Pflegeheimbewohner in Frankreich reduzieren Blutdruckmedikation; kein Anstieg von Todesfällen oder schweren Herz-Kreislauf-Komplikationen
Blutdrucksenker im Alter: Wann weniger Medikamente möglich sein könnten | aponet.de
Peter Erik Felzer | 13.08.2026 11:09 Uhr
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Blutdrucksenker im Alter: Wann weniger Medikamente möglich sein könnten
Bei sehr alten und gebrechlichen Menschen mit Bluthochdruck könnte eine vorsichtige Verringerung der Medikamentendosis möglich sein. Eine aktuelle Studie zeigt: Weniger Blutdrucksenker bedeutete in dieser Patientengruppe nicht automatisch mehr Risiken.
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Viele Menschen mit Bluthochdruck nehmen ihre Medikamente über Jahre oder sogar Jahrzehnte ein. Doch gelten dieselben Behandlungsziele auch für hochbetagte Menschen in Pflegeeinrichtungen? Genau diese Frage hat eine neue Studie untersucht. Das Ergebnis: Bei ausgewählten älteren Menschen konnte die Medikamentengabe unter ärztlicher Kontrolle reduziert werden, ohne dass dadurch innerhalb von drei Jahren mehr Todesfälle oder schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen auftraten.
Studie zeigt: Weniger Medikamente, ohne schlechtere Ergebnisse
An der französischen RETREAT-FRAIL-Studie nahmen mehr als 1.000 Bewohner von Pflegeeinrichtungen teil. Untersucht wurden hochbetagte, gebrechliche Pflegeheimbewohner mit einem systolischen Blutdruck unter 130 mmHg. Die Teilnehmenden wurden per Zufall einer von zwei Behandlungsstrategien zugeordnet: Eine Gruppe setzte die bisherige Blutdrucktherapie unverändert fort, in der anderen Gruppe wurde die Medikation schrittweise reduziert. Die Anpassungen erfolgten nach einem festgelegten Protokoll und unter regelmäßiger ärztlicher Überwachung.
Nach drei Jahren zeigte sich kein Unterschied bei den Todesfällen oder bei schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen zwischen den beiden Gruppen. Die Studienergebnisse wurden im renommierten Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Warum Hochbetagte eventuell eine andere Medikation brauchen
Für viele ältere Menschen könnte das relevant sein. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der verordneten Medikamente häufig an. Jede zusätzliche Arznei kann das Risiko für Wechselwirkungen erhöhen und die tägliche Einnahme komplizierter machen.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass sich Bluthochdruck im hohen Alter von Bluthochdruck bei jüngeren Menschen unterscheiden kann. Im Fokus der Untersuchung standen besonders gebrechliche, hochbetagte Personen, die in klinischen Studien bislang oft unterrepräsentiert waren.
Blutdrucktherapie regelmäßig ärztlich überprüfen lassen
Nach Einschätzung von Studienleiter Professor Dr. Athanase Benetos sollten deshalb Nutzen und mögliche Risiken einer Blutdrucktherapie regelmäßig überprüft werden. Nicht allein die erreichten Blutdruckwerte seien entscheidend. Auch die allgemeine Gesundheit, die persönliche Lebenssituation und die individuellen Therapieziele müssten berücksichtigt werden. Wichtig: Bluthochdruckmedikamente sollten nie eigenmächtig abgesetzt werden.
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Eine Studie mit hochbetragten Pflegeheimebewohner zeigt: Die Reduktion von Bluthochdruckmedikamenten unter ärztlicher Kontrolle kann sinnvoll sein.
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