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title: "Marianne Maneta, Geschäftsführerin von NeoVima, im Interview; Nachfolge nachhaltig gelingen, Organisation gut aufgestellt."
sdDatePublished: "2026-08-13T09:07:00Z"
source: "https://www.bvmw.de/de/unternehmertum/news/marianne-maneta"
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Marianne Maneta, Geschäftsführerin von NeoVima, im Interview; Nachfolge nachhaltig gelingen, Organisation gut aufgestellt.

Marianne Maneta - BVMW DE

Die Geschäftsführerin von NeoVima im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.

Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin

Unternehmerisch gedacht und gehandelt habe ich bereits lange vor der Gründung von NeoVima. In mehr als 22 Jahren Berufserfahrung habe ich in Unternehmen und Organisationen Verantwortung in den Bereichen Finance, Führung, Digitalisierung, Organisation und Veränderungsmanagement übernommen.

Dabei habe ich immer wieder erlebt, dass Unternehmen wachsen und sich ihr Umfeld verändert, die internen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten jedoch nicht automatisch mitwachsen. Gemeinsam mit meiner Mitgründerin habe ich deshalb NeoVima gegründet. Wir wollten unsere Erfahrungen zusammenführen und dort wirksam machen, wo Veränderung besonders entscheidend ist: im Mittelstand.

Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg noch einmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen?

Ich würde denselben Weg noch einmal gehen, weil jede berufliche Station und jede übernommene Verantwortung zu der Unternehmerin beigetragen hat, die ich heute bin. Wahrscheinlich würde ich mir selbst jedoch früher zutrauen, meinen eigenen Weg zu gestalten.

Ich habe gelernt, dass man nicht auf den einen Moment warten sollte, in dem man sich vollständig vorbereitet fühlt. Diesen Moment gibt es meistens nicht. Unternehmertum bedeutet, mit den vorhandenen Erfahrungen zu starten, Entscheidungen zu treffen und sich mit dem Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Welche Entscheidung würden Sie für sich als wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Die Gründung von NeoVima war meine wegweisendste Entscheidung. Sie bedeutete, meine unterschiedlichen Erfahrungen nicht länger getrennt voneinander zu betrachten, sondern sie zu einem eigenen unternehmerischen Ansatz zu verbinden.

Gleichzeitig habe ich durch die Gründung gelernt, dass fachliche Kompetenz allein nicht ausreicht. Als Unternehmerin muss ich sichtbar sein, Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen, Beziehungen aufbauen und meine eigene Positionierung immer wieder schärfen. Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass unternehmerische Verantwortung nicht bedeutet, alles selbst machen zu müssen.

Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?

Meine größte Herausforderung war häufig nicht die Aufgabe selbst, sondern die Grenzen, die andere durch ihre eigenen Vorstellungen gesetzt haben. Wenn Menschen nur das für möglich halten, was sie bereits kennen, werden neue Ideen schnell ausgebremst oder vorschnell als unrealistisch bewertet.

Ich musste lernen, mich von diesen engen Denkmustern nicht begrenzen zu lassen und meiner eigenen Einschätzung stärker zu vertrauen. Gleichzeitig gehört es für mich zu guter Führung und Beratung, andere nicht einfach zurückzulassen, sondern ihnen neue Perspektiven zu eröffnen und sie für Veränderung zu gewinnen.

Diese Erfahrung prägt auch unsere Arbeit bei NeoVima: Unternehmen können sich nur weiterentwickeln, wenn sie bereit sind, vertraute Denkweisen zu hinterfragen und Möglichkeiten zu erkennen, die außerhalb des bisher Gewohnten liegen.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?

Mich beschäftigt besonders, wie wir den Mittelstand so weiterentwickeln können, dass Unternehmen auch in Zukunft anpassungsfähig und übergabefähig bleiben. Viele mittelständische Unternehmen stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Neue Technologien, wirtschaftlicher Druck und der Fachkräftemangel treffen dabei häufig auf verfestigte Strukturen und anstehende Unternehmensnachfolgen. Gerade eine Nachfolge ist weit mehr als ein Wechsel an der Spitze. Sie gelingt nur dann nachhaltig, wenn das Unternehmen organisatorisch gut aufgestellt ist und Verantwortung, Wissen und Entscheidungen nicht ausschließlich an einzelnen Personen hängen.

Wir unterstützen Unternehmen deshalb dabei, ihre Organisation ganzheitlich weiterzuentwickeln und frühzeitig die notwendigen Voraussetzungen für Veränderung, Wachstum und Nachfolge zu schaffen. Denn Veränderung sollte nicht erst beginnen, wenn der Handlungsdruck zu groß geworden ist, sondern als unternehmerische Chance genutzt werden.

Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Besondere Wertschätzung erfahre ich, wenn Kundinnen und Kunden durch unsere Zusammenarbeit beginnen, ihr Unternehmen und ihre eigenen Möglichkeiten neu zu betrachten. Wenn aus einem „Das geht bei uns nicht“ ein „Wie können wir es möglich machen?“ wird, zeigt mir das, dass wir nicht nur Strukturen verändern, sondern auch neue Denk- und Handlungsspielräume schaffen.

Am stärksten spürbar wird unsere Arbeit, wenn diese neue Perspektive im Unternehmensalltag ankommt: Verantwortung wird übertragen, Entscheidungen werden nicht mehr aus Gewohnheit an der Spitze gebündelt und Unternehmerinnen und Unternehmer gewinnen wieder Raum, ihr Unternehmen aktiv weiterzuentwickeln. Auch Weiterempfehlungen sind für mich eine besondere Form der Anerkennung. Sie zeigen, dass unsere Kundinnen und Kunden nicht nur die Ergebnisse schätzen, sondern auch die Art, wie wir sie individuell begleiten, herausfordern und zugleich ernst nehmen.

Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen, Gründerinnen und Führungskräften mitgeben?

Wartet nicht darauf, dass euch jemand von außen bestätigt. Vertraut auf eure Erfahrungen und eure Fähigkeiten – auch dann, wenn sich noch nicht jeder Schritt perfekt anfühlt.

Gleichzeitig bedeutet Unternehmertum oder Führung nicht, alles allein tragen zu müssen. Ein starkes Netzwerk, ehrlicher Austausch und die Bereitschaft, sich gezielt Unterstützung zu holen, sind keine Schwäche, sondern ein wichtiger Teil unternehmerischer Verantwortung.

Ebenso wichtig ist die Offenheit für Weiterentwicklung. Die erste Idee muss nicht für immer bestehen bleiben. Unternehmen verändern sich, und mit ihnen auch die Menschen, die sie führen. Entscheidend ist, diese Veränderungen bewusst zu gestalten und immer wieder zu prüfen, wo die eigene Arbeit die größte Wirkung entfalten kann, statt erst dann zu reagieren, wenn der Druck bereits zu groß geworden ist.

Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?

Female Empowerment beginnt für uns nicht bei einzelnen Maßnahmen, sondern bei der grundsätzlichen Haltung. NeoVima wurde von zwei Frauen gegründet, die unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven in das gemeinsame Unternehmen einbringen.

In unserer Zusammenarbeit achten wir darauf, Verantwortung nicht nach Hierarchien, sondern nach Kompetenzen zu verteilen und Raum für eigene Ideen, klare Positionen und persönliche Weiterentwicklung zu schaffen. Dazu gehört auch, sich gegenseitig zu stärken, kritisch zu spiegeln und die Leistungen der jeweils anderen sichtbar zu machen.

Darüber hinaus unterstützen wir Frauen, indem wir sie gezielt miteinander vernetzen, weiterempfehlen und ihnen Zugänge zu relevanten Kontakten und unternehmerischen Chancen eröffnen. Denn häufig fehlt es Frauen nicht an Kompetenz, sondern an Sichtbarkeit, passenden Netzwerken und dem selbstverständlichen Zugang zu Entscheidungsräumen.

Ein besonderer Fokus liegt für uns auf der Unternehmensnachfolge. Sie bietet Frauen eine oft noch unterschätzte Möglichkeit, ins Unternehmertum einzusteigen, ohne ein Unternehmen vollständig neu aufbauen oder sich in einem starren hierarchischen System behaupten zu müssen. Die Übernahme eines bestehenden Betriebs eröffnet die Chance, auf vorhandenen Strukturen aufzubauen und das Unternehmen nach den eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln. Deshalb möchten wir Frauen ermutigen, Nachfolge als realistische und attraktive unternehmerische Perspektive für sich in Betracht zu ziehen.

Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen …

… endlich mehr als Absichtserklärungen, zeitlich begrenzte Modellprojekte und symbolische Sichtbarkeit. Frauen werden regelmäßig dazu aufgefordert, zu gründen und wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig konzentriert sich die politische Förderung weiterhin stark auf Neugründungen und klassische Führungskarrieren. Die Unternehmensnachfolge als konkreter Weg ins Unternehmertum wird dagegen noch immer viel zu wenig berücksichtigt.

Damit bleibt eine große Chance ungenutzt: In den kommenden Jahren suchen zahlreiche mittelständische Unternehmen eine Nachfolge, während gleichzeitig mehr Frauen für das Unternehmertum gewonnen werden sollen. Diese beiden Herausforderungen müssen politisch endlich zusammengedacht werden.

Dafür braucht es keine weitere Kampagne, sondern konkrete Instrumente: leichter zugängliche Finanzierungen und Bürgschaften, eine frühzeitige und praxisnahe Beratung, bessere Vermittlungsstrukturen sowie Unterstützung bei schrittweisen, partnerschaftlichen oder familienexternen Übernahmen. Frauen müssen nicht nur ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen – ihnen müssen auch realistische Zugänge zu bestehenden Unternehmen eröffnet werden.

Solange die Politik Frauen zum Unternehmertum auffordert, aber einen der naheliegendsten Wege dorthin kaum sichtbar macht und unzureichend fördert, bleibt Female Empowerment wirtschaftspolitisch unvollständig.

Ein guter Tag beginnt für mich mit …

… einem klaren Kopf, einem guten Kaffee und vielen Ideen, die ich gemeinsam mit meiner Geschäftspartnerin strukturiere und einordne – und mit dem Ziel, im Laufe des Tages mindestens eine Unternehmerin zum Lächeln zu bringen.

Wer war Ihre wichtigste Begleitung auf dem Weg in die Selbstständigkeit beziehungsweise zur Führungskraft?

Meine wichtigste Begleitung auf dem Weg in die Selbstständigkeit war meine Mitgründerin. Ein Unternehmen gemeinsam aufzubauen bedeutet, Entscheidungen, Verantwortung und auch Unsicherheiten miteinander zu teilen. Besonders wertvoll ist für mich, dass wir unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven einbringen, uns gegenseitig herausfordern und gleichzeitig den Rücken stärken.

Was macht Sie zu einer guten Chefin?

Ich glaube, dass mich vor allem meine Fähigkeit auszeichnet, Menschen und ihre unterschiedlichen Stärken sehr genau wahrzunehmen. Mir ist wichtig, Verantwortung nicht nur zu übertragen, sondern auch den notwendigen Handlungsspielraum und das Vertrauen dafür zu geben.

Gleichzeitig spreche ich Dinge offen an und habe einen hohen Anspruch an Verbindlichkeit und Qualität. Gute Führung bedeutet für mich nicht, auf jede Frage selbst eine Antwort zu geben, sondern Orientierung zu schaffen, Entscheidungen zu ermöglichen und Menschen darin zu unterstützen, ihre eigene Wirksamkeit zu entfalten.

Am meisten begeistert mich an meinem Beruf …

… dass wir gemeinsam mit Menschen echte Veränderungen in ihren Unternehmen bewirken können. Mich begeistert der Moment, in dem aus einer zunächst unübersichtlichen Situation ein klares Bild entsteht und neue Handlungsmöglichkeiten sichtbar werden.

Besonders erfüllend ist es, wenn Unternehmen nicht nur kurzfristig ein Problem lösen, sondern langfristig beweglicher, unabhängiger von einzelnen Personen und damit zukunftsfähiger werden. Zu erleben, wie Menschen wieder Gestaltungsspielraum gewinnen und Verantwortung wirksam verteilen, ist für mich der größte Antrieb.

Warum ist ein starkes Netzwerk für Unternehmerinnen und Führungskräfte besonders wichtig?

Ein starkes Netzwerk eröffnet Perspektiven, die man allein häufig nicht sehen würde. Es ermöglicht ehrlichen Austausch, schafft Zugänge zu Wissen und Kontakten und hilft dabei, Herausforderungen schneller einzuordnen und Lösungen zu finden.

Gerade für Unternehmerinnen ist ein Netzwerk besonders wichtig, weil viele wirtschaftliche Möglichkeiten noch immer über persönliche Verbindungen, Empfehlungen und Sichtbarkeit entstehen. Ein gutes Netzwerk gibt nich