblen Armen (splines) zusammensetzt, welche in eine sog. Korb- oder Blumenform gebracht werden können. Damit lässt sich der Katheter gut an die Anatomie der Lungenvenen anpassen.

Bei der zweiten innovativen Konsole stehen zwei Katheter zur Verfügung. Ein mit Kochsalz gefüllter Ballon (VOLT-SYSTEM), auf dem sich die sog. Arme (splines) zur Ablation befinden und ein Katheter (TactiFlexDUO, single-tip) mit einem Durchmesser von ca. 2,7 mm. Dieser besitzt eine gekühlte Spitze über die zwei Energieformen abgegeben werden können. 1.die gewebespezifische Pulsed-Field-Ablation (Elektroporation) und 2. die Abgabe einer thermischen Ablation (Radiofrequenz). Bei beiden Kathetern besteht eine integrierte Anpressdruckmessung. Diese ermöglicht eine präzisere und sichere Energieabgabe. In der hiesigen Region ist diese technische Ausstattung außergewöhnlich. Lediglich eine Klinik in der Nachbarschaft verfügt ebenfalls über beide Systeme.

Das Team um den Leitenden Oberarzt Dr. Daniel Möller zählt zudem zu den Vorreitern der modernen Elektroporation in Deutschland. Die Kardiologie des CKU gehörte zu den ersten Zentren bundesweit, die das FARAPULSE-System in der Behandlung von Vorhofflimmern eingesetzt haben. Dadurch verfügt das Team über eine langjährige Erfahrung mit diesem innovativen und besonders gewebeschonenden Verfahren.

Je nach Art der Herzrhythmusstörung und den individuellen Voraussetzungen der Patientinnen und Patienten kann so die jeweils am besten geeignete Technologie ausgewählt werden. Neben der Radiofrequenzablation kommen beide modernen Elektroporationssysteme zum Einsatz – ein Vorteil, der eine individuell abgestimmte Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau ermöglicht. Doch moderne Technik allein reicht nicht aus. Viele Betroffene haben bereits einen langen Leidensweg mit zahlreichen Untersuchungen hinter sich oder blicken einem Eingriff mit Sorge entgegen. Deshalb legt Team großen Wert auf eine persönliche Betreuung. Speziell weitergebildete Pflegekräfte begleiten die Patientinnen und Patienten bei der Ankunft im EPU-Labor im Gespräch bis zur Entlassung auf die entsprechenden Patientenstationen. Sie nehmen Ängste ernst, beantworten Fragen und sorgen mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen dafür, dass sich Betroffene während ihres gesamten Aufenthalts gut aufgehoben fühlen.

Auch nach der Entlassung endet die Betreuung nicht. In der Rhythmussprechstunde werden die Patientinnen und Patienten gemeinsam mit den behandelnden Hausärzten und niedergelassenen Kardiologen weiter begleitet. So ist eine strukturierte Nachsorge und langfristige Betreuung gewährleistet.

Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen aller Mitarbeitenden sorgen dafür, dass Diagnostik und Therapie jederzeit dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen. Die Kombination aus langjähriger Erfahrung, hoher Spezialisierung, modernster Technik und einem engagierten Behandlungsteam macht das Zentrum für Rhythmologie des CKU zu einer wichtigen Anlaufstelle für Menschen mit Herzrhythmusstörungen in der Region.

Rhythmologie – Zahlen und Fakten auf einen Blick

Spezialisierte Rhythmologie am Standort seit 2009

Leitung der Rhythmologie durch Dr. Daniel Möller seit 2017

rund 780 elektrophysiologische Untersuchungen und Ablationen jährlich

mehr als 300 Pulmonalvenenisolationen pro Jahr

speziell ausgebildetes rhythmologisches Pflege- und Assistenzteam

Im aktuellen Ranking „Deutschlands beste Krankenhäuser und Fachabteilungen 2025“ des F.A.Z.-Instituts und des IMWF hat die Kardiologie des Christliches Klinikum Unna am Standort Mitte ein hervorragendes Ergebnis erzielt: - Platz 3 in Nordrhein-Westfalen in der Fachdisziplin Kardiologie. - Im Folge-Ranking 2026 belegte die Klinik Platz 4 in NRW und blieb damit weiterhin unter den besten kardiologischen Fachabteilungen des Landes