1.356 neue Lehrkräfte in Thüringen starten Schuljahr; offene Stellen sinken deutlich

1.356 neue Lehrkräfte: Thüringen startet mit Personalplus und neuen Lehrplänen ins Schuljahr

1.356 neue Lehrkräfte: Thüringen startet mit Personalplus und neuen Lehrplänen ins Schuljahr

12.08.2026 Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Wieder wurden deutlich mehr Lehrer eingestellt, als aus dem Schuldienst ausgeschieden sind: Die hohen Zahlen des Vorjahres wurden erneut erreicht. 1.356 neue Lehrkräfte (Vorjahreszeitraum: 1.358) stehen zum neuen Schuljahr vor den Klassen. Demgegenüber sind im vergangenen Schuljahr Abgänge im Umfang von 934 Vollzeitstellen (VZB) zu verzeichnen (Vorjahreszeitraum: 910).

27 beginnt mit voraussichtlich 16.897 Erstklässlern. Insgesamt lernen damit an staatlichen und freien Schulen im Freistaat im Schuljahr 2026

27 nach Prognosedaten 255.863 Schülerinnen und Schüler.

Bildungsminister Christian Tischner: „Wir starten mit Rückenwind, aber auch mit klaren Aufgaben ins neue Schuljahr. Die Einstellungszahlen bleiben hoch, die Zahl der offenen Stellen sinkt deutlich und wir haben richtungsweisende Prozesse begonnen. Mit den neuen Lehrplänen, der stärkeren Förderung von Basiskompetenzen und einer systematischeren Qualitätsentwicklung richten wir Schule stärker auf das aus, was Schülerinnen und Schüler für ihren Bildungs- und Lebensweg brauchen. Dabei gilt für mich: Schulentwicklung gelingt nicht vom Schreibtisch aus, sondern gemeinsam mit den Schulen. Deshalb setzen wir auf Erprobung, Rückmeldung und Beteiligung. Und wir wissen: Bei der Unterrichtsversorgung und der Verlässlichkeit von Schule bleibt weiter viel zu tun.“

Ein Kernziel der Weiterentwicklung der Lehrpläne ist es, sie stärker auf die Anforderungen unserer Zeit und die Lebenswelt junger Menschen auszurichten. Neben den fachlichen Inhalten werden deshalb fächerübergreifende Bildungsaufgaben stärker berücksichtigt – von Sprach- und Medienbildung über Demokratiebildung und berufliche Orientierung bis zur kulturellen Bildung. Zugleich wurden die gemeinsamen Vorgaben der Kultusministerkonferenz berücksichtigt. Die Lehrpläne treten zunächst als Erprobungsfassungen in Kraft. So können Erfahrungen und unmittelbare Rückmeldungen aus der Praxis für die abschließende Fassung berücksichtigt werden. Auch aufgrund des Umfangs erfolgt die Einführung schrittweise: Insgesamt wurden mehr als hundert Lehrpläne für die verschiedenen Schularten und Fächer beauftragt. Auch für die Gemeinschaftsschule liegen erstmals eigene Lehrpläne vor.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Basiskompetenzen. Mit dem neuen Schuljahr starten nach 34 Pilotschulen nun 50 weitere Grundschulen mit dem Leseband. Täglich 20 Minuten zusätzliche Lesezeit sollen Leseflüssigkeit und Leseverständnis systematisch stärken; 200 weitere Schulen sollen in den kommenden zwei Jahren folgen. Auch die mathematischen Basiskompetenzen rücken stärker in den Fokus: Im Rahmen des Startchancen-Programms prüft Thüringen die Einführung eines Mathebands, zusätzlich beteiligt sich der Freistaat künftig am ländergemeinsamen Programm QuaMath.

Auch beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erfolgt ein weiterer Schritt hin zu systematischer Sprachförderung. Im Rahmen des Projekts „ Thüringer Qualitätskompass “ wird vom 1. September bis 15. November 2026 die sprachliche Entwicklung von Kindern im Alter von 48 bis 59 Monaten in 150 Kindergärten erhoben. Das zum Einsatz kommende Beobachtungsinstrument unterstützt die pädagogischen Fachkräfte dabei, sprachliche Entwicklungsverläufe systematisch zu erfassen, fachlich einzuschätzen und daraus geeignete Fördermaßnahmen für den Kita-Alltag abzuleiten. Die gewonnenen Erfahrungen sollen die Grundlage für eine landesweite Einführung von Sprachstandserhebungen im fünften Lebensjahr bilden.

Erstmals erarbeitet Thüringen zudem eine langfristige Bedarfsprognose für den Schuldienst. Sie schafft die Grundlage, um in der Lehrerausbildung die richtigen Weichen zu stellen. Konkrete Auswirkungen hat das auf die derzeit vorbereiteten Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Thüringer Hochschulen : Mangelfächer, Praxisbezug und schulartübergreifende Einsatzmöglichkeiten rücken in den Fokus. Der Lehrernachwuchs soll noch gezielter für Bedarfsregionen und -fächer gewonnen werden. Parallel werden die Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung und zur Entlastung der Lehrkräfte fortgesetzt und ausgebaut.