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title: "Wasserbüffel extensiv beweiden Feuchtflächen in Brucker Moos, Dorfen und Tünzhausen; Verzicht auf Antiparasitika erhöht dungabhängige Insekten"
sdDatePublished: "2026-08-13T12:01:00Z"
source: "https://aelf-ee.bayern.de/landwirtschaft/402693/index.php"
topics:
  - name: "agriculture"
    identifier: "medtop:20000210"
  - name: "nature"
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  - name: "conservation"
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  - name: "livestock farming"
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  - name: "environmental policy"
    identifier: "medtop:20000423"
locations:
  - "Ebersberg"
  - "Freising"
  - "Erding"
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Wasserbüffel extensiv beweiden Feuchtflächen in Brucker Moos, Dorfen und Tünzhausen; Verzicht auf Antiparasitika erhöht dungabhängige Insekten

Extensive Beweidung von FeuchtflächenWasserbüffel verbinden Landwirtschaft und Landschaftspflege

Extensive Beweidung von Feuchtflächen Wasserbüffel verbinden Landwirtschaft und Landschaftspflege Nasse, nährstoffarme oder regelmäßig überflutete Flächen stellen besondere Anforderungen an die landwirtschaftliche Nutzung. Gleichzeitig bieten sie ein großes Potenzial für den Naturschutz. Die extensive Beweidung mit robusten Weidetieren wie Wasserbüffeln kann hier Landwirtschaft und Landschaftspflege miteinander verbinden. Wasserbüffel sind an feuchte Standorte gut angepasst. Durch ihr Fressverhalten halten sie Flächen offen, wirken der Verbuschung entgegen und schaffen ein kleinräumiges Mosaik unterschiedlicher Strukturen. Davon profitieren zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Gleichzeitig können bisher nur eingeschränkt nutzbare Flächen landwirtschaftlich bewirtschaftet werden Drei Projekte im Dienstgebiet des AELF Ebersberg-Erding Brucker Moos: 55 Hektar extensive Ganzjahresbeweidung Im Brucker Moos werden seit Mai 2023 rund 55 Hektar extensiv und ganzjährig beweidet. Neben Galloway-Rindern kommen auch Wasserbüffel zum Einsatz. Die robusten Tiere halten die Flächen offen und fördern durch ihre natürliche Beweidung die Struktur- und Artenvielfalt. Das Projekt wird von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts und dem Landschaftspflegeverband Ebersberg gemeinsam mit der Weidetierhalterfamilie Tristl aus Kastenseeon umgesetzt. Das Fleisch wird direkt vermarktet. Ein besonderer Aspekt des Projekts ist der Verzicht auf eine prophylaktische Behandlung mit Antiparasitika. Dadurch können sich auch dungabhängige Insekten entwickeln, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel darstellen. Dorfen: Wasserbüffel im Hochwasserrückhaltegebiet In Dorfen werden Wasserbüffel auf einer Fläche eingesetzt, die als Hochwasser-rückhaltegebiet mehrere Tümpel umfasst. Damit bietet sie ideale Bedingungen für die Tiere, die sich an heißen Tagen im Wasser abkühlen können. Aktuell beweiden drei trächtige Wasserbüffelfärsen gemeinsam mit sechs trächtigen Fleckviehfärsen die Fläche. Langfristig ist eine vollständige Beweidung mit Wasserbüffeln vorgesehen. Die Fleckviehfärsen helfen derzeit dabei, den Bewuchs auf den bislang weniger extensiv genutzten Flächen zurückzudrängen. Aktuell beweiden drei trächtige Wasserbüffelfärsen gemeinsam mit sechs trächtigen Fleckviehfärsen die Fläche. Langfristig ist eine vollständige Beweidung mit Wasserbüffeln vorgesehen. Die Fleckviehfärsen helfen derzeit dabei, den Bewuchs auf den bislang weniger extensiv genutzten Flächen zurückzudrängen. Haltung der Wasserbüffel Die Haltung der Wasserbüffel erweist sich für Tierhalter Bernhard Lanzinger als unkompliziert. Die Tiere gelten als ruhig und gelassen, sind an die Weidehaltung gut angepasst und zeigen sich wenig ausbruchfreudig. Im Sommer stehen sie auf der Weide, im Winter im Stall. Der Aufbau der Weide wurde durch verschiedene Partner unterstützt. Der Aufbau der Weide wurde durch verschiedene Partner unterstützt. Unterstützung Der erste Zaunabschnitt wurde über ein staatliches Landschaftspflegeprogramm finanziert, der zweite mit Unterstützung der Heinz Sielmann Stiftung. Die Stadt Dorfen stellt die Fläche für das Beweidungsprojekt zur Verfügung. Langfristig soll auch die regionale Vermarktung des Büffelfleisches aufgebaut werden. Tünzhausen: Biotopentwicklung durch extensive Beweidung Am 19. Juli 2024 wurde in Tünzhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Allershausen, ein neues Beweidungsprojekt der Heinz Sielmann Stiftung offiziell eingeweiht. Gemeinsam mit der Gemeinde Allershausen, den örtlichen Behörden und der Landwirtschaft wurde eine rund 5,3 Hektar große Fläche im Talgrund der Amper ökologisch aufgewertet. Die wasserbeeinflusste Lage in der Altaue sowie vorhandene feuchte Erlenwälder und Laub-Nadelmischwälder machen die Fläche ökologisch besonders wertvoll. Ein Teil der Fläche soll durch extensive Beweidung zu artenreichem Grünland entwickelt werden. So sollen vielfältige Lebensräume für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten entstehen. Eine Informationstafel direkt an der Biotopfläche informiert über die Ziele und Maßnahmen des Projekts. Eine Informationstafel direkt an der Biotopfläche informiert über die Ziele und Maßnahmen des Projekts. Extensivbeweidung braucht passende Rahmenbedingungen Die drei Projekte zeigen das Potenzial der extensiven Beweidung für die Pflege nasser und extensiv genutzter Standorte. Gleichzeitig ist die Bewirtschaftung mit einem erhöhten Aufwand verbunden: Zäune müssen regelmäßig kontrolliert und freigeschnitten werden, die Tiere benötigen geeignete Wasserstellen und insbesondere während der Kalbungszeit eine intensive Betreuung. Da die Futterqualität extensiver Feuchtflächen häufig geringer ist als auf intensiv genutztem Grünland, lässt sich die Haltung in Schutz- und Naturschutzgebieten oft nicht allein über die Fleischvermarktung finanzieren. Förderprogramme und eine angemessene Vergütung der Leistungen für Natur-, Klima- und Artenschutz sind daher wichtige Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg solcher Projekte. Die Beispiele aus dem Brucker Moos, Dorfen und Tünzhausen zeigen: Extensiv beweidete Feuchtflächen können gleichzeitig Lebensräume für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sein und landwirtschaftlich genutzt werden.