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title: "Materialzentrale Basel-Stadt versendet Lehrmittel an Basler Schulen; 82 Tonnen Material bewegt"
sdDatePublished: "2026-08-13T11:22:00Z"
source: "https://www.bs.ch/news/2026-wie-die-schulbuecher-ins-klassenzimmer-kommen"
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Materialzentrale Basel-Stadt versendet Lehrmittel an Basler Schulen; 82 Tonnen Material bewegt

Wie die Schulbücher ins Klassenzimmer kommen | Kanton Basel-Stadt

Wie die Schulbücher ins Klassenzimmer kommen

Bevor die Kisten mit den Lehrmitteln an den Basler Schulen eintreffen, haben sie bereits einen langen Weg hinter sich. In der Materialzentrale werden über 109'000 Lehrmittel kontrolliert, sortiert und für die Auslieferung vorbereitet. Ein Blick hinter die Kulissen.

Am Montag hat die Volksschule für 19’028 Schülerinnen und Schüler angefangen. Damit ein Schulstart mit dem passenden Schulmaterial gelingt, arbeitet die Materialzentrale auf Hochtouren. In ihrem Lager an der Münchensteinerstrasse stapelten sich über den Sommer Bücher, Kartons und Paletten. Die Mitarbeitenden bearbeiteten die Bestellungen der Schulen fürs neue Schuljahr: zogen Lehrmittel und Hefte aus den Regalen, packten Schachteln und bereiteten diese auf Paletten für die Auslieferung im Lastwagen vor. Der grösste Teil der Jahresauslieferung war bis zu den Sommerferien abgeschlossen und an die Schulstandorte verteilt, wo sie für die Kinder, Lehrpersonen und den Schulstart bereitstehen.

Prozess Dieses Jahr wurden in der Materialzentrale über 109'000 Lehrmittel bewegt. Das entspricht insgesamt rund 82 Tonnen Material für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehr- und Fachpersonen der Primar- und Sekundarstufe. Hinter jeder einzelnen Lieferung steckt ein fein abgestimmter Prozess, der lange vor der Auslieferung beginnt. Bevor ein Buch im Lager eintrifft, werden an den Schulen die Schülerinnen- und Schülerzahlen erhoben und die benötigten Lehrmittel bestellt. Die Materialverantwortlichen der Schulstandorte sammeln die Bestellungen und übermitteln sie gebündelt an die Materialzentrale. Dort werden sie konsolidiert und bei den verschiedenen Verlagen ausgelöst. Erst nach und nach treffen die Bücher und Unterrichtsmaterialien in ihrem Lager ein und werden kontrolliert, eingeräumt und für die Auslieferung vorbereitet. Gerade zur Jahresauslieferung laufen viele Arbeitsschritte parallel. «Bei uns ist keiner fix eingeplant. Kommt ein Lastwagen, laden wir ab. Kommt die Post, wird sie versorgt. Dann rüsten wir Bestellungen, helfen beim Einladen oder Bereiten schon die nächste Lieferung vor. Man macht eigentlich alles ein bisschen.» Für Martin Mangold, Leiter Spedition der Materialzentrale, gehört genau diese Abwechslung zum Alltag.

Handarbeit Besonders intensiv wird es in den Wochen vor den Schulsommerferien. Dann läuft die Jahresauslieferung auf Hochtouren. «Wir haben sehr wenig Zeit. Bis zu den Sommerferien muss alles ausgeliefert sein», sagt Martin Mangold. «In dieser Phase braucht es das ganze Team. Wenn jemand einen Unfall hat oder ausfällt, wird das schnell zu einem Problem.» Auch bei diesen Mengen an Material sind nur wenige Arbeitsschritte automatisiert. Stapler, Palettenrollwagen und andere Hilfsmittel unterstützen die Mitarbeitenden, aber der grösste Teil der Arbeit erfolgt von Hand. «Wir machen eigentlich fast alles manuell. Schachtel für Schachtel, Buch für Buch musst du stapeln und umräumen», erzählt Martin Mangold aus Erfahrung. Mit der Zeit entwickelt jeder Mitarbeitende seine eigene Routine. Auch Martin Mangold hat seine Strategie: «Mit der Zeit kennst du die Artikel auswendig», erzählt er. «Ich kommissioniere selten nach Rüstschein. Erst hole ich die grösseren Bücher und Hefte, die in Kartons gelagert werden. Zum Schluss die einzelnen kleinen Positionen. So wird man immer schneller.» Abwechslung Trotz aller Planung bleibt der Alltag abwechslungsreich. Manchmal sorgen kleine Bestellfehler für ungeplante Situationen. «Es kommt vor, dass jemand versehentlich eine ganze Palette Papier statt zwei Packungen bestellt», erzählt Martin Mangold mit einem Schmunzeln. «Zum Glück merken unsere Chauffeure solche Dinge oft noch rechtzeitig und fragen nach.» Auch Nachlieferungen gehören zum Alltag. Neue Lehrmittel erscheinen teilweise erst kurz vor den Sommerferien oder werden von den Verlagen später ausgeliefert. Fehlt an einer Schule etwas oder wird kurzfristig zusätzliches Material benötigt, organisiert die Materialzentrale eine Nachlieferung.

Engagement Nach und nach füllen sich die Lastwagen, leert sich das Lager. Jede ausgelieferte Palette schafft Platz für die nächste Bestellung. Kaum fährt ein Fahrzeug vom Hof, beginnt im Lager bereits der nächste Arbeitsschritt. «Es ist immer schön, wenn die Ware weggeht», sagt Martin Mangold. «Dann ist hier wieder Platz und wir können die nächste Bestellung vorbereiten.» Wenn die Lieferungen an den Schulen eintreffen, ist für die Materialzentrale der grösste Teil der Arbeit bereits erledigt. Was für Lehrpersonen mit einer Palette voller Bücher oder einer Kiste mit Material beginnt, ist das Ergebnis einer monatelangen Planung und vieler Wochen intensiver Arbeit vieler engagierter Mitarbeitenden der Materialzentrale.

Text: Maren Stotz, Fotos: Rebecca Küster

Den Weg der Lehrmittel haben wir auch mit der Kamera verfolgt