Kelvion-Beschäftigte streiken in Wilchwitz, Thüringen; Verlagerung nach Sarstedt geplant.

Streik bei Kelvion - gegen Verlagerung in den Westen :: IG Metall Leipzig

Streik bei Kelvion in Wilchwitz (Thüringen)

Streik bei Kelvion - gegen Verlagerung in den Westen

13.08.2026 | Sie haben Aufträge bis nächstes Jahr, sind profitabel – und dennoch will Kelvion die Produktion von Wärmetauschern in Wilchwitz (Thüringen) wegverlagern. Dahinter steckt der US-Finanzinvestor Apollo. Nach vier Verhandlungen und fünf Warnstreiks sind die 300 Beschäftigten seit 4. August im Streik.

Bis Ende des Jahres soll Schluss sein mit der Produktion von Wärmetauschern bei Kelvion in Nobitz-Wilchwitz (Thüringen). Die Geschäftsleitung will nach Sarstedt (Niedersachsen) verlagern, obwohl das Werk in Wilchwitz profitabel ist und Aufträge bis weit ins nächste Jahr hinein hat.

Seit dem 4. August sind die 300 Beschäftigten im Streik. Nach vier Verhandlungsrunden ohne Ergebnis und fünf Warnstreiks haben 100 Prozent der IG Metall-Mitglieder im Betrieb (90 Prozent der Belegschaft) in der Urabstimmung für den Streik für einen Sozialtarifvertrag gestimmt.

Die Geschäftsleitung versucht es mit Tricksereien - etwa mit dem Einsatz von Leiharbeitern als Streikbrecher im Lager. Beschäftigte und IG Metall haben eine einstweilige Verfügung eingereicht.

Wirtschaftlich macht die Verlagerung aus Sicht von Beschäftigten und IG Metall gar keinen Sinn. Die Zahlen in Wilchwitz sind gut, die Nachfrage ist da, sie fertigen Zukunftsprodukte. Und die Plattenwärmetauscher für Wärmepumpen, Klimaanlagen, Windräder und Rechenzentren aus Wilchwitz sind für ihre Qualität bekannt. Doch seit letztem Jahr gehört Kelvion dem Hunderte Milliarden Dollar schweren US-Finanzinvestor Apollo.

„So ein desolates Management habe ich noch nie erlebt: Die meinen, sie könnten die Maschinen einfach nach Sarstedt rüberkarren und dann mit der halben Belegschaft doppelt so viel Gewinn machen“, kritisiert Streikleiter Tom Knedlhanz von der IG Metall Gera.

Bundesweit wächst die Solidarität mit den Streikenden. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) kam zu Besuch, um sie zu unterstützen, ebenso wie die thüringische Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD).

Auch die Beschäftigten im Stammwerk im niedersächsischen Sarstedt, wohin die Produktion verlagert werden soll, reagierten mit Unverständnis auf die Verlagerungspläne. Gemeinsame Aktionen der beiden Belegschaften in Wilchwitz und Sarstedt sind in Planung.

Ihre Botschaft an das Management: „Ein Werk dichtzumachen ist schon teuer – sich vor der Verantwortung drücken zu wollen, macht es noch teurer.“

Weitere Infos und Hintergründe gibt es bei der IG Metall Gera-Jena-Saalfeld .

Jetzt den Streik solidarisch unterstützen

Die Streikenden erhalten Streikgeld von der IG Metall. Dennoch wird damit nicht all ihre Kosten abgedeckt.

Ihr könnt die Streikenden bei Kelvion in Wilchwitz mit Spenden unterstützen und Eure Solidarität zeigen:

IBAN: DE79 5005 0000 0025 4570 03,