Verwaltung Köln Piktogrammkette Radverkehr pilotiert auf Mommsenstraße, Odenthaler Straße und Niehler Straße in Köln; Anteil fahrbahnseitig fahrender Radfahrender steigt auf 69%.

Mitteilung

Dezernat, Dienststelle III/68/682/4

Vorlagen-Nummer

2131/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 14.09.2026 Mobilitätsausschuss 22.09.2026 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 24.09.2026 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 28.09.2026

Piktogrammkette für den Radverkehr – Erfahrungsbericht und weiteres Vorgehen Die Verwaltung hat Ende 2024/Anfang 2025 pilotweise drei Straßenräume mit Piktogrammket- ten für den Radverkehr ausgestattet und deren Wirkung mit Hilfe von Verkehrserhebungen untersucht. Hintergrund war ein neuer Erlass des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der die rechtssichere Anwendung möglich machte. Die Verwaltung hatte die betroffenen mit der Mitteilung 2234/2024 über das Projekt informiert und nach einem verwaltungsinternen Abstimmungsprozess folgende Strecken ausgewählt:

Mommsenstraße (zw. Dürener Straße und Sülzgürtel)

Odenthaler Straße (zw. Berliner Straße und Ende Ortsdurchfahrt)

Niehler Straße (zw. Niehler Kirchweg und Graditzer Straße). Die Pilotstrecken befinden sich in drei unterschiedlichen Stadtbezirken (Lindenthal, Nippes so- wie Mülheim) und unterscheiden sich zudem hinsichtlich der Verkehrsbelastung und Zusam- mensetzung, wodurch eine Spannbreite an unterschiedlichen Untersuchungsfällen gewähr- leistet werden konnte. In sämtlichen Fällen zielt die Piktogrammkette darauf ab, die fahrbahn- seitige Nutzung des Radverkehrs zu steigern, beispielsweise weil die baulichen Radwege auf der Nebenanlage nicht mehr den aktuellen Standards (Breite und Beschaffenheit) entspre- chen und dort Konflikte mit dem Fußverkehr bestehen. Zudem sollen die Markierungen die Aufmerksamkeit, Akzeptanz und die Rücksichtnahme von Autofahrenden gegenüber Radfah- renden steigern. Die Ergebnisse des Vorher-/Nachher-Vergleiches liegen vor und bestätigen die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Untersuchung der Bergischen Universität Wuppertal aus dem Jahr 2021 zur Wirkung von Fahrrad-Piktogrammen auf der Fahrbahn (Link zur Studie: Rad- fahren bei beengten Verhältnissen). Die zentralen Ergebnisse aus dieser Studie sind:

Zunahme des Anteils von Radfahrenden, die die Fahrbahn nutzen

Reduktion von Radfahrenden entgegen der Fahrtrichtung auf der Nebenanlage (so ge- nannte „Geisterfahrer“)

allgemeine Abnahme der Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs.

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Bezogen auf die drei Pilotstrecken in Köln sind folgende Feststellungen gemacht worden: Die positivsten Ergebnisse wurden für die Mommsenstraße erzielt. Hier konnte der Anteil der fahr- bahnseitig fahrenden Radfahrenden von 36% auf 54% gesteigert werden. Eine zweite Nach- erhebung vom 09.07.2026 ergab, dass sich dieser Wert auf 69% erhöhte. Der Anteil an Rad- fahrenden, die auf der Nebenanlage als „Geisterfahrende“ unterwegs waren, reduzierte sich von 7% auf 3,5%. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug in dem gemessenen Referenz- abschnitt 30km/h. Vor Umsetzung der Piktogrammkette lag der Anteil der Geschwindigkeits- überschreitungen bei 62,5%. Dieser reduzierte sich nach der Umsetzung auf 10,8%. Die ausführliche Zusammenstellung der Ergebnisse liegt als Anlage bei.

Aufgrund der positiven Erfahrungen prüft die Verwaltung derzeit eine Ausweitung und Über- tragbarkeit der Piktogrammketten auf weitere Straßen im Stadtgebiet. Bereits vorliegende Be- schlüsse aus den Bezirksvertretungen werden hierbei berücksichtigt. Die Verortung der Pikto- gramme auf der Fahrbahn und die entsprechenden Abstände zum Fahrbahnrand werden hier- bei verwaltungsintern geprüft.

Die Anwendung der Piktogrammkette soll grundsätzlich dort erfolgen, wo eine besonders große Wirkung erzielt werden kann, insbesondere also auf Fahrradrouten mit hoher Netzbe- deutung für den Radverkehr und dort, wo kurz- bis mittelfristig keine Infrastrukturverbesserun- gen für den Radverkehr umgesetzt werden können.

Anlage 1: Auswertung der Piktogrammkette