IW Köln Studie Deutschland; 235.000 Nettozuwanderung 2025 Tiefststand seit 2010

Studie: Fachkräfteeinwanderung stark rückläufig | Personal | Haufe

Fußball-WM im Büro: arbeitsrechtliche Grenzen

People Analytics – zwischen Daten und Entscheidung

Advertorial: Trends im Recruiting 2026

Kanzleien im Arbeitsrecht: Übersicht, Trends, Profile

MBA, Master, Zertifikate: Startbereit für die KI-Welt

Gender Pension Gap: Wie Betriebe für Ausgleich sorgen können

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt: Deutschland erlebt derzeit eine Migrationswende. Für HR-Verantwortliche ist das eine schlechte Nachricht, denn ausgerechnet die bislang verlässlichsten Arbeitskräftequellen versiegen.

Die Gesamtnettozuwanderung nach Deutschland lag 2025 bei nur noch 235.000 Personen – der niedrigste Wert seit 2010 (Ausnahme: Corona-Jahre). Zum Vergleich: 2023 waren es noch 663.000. Migrationsexperte Wido Geis-Thöne identifiziert im aktuellen IW-Kurzbericht mehrere Entwicklungen, die gleichzeitig wirken und deren Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt gravierend sein könnten.

Rückwanderung aus Osteuropa: ein strukturelles Problem

Besonders alarmierend für HR: Menschen aus den neuen EU-Mitgliedsländern haben lange die Fachkräftebasis gestützt – doch der Trend kehrt sich um. 2025 verließen per Saldo 45.000 mehr Personen aus diesen Ländern Deutschland, als von dort zuzogen. 2024 waren es bereits 35.000. Zum Vergleich: 2023 kamen noch 42.000 mehr, als gingen.

Der Grund: Auch Polen, Rumänien und Co. sind vom demografischen Wandel betroffen . Die dortigen Arbeitsmärkte werden enger, die Lohnunterschiede zu Deutschland schrumpfen. Laut IW ist nicht damit zu rechnen, dass sich das ändert. “Politik und Wirtschaft müssen darauf hinarbeiten, die Arbeitskräfte aus den neuen EU-Mitgliedsländern durch Personen aus anderen Herkunftsländern zu ersetzen”, so Geis-Thöne.

Auch die Zuwanderung aus dem Westbalkan – ebenfalls stark erwerbsorientiert – verliert an Dynamik. 2025 lag der Wanderungssaldo noch bei 39.000 Personen, 2022 war er deutlich höher. Angesichts einer schrumpfenden Gesamtbevölkerung von nur 16,8 Millionen Menschen in diesen sechs Ländern sind die dortigen Migrationspotenziale demografisch begrenzt.

Erwerbsmigration aus Drittstaaten: Lichtblick im Abschwung

Etwas Hoffnung machen die Zahlen zur Erwerbsmigration aus außereuropäischen Ländern: Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 stiegen die entsprechenden Aufenthaltstitel um 33.000 bzw. 13,6 Prozent. Auch die Bildungsmigration legte um 15,3 Prozent zu. Diese für die Fachkräftesicherung besonders relevanten Bereiche blieben von der Migrationswende bislang weitgehend verschont.

Geis-Thöne mahnt jedoch zur Vorsicht: Sollte es durch die Industriekrise für ausländische MINT-Fachkräfte schwieriger werden, eine qualifikationsadäquate Stelle zu finden, könnte sich auch das ändern – denn eine solche Stelle ist oft Voraussetzung für den Aufenthaltstitel.

Asylzahlen sinken – vor allem wegen der Lage in Syrien

Die Zahl der Asylerstanträge ist zwischen 2023 und 2025 von 329.000 auf 113.000 gesunken. Den größten Anteil daran hat der Rückgang syrischer Asylsuchender (von 103.000 auf 23.000), der vor allem auf das Ende des Assad-Regimes 2024 zurückzuführen ist. Auch Anträge von Afghaninnen und Afghanen (−27.000) und türkischen Staatsangehörigen (−49.000) gingen deutlich zurück. Die Nettozuwanderung ukrainischer Geflüchteter lag 2025 bei 89.000 Personen – damit stellen Ukrainerinnen und Ukrainer weiter die größte Einzelgruppe dar, wobei weniger zuwanderten als noch im Vorjahr (116.000).

Warnsignal: Immer mehr Deutsche wandern aus

Beunruhigend ist auch: Immer mehr Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit wandern ab. 2025 verließen das Land knapp 97.000 mehr, als zuzogen – 30 Prozent mehr als 2023 (74.000). “Damit ist zwar noch kein kritisches Niveau erreicht”, sagt Geis-Thöne, “jedoch ist der Anstieg ein deutliches Warnsignal.” Denn angesichts des demografischen Wandels kann sich Deutschland kaum leisten, hoch qualifizierte Fachkräfte zu verlieren.

Was HR-Verantwortliche und die Politik jetzt tun müssen

Das IW empfiehlt ein Bündel an Maßnahmen: schnellere Visaverfahren für Drittstaatsangehörige, niedrigere Steuer- und Abgabenbelastung zur Steigerung der Attraktivität Deutschlands als Arbeitsort, sowie die Öffnung westbalkan-ähnlicher Zugangswege für weitere Herkunftsländer, auch für Arbeitskräfte mit niedrigerem formalem Qualifikationsniveau.

Das könnte Sie zum Thema Migration auch interessieren:

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz wirkt, bleibt aber hinter den Zielen zurück

Sind ausländische Fachkräfte wirklich willkommen?

Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen 401

Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen 293

Jeder zweite Babyboomer geht vorzeitig in den Ruhestand 272

Essenszuschuss als steuerfreier Benefit 245

BEM ist Pflicht des Arbeitgebers 180

Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software 125

Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess 119

Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt 118

Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann 106 8

Bürokratieabbau in HR: Wenn weniger mehr ist 11.08.2026

New-Work-Barometer 2026: HR ist Bürokratie­spitzenreiter 11.08.2026

Das Dienstrad: wenn Gesundheit zum täglichen Benefit wird 10.08.2026

Jeder Dritte glaubt nicht mehr ans Leistungsprinzip 06.08.2026

Jüngere Bewerber werden bevorzugt – trotz fehlender Qualifikation 05.08.2026

Die Savanne lebt – in der Art, wie wir Führung beurteilen 05.08.2026

ZP Europe 2026: Praxisimpulse, die HR wirklich weiterbringen 03.08.2026

Warum künstliche Schönheit in der Personalauswahl nach hinten losgeht 03.08.2026

Wählen Sie einen anonymen Namen

Wählen Sie einen anonymen Namen, der für Ihre Beiträge in der Kommentarfunktion angezeigt wird. Sie können diesen Namen jederzeit in Ihren Kontoeinstellungen ändern.

Hinweis: Es sind nur Buchstaben und Zahlen erlaubt.

Wir möchten verstehen, wie HR-Profis den Wert moderner HR-Software einschätzen. Denn gute HR-Software soll ihren Preis wert sein – und diesen können Sie mitbestimmen, indem Sie an der folgenden Umfrage teilnehmen. Es kostet Sie nur wenige Minuten.

Sie wollen mehr Qualität in Ihren Google-Suchergebnissen? Machen Sie Haufe mit wenigen Klicks zu Ihrer wichtigen Nachrichtenquelle!

Das personalmagazin ist Deutschlands meistgelesenes Fachmagazin im Personalwesen. Hier erfahren Personalleiter und -manager in großen und mittelständischen Unternehmen jeden Monat topaktuell, wie sie den wachsenden Anforderungen an professionelle Personalarbeit gerecht werden. Jetzt reinlesen!

Die Bedeutung des BEM hat sich stark weiterentwickelt. Dieses Buch unterstützt Sie dabei, BEM zu vertiefen, als festen Bestandteil der Personal- und Präventionsarbeit zu etablieren und den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.

Jede Woche Inspiration für das Corporate Learning. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter! Unsere Themen:

Unser Ziel ist es, Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Website anzubieten. Um Ihnen relevante und nützliche Inhalte, Angebote und Services präsentieren zu können, benötigen wir Ihre Einwilligung zur Nutzung Ihrer Daten. Wir nutzen den Service eines Drittanbieters, um Ihre Aktivitäten auf unserer Website zu analysieren.

Mit Ihrer Einwilligung profitieren Sie von einem personalisierten Website-Erlebnis und Zugang zu spannenden Inhalten, die Sie informieren, inspirieren und bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Wir respektieren Ihre Privatsphäre und schützen Ihre Daten. Sie können sich jederzeit darüber informieren, welche Daten wir erheben und wie wir sie verwenden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen. Passen Sie Ihre Präferenzen dafür in den Cookie-Einstellungen an.

Gerade in Engpassberufen wie Lagerwirtschaft, Logistik, Pflege und Verkauf ist Deutschland auf ausländische Fachkräfte angewiesen.

Ihre Meinung ist uns wichtig

Newsletter Personalmagazin – neues lernen

rudolf.ai - Haufe meets AI

Profitieren Sie von personalisierten Inhalten, Angeboten und Services!