AWO Seniorenzentrum Leuna – Karl-Mödersheim-Haus erprobt virtuellen 360°-Rundgang; ab sofort öffentlich zugänglich

Digitaler Blick hinter die Kulissen | AWO Landesverband Sachsen-Anhalt

Digitaler Blick hinter die Kulissen

  1. August 2026 , Leuna

AWO Seniorenzentrum Leuna Karl-Mödersheim-Haus erprobt virtuellen 360°-Rundgang.

Wie sieht es in einer Pflegeeinrichtung von innen aus? Wie groß sind die Zimmer, und wie wirken die Gemeinschaftsräume? Fragen, die sich Angehörige und Interessierte meist in einer ohnehin emotionalen Situation stellen. Um den Einblick so einfach und transparent wie möglich zu gestalten, hat das AWO Seniorenzentrum Leuna – Karl-Mödersheim-Haus gemeinsam mit dem Zukunftszentrum Digitale Arbeit Sachsen-Anhalt an der Hochschule Merseburg ein innovatives Praxisprojekt umgesetzt: einen „digitalen Zwilling“ der Einrichtung in Form eines interaktiven 360°- Rundgangs.

Ab sofort können Interessierte, Familien und potenzielle neue Mitarbeitende die öffentlich zugänglichen Bereiche, die Speiseräume sowie ein beispielhaftes Bewohnerzimmer virtuell erkunden – unabhängig von Öffnungszeiten und ganz bequem von zu Hause aus.

Für die Erstellung des digitalen Zwillings kam eine spezielle 360°-Kameratechnik zum Einsatz. An mehreren Positionen im Haus platziert, erfasste die Kamera die Räume mittels Lasertechnologie vollständig in alle Richtungen. Eine cloudbasierte Software fügte die Millionen Bildpunkte anschließend zu einem nahtlosen, interaktiven Rundgang zusammen. Der eigentliche Aufnahmeprozess dauerte nur wenige Stunden und ließ sich ohne Störung des laufenden Pflegebetriebs realisieren.

Im Unterschied zu einem klassischen Video entscheiden die Nutzer selbst, welchen Weg sie wählen, welche Räume sie ansehen und wie lange sie dort verweilen. Das sorgt für ein realistisches Raumgefühl und schafft Vertrauen, noch bevor man die Einrichtung das erste Mal physisch betritt.

Passt die eigene Kommode? Messmodus hilft beim Einzug

Ein besonderes Highlight der Technologie ist der integrierte Messmodus. Nutzer können per Mausklick Abstände direkt innerhalb der digitalen Umgebung bestimmen.

„Der Einzug in ein Seniorenzentrum ist für Familien ein großer Schritt, der oft mit Unsicherheiten verbunden ist. Wir möchten hier von Anfang an Schwellenängste abbauen“, erklärt Einrichtungsleiterin Christina Busch. „Die Technologie bildet unser Haus verblüffend detailreich ab. Ein toller Nebeneffekt des Messmodus‘ ist der praktische Nutzen: Angehörige können schon vor dem Einzug virtuell ausmessen, ob das geliebte Sofa oder die vertraute Kommode ins neue Zimmer passen. Das erleichtert die Vorbereitung und unsere Beratungsgespräche enorm.“

Das Projekt zeigt praxisnah, wie digitale Werkzeuge im Gesundheits- und Sozialwesen sinnvoll eingesetzt werden können, um transparenter zu kommunizieren. Neben der Online-Außendarstellung soll der Rundgang künftig auch bei Infoveranstaltungen, auf Messen oder zur internen Dokumentation genutzt werden.

Für Carolin Hillner, Teilprojektleiterin an der Hochschule Merseburg im Zukunftszentrum Digitale Arbeit Sachsen-Anhalt, steht der praktische Nutzen im Mittelpunkt: „Viele Unternehmen interessieren sich für digitale Lösungen, wissen aber noch nicht, welche Möglichkeiten es gibt oder wo sie beginnen sollen. Genau hier setzen wir an: Wir nehmen Berührungsängste, geben Orientierung und entwickeln gemeinsam passende Lösungen. Der digitale Zwilling ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, Digitalisierung im Arbeitsalltag sinnvoll einzusetzen.“

Der virtuelle Rundgang ist ab sofort öffentlich zugänglich unter:

Digitaler Blick hinter die Kulissen (115,2 KiB)