Waldnaturschutzberatung Baden-Württemberg Halbzeit-Workshop Natura 2000-Gebietsmanagement Wald am FVA Freiburg; Vernetzungsstelle etabliert

Die Rolle der Waldnaturschutzberatung in Natura 2000-Schutzgebieten

Die Rolle der Waldnaturschutzberatung in Natura 2000-Schutzgebieten

Wie gelingt Waldnaturschutz in der Praxis – und wo hakt es noch? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt des Halbzeit-Workshops im Rahmen des Pilotprojekts “Natura 2000-Gebietsmanagement Wald”, zu dem sich die Teilnehmenden im Juli an der FVA trafen. Dabei ging es insbesondere um den Austausch über Erfahrungen und Erwartungen an die Waldnaturschutzberatung in Baden-Württemberg.

Gemeinsam Bilanz ziehen: Austausch über Erfahrungen und Erwartungen

In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden zunächst über ihre bisherigen Erfahrungen und Erwartungen an das Beratungskonzept „Natura 2000-Gebietsmanagement Wald" aus – geleitet von gezielten Fragen, die zum offenen Gespräch einluden. Im zweiten Teil des Vormittags rückten dann Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der WNS-Beratung in den Fokus: Wo funktioniert die Beratung bereits gut, wo gibt es noch Optimierungsbedarf? Die Ergebnisse aus den Kleingruppen flossen anschließend ins Plenum ein, wo sie gemeinsam diskutiert wurden.

Praxiserfahrungen aus dem Mooswald bei Freiburg

Ein Highlight des Workshops war die Exkursion am Nachmittag in den Mooswald bei Freiburg, bei der die Teilnehmenden die vom Forstamt Freiburg umgesetzten Waldnaturschutzmaßnahmen vor Ort erleben konnten. Geführt von Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß, Revierleiter Ernst Krämer und WNS-Beauftragtem Clemens Fox ging es zunächst zu einem ausgeklügelten System aus Versickerungsmulden, einem See und Verbindungskanälen, das zum Wasserrückhalt im Wald beiträgt.

Ein weiterer Stopp galt der Bechsteinfledermaus: Im FFH-Gebiet „Mooswälder bei Freiburg" sammelt das Forstamt durch ein aufwändiges Telemetrie-Projekt lokales Wissen über diese Waldfledermausart.

Die Teilnehmenden bei der Exkursion im Mooswald

Was gut läuft – und wo noch Luft nach oben ist

Aus Sicht des Orga-Teams wurde dabei besonders deutlich, wie viel im Bereich Waldnaturschutz bereits gelebte Praxis ist. Hervorzuheben ist dabei die naturnahe Waldbewirtschaftung mit der Entwicklung klimaresilienter Wälder , dem Erhalt von Alt- und Totholz sowie der Pflege geschützter Biotope im Wald .

Wie wirksam das Beratungskonzept ist, zeigt sich unter anderem daran, wie schnell sich die Rolle der WNS-Beratung als Vernetzungsstelle zwischen unteren und höheren Naturschutzbehörden, Waldbesitzenden und Fachverbänden etabliert hat. Besonders anschaulich wird es jedoch bei der Betrachtung bereits umgesetzter Maßnahmen in Natura 2000-Gebieten. Beispiele dafür sind die Ausweisung von Habitatbaumgruppen und Waldrefugien, die Pflege von Waldrändern sowie spezielle Artenschutzmaßnahmen wie die Anlage von Tümpeln für die Gelbbauchunke.

Für eine erfolgreiche flächendeckende Umsetzung braucht es jedoch auf der einen Seite noch eine praktikable Lösung für die technische Planung und Verbuchung von Maßnahmen und auf der anderen Seite stärkere finanzielle Anreize für die Umsetzung von Maßnahmen, insbesondere für private Waldbesitzende.

Was machen die WNS-Beraterinnen und -Berater?

Die WNS-Beraterinnen und -Berater beschäftigen sich in ihrer Haupttätigkeit mit der Beratung von Forstbetrieben und Waldbesitzenden hinsichtlich des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung von Wäldern in den Natura 2000-Schutzgebieten und Waldbiotopen des Landes.

Das Pilotprojekt “Natura 2000-Gebietsmanagement Wald” wird derzeit im Rahmen der Waldnaturschutzberatung (WNS-Beratung) in ausgewählten unteren Forstbehörden (UFB) des Landes umgesetzt. Ziel dieser Pilotphase ist es, die Wirksamkeit des zugrundeliegenden Beratungskonzept zu testen und weiteren Optimierungsbedarf herauszuarbeiten. Ein wichtiger Aspekt ist es dabei, dass die Projektteilnehmenden immer wieder in den Austausch miteinander gehen.

Zum Projekt “Natura 2000-Gebietsmanagement Wald”