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title: "LfL forscht an klimaresilienten Nutzpflanzen in Schwarzenau; Körnerhirse liefert stabile Erträge trotz Trockenstress"
sdDatePublished: "2026-08-12T13:52:00Z"
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LfL forscht an klimaresilienten Nutzpflanzen in Schwarzenau; Körnerhirse liefert stabile Erträge trotz Trockenstress

Bayerische Landwirtschaft im Dürrestress: LfL forscht an Lösungen für heute und morgen - LfL

Pressemitteilung – 11. August 2026, Schwarzenau, Landkreis Kitzingen; Grub, Landkreis Ebersberg Bayerische Landwirtschaft im Dürrestress: LfL forscht an Lösungen für heute und morgen

Die aktuelle Dürre auf Feldern, Wiesen und Weiden stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Nach dem trockensten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen des DWD im Jahre 1881, fielen die Monate Juni und Juli, mit nur 78 % und 50 % der langjährig üblichen Regenmenge deutlich zu trocken aus. Forscherinnen und Forscher der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) untersuchen, wie die Landwirtschaft mit den Folgen von Dürre und Hitzeperioden umgehen kann.

Trockenstress im Maisbestand (Foto: Beyer, LfL).

Vor knapp fünf Jahren hat die LfL das Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen eingerichtet. Am Staatsgut Schwarzenau der Bayerischen Staatsgüter (BaySG), einem Klimahotspot Bayerns im Landkreis Kitzingen, erarbeiten Wissenschaft und Praxis seitdem konkrete Anpassungsstrategien für eine klimaresiliente Landwirtschaft. Im Mittelpunkt der Forschung stehen derzeit die Verbesserung der Wassernutzungseffizienz von Nutzpflanzen, die Anpassung landwirtschaftlicher Anbausysteme an den Klimawandel sowie die Identifizierung klimaresilienter Nutzpflanzen, die auch unter zunehmendem Trockenstress stabile Erträge liefern. Das Zentrum liefert wichtige Erkenntnisse für die landwirtschaftliche Praxis. Klimaresiliente Nutzpflanzen: Stabile Erträge auch unter Trockenstress Körnerhirse: Dank ihres tiefreichenden Wurzelsystems und ihrer hohen Wassernutzungseffizienz kann Körnerhirse auch unter trockenen Bedingungen stabile Erträge erzielen und ist damit eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Sommerkulturen. Die Anbaufläche von Körnerhirse in Bayern hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, was das wachsende Interesse der landwirtschaftlichen Praxis an klimaangepassten Kulturen unterstreicht. Mit Blick auf den Klimawandel wird erwartet, dass Körnerhirse künftig eine zunehmend wichtige Rolle für eine nachhaltige und resiliente Landwirtschaft in Bayern spielen wird. Erdnuss, Sesam, Schwarzkümmel und Perlhirse: Im Rahmen eines Forschungsprojekts "FutureCrop" werden auch solche exotische Arten auf ihre Eignung für den Anbau im trockenen Norden Bayerns geprüft. Bis 2080 könnten die klimatischen Verhältnisse in Mainfranken denen in Teilen Bulgariens oder Südfrankreichs ähneln, wo Kulturarten aus südlicheren Breiten Vorteile haben könnten. Mischanbau Welche Vorteile ein Anbau mehrerer Kulturen auf dem Feld hat, konnte im Falle eines Versuches mit Mais und Sorghum (Hirse) gezeigt werden. Die Hirse konnte durch ihre angepasste Genetik Ertragsverluste des Maises infolge Trockenheit teilweise kompensieren. Während der Mais eingerollte Blätter zeigte, konnte die Hirse ihre Photosyntheseleistung aufrechterhalten und wies keine Anzeichen von Hitze- und Trockenstress auf. Maßnahmen gegen Beikräuter bei Trockenheit besonders wichtig Die Konkurrenz um Licht und Wasser ist bei Mais besonders ausgeprägt. Bereits kurz nach der Aussaat entscheidet sich daher, ob Unkräuter die Erträge mindern oder ob Bodenfeuchte für die Hauptfrucht erhalten bleibt. Daher ist eine konsequente Beikrautbekämpfung gerade in Trockenphasen wichtig – sowohl mechanisch als auch chemisch. Hierzu werden Feldversuche im Rahmen des Forschungsprojekts "Integriertes Unkrautmanagement im Ackerbau" in Schwarzenau und in Ruhstorf a.d. Rott durchgeführt. Luzerne für Futterversorgung in Trockenphasen Luzerne besitzt durch ihr tief reichendes Wurzelwerk die Fähigkeit Wasser aus tieferen Bodenschichten zu erschließen. Außerdem speichert sie langfristig Kohlenstoff im Boden und fördert den Humusaufbau. Erfahrungen des Landeskuratoriums für Bayern in Zusammenarbeit mit der LfL zeigen, dass diese Kultur eine gute Grundlage im Anbau von Futter für Rinder sein kann. Wassermanagement in die Praxis bringen Im Rahmen eines Seminars der Staatlichen Führungsakademie (FüAK) am Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen wurde der gegenseitige Wissens- und Erfahrungsaustausch zum praktischen Wassermanagement gefördert. Im Rahmen des EU Horizon Projekts ClimateSmartAdvisors (CSA) der FüAK wurden erstmals in der agrarischen Beratung in Bayern sogenannte Communities of Practice (CoPs) gebildet, die sich aus jeweils fünf bis sieben Beraterinnen und Beratern zu verschiedenen Themen zusammensetzen. Über diese Gruppen lässt sich das gewonnene Wissen strukturiert aufbereiten und zielgerichtet an weitere Beraterinnen und Berater sowie Praktiker weitergeben. Daten zur aktuellen Trockenphase: Die Niederschlagssumme als Gebietsmittel Bayerns für die Monate März bis Juli von 237 mm, erreicht nur 56 % des langjährigen Gebietsmittels von 423 mm der Jahre 1991-2020. Das aktuelle Defizit entspricht der Regensumme von 2,4 durchschnittlichen Monaten in Bayern. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade die letzten beiden Monate mit ausgeprägten Hitzeperioden ungewöhnlich warm ausfielen und daher die Verdunstung der ohnehin geringen Restfeuchte in der Landschaft nochmals überproportional gesteigert war. So lag das Temperaturmittel für den Juni und Juli um 3,1 Grad bzw. 1,8 Grad über dem langjährigen Mittel von 1991-2020, der gesamte Betrachtungszeitraum von März bis Juli fiel um 1,6 Grad wärmer aus als im 30-jährigen Mittel.

Über das LfL-Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen in Schwarzenau

LfL-Feldtag “Neue Kulturarten und Anbaumethoden” am 10. September 2026 in Schwarzenau

Körnerhirse als eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Sommerkulturen wie z.B. Mais (Foto: Beyer, LfL).

Mischanbau mit Mais und Sorghum (Hirse) (Foto: Beyer, LfL).

Anhaltende Trockenheit hinterlässt deutliche Spuren in der Agrarlandschaft (Foto: Beyer, LfL)

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Sie ist dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus unmittelbar nachgeordnet und erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für Landwirte und Berater sowie die Politik und Verwaltung. Die Hauptstandorte der LfL sind Freising und Grub-Poing. Ihre Aufgabenfelder sind die anwendungsorientierte Forschung, die Ausbildung, die Beratung und der Hoheitsvollzug. Mit Ihrer Arbeit unterstützt die LfL eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft sowie eine vielfältige Kulturlandschaft.

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