NCCS-Impacts-Studie bewertet globale Klimarisiken für die Schweiz; Bis 2060 Produktionsverluste in der Schweiz durch Lieferketten

NCCS-Impacts: Der globale Klimawandel und die Schweizer Wirtschaft

NCCS-Impacts: Der globale Klimawandel und die Schweizer Wirtschaft Extreme Wetterereignisse nehmen mit dem Klimawandel zu. Eine neue Studie analysiert die Risiken durch tropische Wirbelstürme, europäische Winterstürme und Überschwemmungen im Ausland für die Lieferketten bestimmter Sektoren der Schweizer Wirtschaft. NCCS-News, Klimawandel | 13.08.2026 | BAFU Weltweit häufen sich extreme Wetterereignisse wie Hitze, Trockenheit, Stürme und Überschwemmungen. Beschädigen sie Produktionsanlagen oder Anbauflächen im Ausland, ist oft auch die Schweiz indirekt betroffen: Lieferungen von Gütern oder Dienstleistungen können ausbleiben, sich verzögern oder in Preis und Qualität schwanken. Das Forschungsprojekt «Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Schweiz» im Rahmen des Forschungsprogramms NCCS Impacts zeigt auf, wie die Schweizer Wirtschaft von Klimarisiken im Ausland durch Produktionsausfälle aufgrund beeinträchtigter Lieferketten betroffen ist. Drei wichtige Erkenntnisse: - Indirekte Klimarisiken nehmen zu: Bis 2060 dürften klimabedingte Produktionsverluste in der Schweiz durch gestörte Lieferketten ansteigen. Hauptursache sind Flussüberschwemmungen im Ausland, deren Häufigkeit und Intensität zunehmen. - Alle Sektoren und Branchen sind betroffen: Aufgrund ihrer internationalen Verflechtungen sind die Pharma-Industrie, die Maschinen- und Elektroindustrie, der Grosshandel sowie die Lebensmittelbranche aufgrund ihrer internationalen Verflechtungen anfällig auf Klimarisiken im Ausland. - Relevante Risiken für die Schweiz haben ihren Ursprung besonders in Europa und Asien: Aufgrund der engen Handelsverflechtungen wirken sich klimabedingte Störungen in Nachbarländern der Schweiz sowie im asiatischen Raum besonders auf die Schweiz aus. Erarbeitet wurde das Projekt durch ein Konsortium aus CelsiusPro, Correntics, EBP Schweiz AG, Stiftung Risiko-Dialog und der ETH Zürich. Auftraggeberin ist das NCCS; die Projektleitung lag beim Bundesamt für Umwelt BAFU. Methodischer Ansatz der Studie Die Studie untersucht, wie Auswirkungen des Klimawandels im Ausland ein Risiko für die Schweizer Wirtschaft darstellen können. Dafür kombiniert sie modernste Modellierungsverfahren: Die Forschenden nutzten die CLIMADA-Modellierungskette, um direkte Schäden durch Klimarisiken (Flusshochwasser, tropische Wirbelstürme, europäische Winterstürme, Dürren und Meeresspiegelanstieg) in anderen Ländern zu berechnen. Anschliessend analysierten sie mit Input-Output-Analysen, wie diese Schäden über internationale Lieferketten und Absatzmärkte auf die Schweiz wirken. Betrachtet werden heutige Auswirkungen sowie Zukunftsszenarien bis 2060 unter zwei verschiedenen Klimaszenarien (RCP 2.6 und RCP 8.5). Wichtigste Einschränkungen: - Die Analyse erfasst nur ausgewählte Klimarisiken und deren isolierte Effekte – chronische Folgen und gleichzeitig auftretende Ereignisse, die sich gegenseitig verstärken können, werden nicht berücksichtigt. Dadurch werden Auswirkungen von der Studie tendenziell unterschätzt. - Erfasst werden ausschliesslich Produktionsverluste entlang der Wertschöpfungskette – weitere wirtschaftliche Effekte und sozioökonomische Dynamiken bleiben unberücksichtigt. Auch das führt dazu, dass Auswirkungen von der Studie tendenziell unterschätzt werden. Aufgrund dieser methodischen Einschränkungen sind die modellierten Ergebnisse als indikative, szenariobasierte Schätzungen zu verstehen – nicht als präzise Vorhersagen quantifizierter Verluste. Das Programm NCCS-Impacts: Im Programm «NCCS-Impacts» wurden in mehreren sektorübergreifenden Projekten praxisnahe Klimadienstleistungen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet. Diese sollen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft und Forschung als Entscheidungsgrundlage für Massnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Ausstoss und zur Anpassung an den Klimawandel dienen. Das Programm «NCCS-Impacts» wird von allen Mitgliedern des NCCS gemeinsam getragen. Mit einer Gesamtschau stehen ab Herbst 2026 sämtliche Ergebnisse gebündelt zur Verfügung. Last modification 13.08.2026