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title: "HNE Eberswalde intensives Fledermausmonitoring auf dem Dachboden von Haus 5 des Stadtcampus Eberswalde; keine Todesfälle bislang, weitere Untersuchungen nötig"
sdDatePublished: "2026-08-13T10:05:00Z"
source: "https://www.hnee.de/news/2026/intensives-fledermausmonitoring"
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HNE Eberswalde intensives Fledermausmonitoring auf dem Dachboden von Haus 5 des Stadtcampus Eberswalde; keine Todesfälle bislang, weitere Untersuchungen nötig

HNE Eberswalde: Intensives Fledermausmonitoring

Dozent für Wildbiologie und Wildtiermanagement

Intensives Fledermausmonitoring auf dem Stadtcampus

Auf dem Dachboden von Haus 5 der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde befindet sich ein seit Langem bekanntes Fledermausquartier. Nachdem Studierende im Rahmen einer Projektarbeit festgestellt hatten, dass dort insbesondere in den Wintermonaten auffällig viele Fledermäuse verenden, hat die HNEE ein intensives Monitoring eingerichtet. Funkgestützte Wildkameras sollen dazu beitragen, Todesfälle möglichst frühzeitig zu erkennen und die Ursachen wissenschaftlich zu untersuchen.

Der Dachboden von Haus 5 auf dem Stadtcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) wird von verschiedenen Fledermausarten als Quartier genutzt. Von besonderer Bedeutung ist er als Winterquartier, zeitweise halten sich dort jedoch auch im Sommer Tiere auf. Zu den regelmäßig nachgewiesenen Arten gehört unter anderem die Mückenfledermaus ( Pipistrellus pygmaeus ).

Ausgangspunkt für das aktuelle Monitoring war eine studentische Projektarbeit. Vier Studentinnen aus dem Masterstudiengang Nachhaltige Regionalentwicklung (NaRegio), die dort die Vertiefung Naturschutz gewählt hatten, untersuchten das Quartier von September 2025 bis Februar 2026. Dabei stellten sie fest, dass auf dem Dachboden im vergangenen Winter auffällig viele Fledermäuse verendet waren. Die genaue Todesursache ist bislang nicht bekannt.

Das Projekt entstand auf Initiative der Studentinnen im Modul „Projektarbeit und ganzheitliche Prozessgestaltung“ im dritten Fachsemester. Es knüpfte an eine frühere studentische Untersuchung aus dem Wintersemester 2022

23 an. Damals hatte eine sechsköpfige Gruppe aus dem Studiengang Landschaftsnutzung und Naturschutz erste bauliche Maßnahmen empfohlen, die zum Teil anschließend umgesetzt wurden. Das aktuelle Projekt sollte diese Maßnahmen evaluieren, mögliche Ursachen für die Todesfälle identifizieren und weitere Handlungsmöglichkeiten formulieren.

Um die Situation vor Ort gemeinsam zu bewerten und das weitere Vorgehen abzustimmen, fand vor einigen Wochen eine Fachbegehung des Dachbodens statt. Daran nahmen HNEE-Kanzler Markus Koenecke, die Studierende C. Keller, der wissenschaftliche Betreuer der Projektarbeit Dr. Jens Möller, der Eberswalder Fledermausgutachter und HNEE-Alumnus Hinrich Matthes, Uwe Körner von der Holzwerkstatt der HNEE, Mike Schwarz aus dem Liegenschafts- und Umweltmanagement der HNEE, Jens Teubner als Leiter der Naturschutzstation Zippelsförde, eine Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Wildtierexperte Dr. Frank-Uwe Michler teil.

Gemeinsam begutachteten sie das Quartier und verständigten sich über die nächsten Schritte. Auch mögliche bauliche Anpassungen auf dem Dachboden wurden in die Überlegungen einbezogen. Bevor konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, soll jedoch zunächst geklärt werden, woran die Tiere sterben.

Dazu müssen frisch verendete Fledermäuse möglichst schnell entdeckt, fachgerecht geborgen und einer pathologischen Untersuchung zugeführt werden. Nur ausreichend frische Tierkörper ermöglichen aussagekräftige Untersuchungen auf Erkrankungen, Vergiftungen oder andere organische Veränderungen.

„Bevor wir wirkungsvolle Schutzmaßnahmen ergreifen können, müssen wir möglichst genau verstehen, warum die Tiere sterben. Die pathologische Untersuchung frisch verendeter Fledermäuse ist deshalb ein entscheidender Schritt. Erst auf dieser Grundlage können wir ein fachlich fundiertes Managementkonzept für das Quartier entwickeln“, erläutert Dr. Frank-Uwe Michler.

Unmittelbar nach der Fachbegehung wurde ein Fotofallenmonitoring auf dem Dachboden eingerichtet. Derzeit überwachen vier funkgestützte Wildkameras ausgewählte Bereiche des Quartiers. Sie übermitteln neue Aufnahmen zeitnah. Veränderungen und mögliche Todesfälle können dadurch frühzeitig erkannt werden. Zugleich liefern die Bilder Informationen darüber, wann und in welchen Bereichen des Dachbodens sich Fledermäuse aufhalten.

In den ersten drei Wochen des Monitorings wurden regelmäßig Fledermäuse auf dem Dachboden nachgewiesen. Todesfälle konnten während des bisherigen sommerlichen Beobachtungszeitraums erfreulicherweise nicht festgestellt werden. Die Kameras werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf neu ausgerichtet, damit möglichst alle relevanten Bereiche des Quartiers erfasst werden. Bei einer aktuellen Kontrolle werteten C. Keller und Dr. Frank-Uwe Michler die bisherigen Aufnahmen aus und passten die Position einzelner Kameras an.

„Durch die Funkkameras können wir das Geschehen auf dem Dachboden beobachten, ohne die Tiere durch häufige Begehungen unnötig zu stören. Gleichzeitig erhalten wir einen sehr unmittelbaren Einblick in die Nutzung des Quartiers“, erklärt C. Keller.

Besondere Bedeutung wird das Monitoring voraussichtlich während der kommenden Herbst- und Wintermonate haben. Sollten erneut Fledermäuse verenden, können die Tiere zeitnah gesichert und zur Untersuchung weitergeleitet werden. Die Ergebnisse sollen anschließend in ein Managementkonzept für das Quartier einfließen. Ziel ist es, mögliche Ursachen für die erhöhte Zahl verendeter Fledermäuse zu beseitigen oder zumindest deutlich zu reduzieren und das Quartier langfristig zu erhalten.

Das Vorhaben verbindet studentisches Engagement, wissenschaftliche Untersuchung und praktischen Fledermausschutz. Zugleich bringt es unterschiedliche Bereiche der Hochschule sowie Fachleute und Einrichtungen aus der Region zusammen. Es zeigt, wie Erkenntnisse aus der Lehre unmittelbar in konkrete Maßnahmen zum Schutz wildlebender Tiere auf dem Campus überführt werden können.

Die Projektarbeit von September 2025 bis Februar 2026 wurde von Dr. Jens Möller wissenschaftlich betreut und von Hinrich Matthes als Praxispartner begleitet. Matthes hat selbst Landschaftsnutzung und Naturschutz an der HNEE studiert und ist heute als Gutachter mit dem Schwerpunkt Fledermausvorkommen tätig. Er begleitete sowohl das aktuelle als auch das vorausgegangene studentische Projekt.

Die Studierenden arbeiteten zudem eng mit dem Liegenschafts- und Umweltmanagement der HNEE zusammen, insbesondere mit Herrn Gottschalk und Frau Falkenthal. Technische Unterstützung erhielten sie außerdem von dem HNEE-Alumnus und Eberswalder Gutachter Anton Pigge, der verschiedene Geräte zur Verfügung stellte. Der NABU Barnim unterstützte die Untersuchungen durch die Leihgabe von Wildtierkameras.

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