US-Aktienmärkte in New York legen zu; Inflation Juli 3,4 %

Kommentar Aktien International

Marktkommentar 13. August 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht

Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 53'770

  • 0.0 S&P 500 7'749
  • 0.3 NYSE: 1.14 Nasdaq Composite 26'588
  • 0.5 Nasdaq: 8.04 Nikkei 225 68'366
  • 1.2 Hang Seng 25'393
  • 0.2 Shanghai Composite 3'951
  • 0.1

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'331 26'090 – 26'690 USD/CHF 0.8140 EUR/CHF 0.9375 EuroStoxx 50 6'534 6'420 – 6'720 Gold 4'372 USD/Unze Stoxx 50 5'527 5'410 – 5'710 NY WTI-Rohöl-Future 83.05 USD

New York An den US-Aktienmärkten haben gestern Mittwoch nur gerade gute Prognosen von Unternehmen aus dem Technologiesektor die Stimmung im positiven Terrain gehalten. Der Nasdaq Composite gewann 0,5 %. Ver- haltener ging es im Prestige-Index Dow Industrial zu, der mit minus 0,04 % schloss. Der marktbreite S&P 500 verbuchte einen Zuwachs von 0,26 %. Die Inflation in den USA war im Juli wie erwartet etwas zurückgegan- gen. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,4 %. Im Juni hatte die Inflationsrate bei 3,5 % ge- legen. Volkswirte hatten im Schnitt mit diesem Rück-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 13. August 2026 2 gang gerechnet. Die Daten halten die Furcht vor stei- genden Zinsen in Schach. Die Mehrheit der Beobach- ter erwartet bei der nächsten Zinssitzung der US- Notenbank im September noch keine Zinserhöhung. Ein solcher Schritt wird nach den nun vorgelegten Daten mit einer Wahrscheinlichkeit von 42 % eingepreist; kurz zuvor waren es rund 50 % gewesen. Die hohen Ölpreise, ein geringeres Energieangebot und die ungebrochen starke Nachfrage der Verbraucher könnten je nach dem aber dafür sprechen, die Zinsen im weiteren Jahresver- lauf anzuheben. Etwas Unterstützung erhält die Börse von sinkenden Anleiherenditen. Unter den Einzelwerten an der Börse legen H&R Block um rund 15 % zu. Das Steuerberatungsunternehmen hat mit Geschäftszahlen und Ausblick positiv überrascht. Positiv werden auch die jeweiligen Zahlen von Lumentum (+13,6 %) und Nebi- us (+34 %) Für das Cloud-Geschäft hatte der niederlän- dische Konzern im zweiten Quartal einen Umsatzsprung von über 500 % gemeldet. Zurückzuführen ist das auf die starke Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Mit positi- ven Ausblicken überzeugten Unternehmen wie Core- Weave, Super Micro Computer und der Nvidia-Partner Hon Hai, die alle eine boomende Nachfrage nach ihren Produkten im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) ver- zeichnen. Die Aktien aus der Gruppe der Magnificent 7 gaben gleichwohl nach, Ausnahme waren die Nvidia-Titel mit einem Plus von 3 %. Die Coreweave-Aktien gewan- nen ebenso wie jene von Super Micro Computer um die 19 %. Die Aktien von Lumentum verzeichneten ein Kursplus von 13,6 %. Das Optoelektronik-Unternehmen hatte Ergebnisse für das vierte Quartal und einen Aus- blick vorgelegt und damit die Markterwartungen über- troffen. Die Aktien von Applied Materials schlossen 4,3 % höher. Analysten sind angesichts der Nachfrage nach KI-bezogenen Chips, insbesondere im Speicherbereich, zuversichtlich für den Hersteller von Halbleiter- Ausrüstung, der am Donnerstag nach Börsenschluss seine Quartalsbilanz vorlegt.

Asien An den fernöstlichen Aktienmärkten zeigten sich am späten Donnerstag (Ortszeit) mit diversen Kursauf- schlägen. Die US-Verbraucherpreise lieferten keine böse Überraschung nach oben und lindern so etwas die kurzfristigen Zinserhöhungssorgen. Dies stützte vor allem den zinssensiblen Technologiesektor in Südko- rea, wo die schwer gewichteten Halbleiterwerte SK Hy- nix und Samsung Electronics um 4,1 bzw. 2,7 % zu- legten. Der Kospi gewann unterdessen 2,9 %. Getragen wurde der Sektor auch von Foxconn Technology Group. Das Unternehmen aus Taiwan erweitert die welt- weite Produktion von Servern für künstliche Intelligenz und anderen Komponenten. Damit will das Unternehmen von den stark steigenden Investitionen in die Cloud- Infrastruktur profitieren und gleichzeitig die lokale Ferti- gung in Schlüsselmärkten stärken. Die Gewinnerwartun- gen wurden übertroffen. Dass Cisco Systems in den USA nicht in Gänze überzeugte, tat der positiven Stim- mung in Südkorea keinen Abbruch. In Japan stieg der Nikkei-225 um 1,2 % - auch hier zählten Technologieti- tel zu den gesuchten. Advantest haussierten um 3,6 %, Kioxia Holdings um 4,6 %. In China kletterte der Shanghai-Composite um 0,3 %, der HSI in Hongkong um 0,2 % - letzterer beendet damit seine jüngste Durst- strecke. Es gab immerhin Anzeichen, dass die ersehnten Stimuli nach den zuletzt schwachen Daten ins Rollen kommen. Die Zentralbank hat zugesagt, zeitnah zu- sätzliche politische Unterstützung zu leisten, hielt sich jedoch mit weiteren Einzelheiten zurück. Dies nährt die Erwartung, dass keine grössere Lockerung der Geldpoli- tik bevorsteht. Der australische S&P/ASX-200 büsste indes 0,2 % ein. Der Telekommunikationsanbieter Tel- stra hat seine Dividende erhöht und einen weiteren Ak- tienrückkauf im Umfang von 1,0 Milliarde Australischen Dollar angekündigt (siehe Marktnachrichten). ANZ Bank stiegen dagegen nach Geschäftsausweis um 4,9 %.

Europa Obwohl die Märkte gestern teilweise Rekordmarkten touchierten (Eurostoxx 50, DAX) korrigierten die Akti- enindices den Pfand wieder und gingen mit leichten Verlusten aus dem Tageshandel. Heute Donnerstag könnte eine Seitwärtsbewegung an den Tag kommen, den angesichts der aktuell eher geringen Handelsum- sätze sind mögliche Rekordmarken oft eher nicht nach- haltig. Um die Strasse von Hormus gibt es keine belast- baren Neuigkeiten, der Brent-Ölpreis notiert knapp unter 89 Dollar. Weiter im Fokus stehen auch US- Inflationsdaten, diesmal die Erzeugerpreise (PPI) am Nachmittag. Am Vortag hatten die US- Verbraucherpreise (CPI) für etwas Entspannung gesorgt, da sie die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank dämpfen.

Marktnachrichten

Cisco Systems: Investoren sind die Umsatz- und Gewinnprognosesteigerungen zu konservativ Der US-Netzwerk-Ausrüster blickt nach einem überra- schend guten Geschäftsjahresende zuversichtlicher

www.bekb.ch | Marktkommentar | 13. August 2026 3 auf das erste Quartal als Experten erwartet hatten. Der Umsatz werde bei 18,0 bis 18,2 Milliarden Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach US- Börsenschluss mit. Den bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) sieht Cisco bei 1,32 bis 1,34 Dollar. Analysten hatten bei beiden Kenngrössen mit weniger gerechnet. Das Unternehmen sieht bei Netzwerken einen Su- perzyklus im Gange und äusserte sich noch optimisti- scher zum Geschäft mit KI-Infrastruktur mit sogenann- ten Hyperscalern. Darunter versteht man sehr grosse Cloud-Anbieter, die weltweit eine Recheninfrastruktur mit Servern betreiben. Auch wenn Cisco sich auf KI- Datenzentren konzentriert, ist es beim Umsatz immer noch abhängig von seinem klassischen Netzwerkge- schäft. Im vierten Geschäftsquartal legte der Umsatz um 18 % auf 17,3 Milliarden US-Dollar zu. Der Gewinn stieg unter dem Strich um die Hälfte auf 3,9 Milliarden Dollar. Auch hier hatten Experten weniger erwartet. Die anfängliche Begeisterung der Investoren schlug ges- tern Mittwoch schnell ins Gegenteil um. Die Cisco-Aktie, die nachbörslich in einer ersten Reaktion um bis zu gut 8 % zugelegt hatte, gab zuletzt nachbörslich um 4 % nach. Allerdings ist das Papier in diesem Jahr auch schon um fast 61 % gestiegen.

Telstra: Positive Quartalszahlen & Dividendenerhö- hung schlagen nicht durch Der australische Telekomkonzern hat positive Ergebnis- se für das Geschäftsjahr 2026 erzielt, nach Kommenta- ren jedoch im Postpaid-Mobilfunkgeschäft nicht überzu- egen können. Telstra meldete einen bereinigten Ge- winn je Aktie von 0,204 AUD, verglichen mit 0,191 AUD im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen sowie der Nettogewinn nach Steuern entsprechen den Konsen- sprognosen, allerdings schwächen sich die Trends im Postpaid-Mobilfunkgeschäft ab, was jedoch durch die Stärke in den Segmenten Prepaid und Mobile Virtual Network Operator ausgeglichen wird. Die Gesamtein- nahmen beliefen sich in den zwölf Monaten bis zum 30. Juni auf 23,41 Milliarden AUD, gegenüber 23,61 Milli- arden australischen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen Cashflow vor Zinsen und Steuern in Höhe von 4,75 bis 4,95 Milliarden AUD und Investitionen im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebs in Höhe von 3,35 Milli- arden AUD bis 3,65 Milliarden AUD. Telstra hob seine Schlussdividende von 0,095 AUD auf 0,105 AUD an, was der halbjährlichen Ausschüttung und den Erwartun- gen der Analysten entsprach. Telstra, das nach eigenen Angaben den Netzwerkausfall im Juli, der den Ge- schäftsbetrieb, Verkehrsnetze und Anrufe bei Notdiens- ten störte, noch untersucht, erwartet ein bereinigtes Ergebnis ohne Leasing-Amortisation zwischen 8,5 Milli- arden und 8,8 Milliarden AUD.

Super Micro Computer: Legt nach Zahlen Kursfeu- erwerk hin Super Micro Computers Aktienkurs stieg gestern doch sprunghaft an, nachdem das Unternehmen eine Um- satzprognose für das laufende Quartal veröffentlicht hatte, welche die Schätzungen übertraf – ein Zeichen dafür, dass der boomende Markt für künstliche Intel- ligenz den Absatz der Server des Unternehmens wei- terhin ankurbelt. Das Unternehmen gab bekannt, dass der Umsatz im Zeitraum bis September zwischen 14,5 und 15,5 Milliarden US-Dollar liegen wird. Bereinigt um Sondereffekte wird der Gewinn je Aktie zwischen 1,01 und 1,10 US-Dollar liegen. Analysten prognostizierten im Durchschnitt einen Umsatz von 12 Milliarden US- Dollar und einen Gewinn von 74 Cent. Diese Prognose übertraf sogar die höchste Analystenschätzung von 13,3 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Papiere legten gut 19 % zu.

ThyssenKrupp: Liegt beim Gewinnzuwachs hinter dem Konsens – auch wegen der Automative-Sparte Der deutsche Industriekonzern hat seine Ergebnisse im dritten Quartal trotz eines verhaltenen Marktumfeldes verbessert. Dabei profitierte das Unternehmen insbe- sondere von seinem laufenden Effizienzprogramm, welches die Ergebnisse in der Stahlsparte sowie bei seinem vor der Abspaltung stehenden Materialhandels- geschäft TK Accelis steigen liess. Der Marineschiff- bauer TKMS lieferte zudem höhere Gewinnbeiträge. Schwächer entwickelte sich hingegen der Automotive- Bereich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steu- ern (Ebit) stieg in den drei Monaten per Ende Juni um 18 % auf 183 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen mitteilte. Analysten hatten sich eine stärkere Verbesserung erhofft. Nach Steuern ver- diente Thyssenkrupp 34 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 255 Millionen Euro angefallen war. Dabei profitierte das Unternehmen von einem positiven bilanziellen Effekt von 131 Milli- onen Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf seiner Anteile an dem Stahlhersteller HKM an Salzgitter. Nach Anteilen Dritter schrieb Thyssenkrupp eine schwarze Null. Der Umsatz verbesserte sich um 8 % auf rund 8,8 Milliarden Euro, der Materialhandel profitierte dabei von

www.bekb.ch | Marktkommentar | 13. August 2026 4 steigenden Mengen und Preisen. Für das laufende Ge- schäftsjahr grenzte Thyssenkrupp seine Ergebnis- prognose nach oben ein. So hob das Unternehmen beim bereinigten Ebit das untere Ende der Spanne um 100 Millionen Euro an und erwartet nun 600 bis 900 Millionen Euro.

Adyen: Umsatzprognose angehoben Der niederländische Zahlungsdienstleister hat seine Prognose für 2026 nach einem starken ersten Halbjahr angehoben. Adyen verzeichnet eine wachsende Nach- frage sowohl von neuen als auch von bestehenden Kun- den und rechnet deshalb in diesem Jahr mit einem hö- heren Umsatzwachstum als bislang erwartet. Der positi- ve Ausblick kommt für A