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title: "ÄELF erfasst EPK-Befallsflächen in Nordwestbayern; 2.100 ha gemeldet bis April 2025."
sdDatePublished: "2026-08-13T13:18:00Z"
source: "https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/waldschutz/bilder/a159_s12-13_hindte.pdf"
topics:
  - name: "forestry and timber"
    identifier: "medtop:20000214"
  - name: "nature"
    identifier: "medtop:20000441"
  - name: "animal disease"
    identifier: "medtop:20000494"
  - name: "environmental pollution"
    identifier: "medtop:20000424"
locations:
  - "Bavaria"
  - "Germany"
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ÄELF erfasst EPK-Befallsflächen in Nordwestbayern; 2.100 ha gemeldet bis April 2025.

Themen
12    LWF aktuell  4 |2026
1   Auszug aus der EPK-Schadflächenmeldung
der ÄELF mit Differenzierung nach Befallsgrad der
Eichenanteile, hinterlegt mit Standortdaten zur
Wasserverfügbarkeit (nutzbare Feldkapazität). 
Quellen: BayWIS, Thünen-Institut, Bayerische Forstverwaltung,
Bayerische Vermessungsverwaltung 2026
Bereits länger bekannt ist, dass der EPK
geschwächte Eichen benötigt, um sich er-
folgreich zu vermehren. Unter geeigneten
Bedingungen können dabei große Popu-
lationsdichten entstehen, die in der Folge
auch das Absterben vitalerer Bäume be-
günstigen und Sanitärhiebe erforderlich
machen können. Außerdem können holz-
brütende Arten wie der Eichenkernkäfer
geschwächte Bäume nach einem EPK-Be-
fall weiter schädigen und neben der Ge-
fährdung des Bestandes auch das Holz
entwerten.
Nach trockenwarmen Sommern wie zu-
letzt 2023 traten allein im Schadens-
schwerpunkt Nordwestbayern Eichen mit
Stresssymptomen auf mehreren Tausend
Hektar auf. Eine Suche auf der Gesamt-
fläche wäre angesichts der sonstigen viel-
fältigen Herausforderungen bei der Wald-
bewirtschaftung nicht leistbar, zumal den
Eichen auch ein breites Spektrum weite-
rer Schadorganismen zu schaffen macht
und zugleich nicht jeder Befall mit dem
EPK sanitäre Handlungen erfordert. Es
galt daher, ein Verbreitungsmuster des
EPK zu finden und anhand dieser Flä-
chenkategorien für eine effiziente Suche
zu identifizieren.
Erfassung und Analyse von EPK-Befalls-
flächen in Nordwestbayern
Für diese Analyse des Verbreitungsmus-
ters melden die Ämter für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) im
Nordwesten Bayerns seit 2024 ihnen be-
kannte vom EPK befallene Flächen in
digitaler Form und möglichst auf (Teil-)
Bestandesebene an die Abteilung Wald-
schutz der LWF. Im Unterschied zu den
im Waldschutzmeldewesen erhobenen
Schadholzmengen werden hier die betrof-
fenen Flächen, deren Eichenanteil, der
für diese Eichen geschätzte EPK-Befalls-
grad sowie die Bestandeshistorie (Kern-
wuchs/Stockausschlag) erfasst. Nach-
rangig wurden auch Parameter wie die
Textur, der Anteil an Eichensplintkäfern
sowie Holzbrütern, das Bestandesalter,
die Entwicklungsstufe, der Flächenanteil
des Unter- und Zwischenstandes und die
Anzahl der Sanitärhiebe aufgenommen.
Bis April 2025 wurden auf diese Weise
gut 2.100 ha gemeldet; darin sind auf-
grund der Ersterfassung auch relevante
Flächen mit Befall aus den Vorjahren ent-
halten. Die Daten wurden anschließend
mit weiteren Standortdaten verschnitten
und statistisch ausgewertet.
Einen hohen Befallsgrad mit EPK zeigten
bei der Analyse überproportional häufig:

 Standorte mit geringer nutzbarer Feld-
kapazität (< 123 mm nFK; insbeson­
dere durch Ton beeinflusste)

 Stockausschlagsbestände

 Eichenreinbestände
Suche zunächst auf bestimmte Standorte
konzentrieren
Hinsichtlich der Bemühungen, mit den
vorhandenen Ressourcen befallene Flä-
chen rechtzeitig zu erkennen, empfehlen
wir daher, auf diesen Flächen mit der Su-
che nach den typischen Symptomen zu
beginnen. Auf Standorten mit schlech-
ter Wasserverfügbarkeit, auf denen über-
wiegend Eichen aus alten Stöcken ohne
nennenswerten schattengebenden Un-
ter- und Zwischenstand wachsen, ist die
Suchpriorität entsprechend erhöht. Die
o.g. nachrangig erhobenen Parameter wa-
ren in den bisherigen Analysen für das
Befallsrisiko nicht entscheidend.
1–123
124–299
1–20 %
Anteil mit Eichenprachtkäfer befallener Eichen:
Nutzbare Feldkapazität [mm]:
21–40 %
Effiziente Suche nach Eichenpracht­
käfern: Wo sollte sie beginnen?
Eric von Hindte
In der letzten Ausgabe der LWF aktuell
hat die Abteilung »Waldschutz« an der
Bayerischen Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF) bereits über den
Wissenstand zum Zweipunktigen Eichen-
prachtkäfer (EPK) berichtet (LWF aktuell
3|2026). Auf die Frage, wie sich die befal-
lenen Eichenflächen derzeit verteilen und
welche Priorisierung sich daraus für die
Waldbewirtschaftung ableiten lässt, wird
hier eingegangen.

Themen
4 |2026  LWF aktuell 
 13
2   Kronenbild eines sich
auflösenden Eichenreinbe-
standes (ehemaliger Mittel-
wald) in Mittelfranken. Hier
treffen Blattfraß, trocken-
warme Sommer und eine
schlechte Wasserverfüg­
barkeit zusammen. 
Foto: Eric von Hindte, LWF
Im Zeitraum April 2025 bis April 2026
wurden weitere 670 ha Schadflächen ge-
meldet, die vergleichbare Aussagen zulas-
sen. So stockten die für 2025 gemeldeten
Schadbestände zu 47 % (2024: 52 %) auf
Standorten mit geringer nutzbarer Feld-
kapazität, während die gesamte Eichen-
fläche einen geringeren Anteil solcher
Standorte aufweist (39 %).
Um die Dynamik des Schadgeschehens
weiterhin differenziert und standortsbe-
zogen einschätzen zu können, bleibt es
den ÄELF möglich, neu hinzugekomme-
ne Flächen zu melden. Diese werden jähr-
lich zum 1. April archiviert. Die gemelde-
te Flächenkulisse dient künftig auch als
Anhaltspunkt, um bei Massenvermeh-
rungen blattfressender Raupen der Ei-
chenfraßgesellschaft Bereiche mit einem
erhöhten Risiko für Bestandesverluste
zu identifizieren (vgl. Beitrag »Wer wird
2027 in den Eichenkronen fressen?« in
dieser Ausgabe).
Rückgang der EPK-Meldungen, aber
noch keine Entwarnung
Trotz der deutlich geringeren Meldeflä-
che im vergangenen Jahr kann man der-
zeit noch nicht auf eine dauerhafte Ent-
spannung des Schadgeschehens schließen.
Zwar lag die im Waldschutzmeldewesen
erfasste Menge an EPK-Schadholz nach
dem Höchststand im Jahr 2024 von bay-
ernweit über 58.000 Festmeter im Jahr
2025 um ein gutes Drittel (36 %) niedri-
ger. Auch bei systematischen Zustands-
erhebungen in drei Naturwaldreservaten
in Unterfranken wurde im März 2026
im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls eine
Stagnation des Zustandes festgestellt. Al-
lerdings ist derzeit nicht abschätzbar, ob
der beobachtete Rückgang auf einen zu-
rückgehenden Befallsdruck und eine Vi-
talisierung der Eichen zurückzuführen ist,
oder auch auf den zweijährigen Entwick-
lungszyklus. Denn nur in besonders war-
men Jahren ist vermutlich eine einjährige
Entwicklung möglich. Zudem kann ein
trockenwarm verlaufender Sommer mit
vielen Hitzetagen schnell wieder zu Tro-
ckenstress führen. In solchen Situationen
und/oder Kahlfraß wird es unmöglich,
das EPK-Befallsgeschehen allein durch
die Sichtungen des Forstpersonals an den
ÄELF zu überblicken. Hier sind die ÄELF
auch auf die Hinweise der Waldbewirt-
schafter angewiesen. Neben Stockaus-
schlagsbeständen aus (ehemaligen) Mittel-
wäldern und Eichenreinbeständen sollten
ab dem Ausflug des EPK im Mai vorrangig
Standorte mit schwerem Ton oder mächti-
gen Sandauflagen abgesucht werden.
Informationen zu den spezifischen Be-
fallsmerkmalen wie Ausbohrlöchern, Kro-
nenbild, Spechtabschlägen oder vorzeiti-
ger Laubwelke finden sich im eingangs ge-
nannten Artikel (Terzenbach et al. 2026)
sowie auf der Internetseite der LWF. Für
das richtige Handeln bei einem vermute-
ten Befall stehen die Försterinnen und
Förster der ÄELF als Ansprechpartner be-
ratend zur Seite. Eine Entscheidung zu ei-
ner ggf. erforderlichen Sanitärmaßnahme
wäre in jedem Einzelfall vor Ort anhand
der Befallsdichte, der Befallsverteilung,
der Ausprägung der o. g. Befallsmerkmale
und des Risikos für angrenzende Eichen-
bestände abzuwägen. Auch die Vereinbar-
keit mit naturschutzrechtlichen Vorgaben
sowie gegenläufige Effekte, beispielsweise
durch eine starke Auflichtung des Bestan-
des, sind zu berücksichtigen. Ebenfalls
notwendig ist die rechtzeitige Verbringung
des Materials aus dem Wald.
Vorbeugen statt Heilen
Mit Blick auf die ungünstige klimatische
Entwicklung kann der Waldbesitzer lang-
fristig vorbeugen, indem er die Wider-
standsfähigkeit der Eichenbestände er-
höht. Erreicht werden kann dies durch:

 standortgerechten Waldbau mit klima-
toleranten Mischbaumarten, funktions-
tüchtigen Unter- und Zwischenstand
und regelmäßige Pflege

 Umbau von Eichenreinbeständen in
Mischbestände mit Schattlaubholz­
anteil

 ggf. vorzeitiges Einleiten der Natur-
verjüngung, sofern ein Eichenbestand
droht sich aufzulösen

 Schutz der Bestände vor flächiger Ent-
laubung durch blattfressende Raupen
der Eichenfraßgesellschaft bei prognos-
tiziertem wiederholtem Kahlfraß
Zusammenfassung
In Nordwestbayern leiden Eichenbestän-
de nach trockenwarmen Sommern un-
ter Stress. Über die Ämter für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten dokumentiert
die LWF seit 2024 Flächen mit Befall durch
rinden- und holzbrütende Käfer. In dem
Artikel wird dargestellt, welche Flächen-
kategorien bei der Eichenprachtkäfer-
Befallssuche prioritär begangen werden
sollten: Böden, deren Wasser nur schwer
verfügbar ist, Stockausschlagsbestände,
sowie reine Eichenwälder bergen ein er-
höhtes Risiko für EPK-Befall. Dies bestä-
tigen Meldungen aus dem Jahr 2025. Ob-
wohl die EPK-Schadholzmengen zuletzt
sanken, sollten Waldbesitzende gezielt
kontrollieren. Klimatolerante Mischbaum-
arten und ein standortgerechter Waldbau
stärken die Widerstandskraft der Eichen-
wälder nachhaltig.
Autor
Eric von Hindte ist Mitarbeiter der Abteilung »Waldschutz«
an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Kontakt: Eric.vonHindte@lwf.bayern.de
Literatur
Das Literaturverzeichnis finden Sie unter www.bayern.de
in der Rubrik »Publikationen«.