Wir pilgern den Franziskusweg von Florenz nach Assisi, begleitet von Studienfreund; ca. 300 km in 2 Wochen.
Auf den Spuren des hl. Franz von Assisi DJK
Datum: Do. 13. Aug. 2026
Auf den Spuren des hl. Franz von Assisi
Der 800.Todestag des hl. Franziskus war der Anlaß, in diesem Jahr einen Abschnitt des Franziskusweges, der von Florenz nach Rom führt, kennenzulernen.
Mit einem Studienfreund wanderten und pilgerten wir von Florenz nach Assisi.
In den 2 Wochen und auf den ca.300 km erlebten wir eine gute Mischung aus Natur, Kultur und Spiritualität.
Der Weg ist in der Regel gut ausgeschildert (u.a. mit dem franziskanischen ‘T’) und hat eine schöne Wegführung, auf schmalen Pfaden und Schotterwegen mit relativ wenigen Asphaltstraßen, durch dichte Wälder, aber auch freie Felder und kleine, schmucke, italienische Dörfer, die auch eine gute Versorgung ermöglichen.
Überrascht haben mich die vielen Höhenmeter, die täglich zu bewältigen waren.
Der Franziskusweg führt durch die Toskana (die doch erheblich hügeliger ist als Rheinhessen, das oft als ‘deutsche’ Toskana bezeichnet wird), Umbrien (das ‘grüne Herz’ Italiens) und Latium, quer über die Appeninnen.
Fantastische Ausblicke auf die Landschaft sind oft der Lohn für die Aufstiege.
Die Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Weg sind gut. Oft bieten Pfarreien ihre Pfarrheime als Pilgerunterkunft an oder Privatpersonen bewirtschaften Pilgerherbergen, die oft wunderschön gelegen und gemütlich eingerichtet sind.
Der sehr gastfreundliche Empfang tut einfach gut nach einem langen Wandertag.
In der 2.Woche, ab La Verna, dem Ort der ‘Stigmatisierung’ des hl. Franziskus, trafen wir vermehrt auf andere Pilger. Die meisten von ihnen laufen von La Verna nach Assisi (ca.180 km).
Immer wieder begegnet man Spuren des hl. Franziskus, der selbst auch viel zu Fuß in dieser Gegend unterwegs war.
Sehr bewegend war aber auch v.a. Sein ‘innerer’ Weg: durch die Umarmung eines Aussätzigen, in dem er Christus erkennt und durch die Begegnung mit einem Kreuz in der kleinen, vom Zerfall bedrohten Kirche von San Damiano bekehrt Franziskus sich und erkennt seinen Auftrag, die Kirche wieder aufzubauen.
Er verläßt die bisherigen bürgerlichen Bahnen seines Lebens, verzichtet auf sein Erbe und vertraut von nun an allein auf die Gnade Gottes.
Von dieser Radikalität werden andere Menschen angezogen und es entstehen bald mehrere Klöster, in denen die ‘Minderbrüder’, wie sie sich nun nennen, in Gemeinschaften zusammenleben und als Bettler ihren Lebensunterhalt erbitten.
Franziskus und seine Brüder ziehen sich auch immer wieder in enge Felsschluchten und Höhlen zurück, um in der Stille und im Gebet Gott nahe zu sein. Die daraus entstehenden Einsiedeleien sind heute noch zu besichtigen und sind zum Teil auch noch ‘in Betrieb’.
Durch seine innige Christusverbundenheit wird Franziskus die Gnade zuteil, die Wundmale Christi an Händen, Füßen und der Seite zu empfangen.
Auf dem Felsplateau La Verna wird der Ort der Stigmatisierung gezeigt. Dieser Ort ist ein erster spiritueller Höhepunkt des Pilgerweges.
Ein zweiter Höhepunkt ist die wunderschön gelegene und ‘mittelalterlich’ anmutende Stadt Gubbio, in der Franziskus einen Wolf gezähmt hat und so der Bevölkerung Frieden und Sicherheit gebracht hat.
‘Pace e bene’ (Frieden und Güte), mit diesen beiden Wörtern läßt sich das Herzensanliegen des hl. Franziskus und seines Lebens gut zusammenfassen.
In den letzten Jahren seines nur 44-jährigen Lebens erblindet Franziskus und dichtet als Blinder (!) 2 Jahre vor seinem Tod (+3.10.1226) im Jahre 1224 den bekannten Sonnengesang, der auch im Lied ‘Laudato si’ verarbeitet wurde.
In der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi hat der hl. Franziskus in einem schlichten Steinsarkophag seine letzte Ruhestätte gefunden.
Dieser Ort ist das Ziel vieler Pilgerwege, auch des je eigenen
Eine schön gestaltete Pilgerurkunde und ein letzter Stempel im Pilgerausweis zeugen davon.
Der Franziskusweg läßt den Pilger und die Pilgerin nicht unberührt und hat das Potential zur persönlichen Veränderung. Es lohnt sich, ihn kennenzulernen!
Hilfreich waren -neben dem Wanderführer- auch die Gedanken von Andreas Knapp in seinem spirituellen Wegbegleiter, aus dem ich zum Schluß zitieren möchte:
lass karten und navi daheim
solange du andern noch etwas nachträgst
gehst du noch nicht deinen eigenen weg
wandernd lebe nicht auf großem fuß
sondern von der hand in den mund
trag nicht zu schwer an dir selbst
mit einem ölzweig kann man fliegen
wird der weg dir wesentlicher
dein treuer pilgerführer bis nach hause
(aus: A. Knapp, Pace e bene!, S.43)
Der Franziskusweg ist ein sportlich herausfordernder, spirituell berührender Weg, den ich aber ‘wärmstens’ (!) empfehlen kann.
Pace e bene auf euren Wegen!
Euer Geistlicher Beirat Christoph Zell