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title: "Verwaltung Köln Piktogrammkette Radverkehr pilotiert auf Mommsenstraße, Odenthaler Straße und Niehler Straße in Köln; Anteil fahrbahnseitig fahrender Radfahrender steigt auf 69%."
sdDatePublished: "2026-08-12T13:50:00Z"
source: "https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=1106579\u0026type=do"
topics:
  - name: "road transport"
    identifier: "medtop:20000341"
  - name: "traffic"
    identifier: "medtop:20000342"
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  - name: "local authority"
    identifier: "medtop:20000612"
locations:
  - "Köln"
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Verwaltung Köln Piktogrammkette Radverkehr pilotiert auf Mommsenstraße, Odenthaler Straße und Niehler Straße in Köln; Anteil fahrbahnseitig fahrender Radfahrender steigt auf 69%.

Mitteilung

Dezernat, Dienststelle
III/68/682/4

Vorlagen-Nummer

2131/2026
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium
Datum
Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
14.09.2026
Mobilitätsausschuss
22.09.2026
Bezirksvertretung 5 (Nippes)
24.09.2026
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
28.09.2026

Piktogrammkette für den Radverkehr – Erfahrungsbericht und weiteres Vorgehen
Die Verwaltung hat Ende 2024/Anfang 2025 pilotweise drei Straßenräume mit Piktogrammket-
ten für den Radverkehr ausgestattet und deren Wirkung mit Hilfe von Verkehrserhebungen
untersucht. Hintergrund war ein neuer Erlass des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der die rechtssichere Anwendung möglich machte.
Die Verwaltung hatte die betroffenen mit der Mitteilung 2234/2024 über das Projekt informiert
und nach einem verwaltungsinternen Abstimmungsprozess folgende Strecken ausgewählt:

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Mommsenstraße (zw. Dürener Straße und Sülzgürtel)
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Odenthaler Straße (zw. Berliner Straße und Ende Ortsdurchfahrt)
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Niehler Straße (zw. Niehler Kirchweg und Graditzer Straße).
Die Pilotstrecken befinden sich in drei unterschiedlichen Stadtbezirken (Lindenthal, Nippes so-
wie Mülheim) und unterscheiden sich zudem hinsichtlich der Verkehrsbelastung und Zusam-
mensetzung, wodurch eine Spannbreite an unterschiedlichen Untersuchungsfällen gewähr-
leistet werden konnte. In sämtlichen Fällen zielt die Piktogrammkette darauf ab, die fahrbahn-
seitige Nutzung des Radverkehrs zu steigern, beispielsweise weil die baulichen Radwege auf
der Nebenanlage nicht mehr den aktuellen Standards (Breite und Beschaffenheit) entspre-
chen und dort Konflikte mit dem Fußverkehr bestehen. Zudem sollen die Markierungen die
Aufmerksamkeit, Akzeptanz und die Rücksichtnahme von Autofahrenden gegenüber Radfah-
renden steigern.
Die Ergebnisse des Vorher-/Nachher-Vergleiches liegen vor und bestätigen die Ergebnisse
einer eigens durchgeführten Untersuchung der Bergischen Universität Wuppertal aus dem
Jahr 2021 zur Wirkung von Fahrrad-Piktogrammen auf der Fahrbahn (Link zur Studie: Rad-
fahren bei beengten Verhältnissen). Die zentralen Ergebnisse aus dieser Studie sind:

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Zunahme des Anteils von Radfahrenden, die die Fahrbahn nutzen
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Reduktion von Radfahrenden entgegen der Fahrtrichtung auf der Nebenanlage (so ge-
nannte „Geisterfahrer“)
-
allgemeine Abnahme der Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs.

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Bezogen auf die drei Pilotstrecken in Köln sind folgende Feststellungen gemacht worden: Die
positivsten Ergebnisse wurden für die Mommsenstraße erzielt. Hier konnte der Anteil der fahr-
bahnseitig fahrenden Radfahrenden von 36% auf 54% gesteigert werden. Eine zweite Nach-
erhebung vom 09.07.2026 ergab, dass sich dieser Wert auf 69% erhöhte. Der Anteil an Rad-
fahrenden, die auf der Nebenanlage als „Geisterfahrende“ unterwegs waren, reduzierte sich
von 7% auf 3,5%. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug in dem gemessenen Referenz-
abschnitt 30km/h. Vor Umsetzung der Piktogrammkette lag der Anteil der Geschwindigkeits-
überschreitungen bei 62,5%. Dieser reduzierte sich nach der Umsetzung auf 10,8%.
Die ausführliche Zusammenstellung der Ergebnisse liegt als Anlage bei.

Aufgrund der positiven Erfahrungen prüft die Verwaltung derzeit eine Ausweitung und Über-
tragbarkeit der Piktogrammketten auf weitere Straßen im Stadtgebiet. Bereits vorliegende Be-
schlüsse aus den Bezirksvertretungen werden hierbei berücksichtigt. Die Verortung der Pikto-
gramme auf der Fahrbahn und die entsprechenden Abstände zum Fahrbahnrand werden hier-
bei verwaltungsintern geprüft.

Die Anwendung der Piktogrammkette soll grundsätzlich dort erfolgen, wo eine besonders
große Wirkung erzielt werden kann, insbesondere also auf Fahrradrouten mit hoher Netzbe-
deutung für den Radverkehr und dort, wo kurz- bis mittelfristig keine Infrastrukturverbesserun-
gen für den Radverkehr umgesetzt werden können.

Anlage 1: Auswertung der Piktogrammkette