Isabell Werth und Deutschland gewinnen Mannschafts-Gold bei der Reit-WM 2026; Olympia-Ticket LA28 gesichert

Isabell Werth und Deutschland gewinnen Mannschafts-Gold bei der Reit-WM 2026: Quotenplätze für LA28 der Lohn

Isabell Werth und Deutschland gewinnen Mannschafts-Gold bei der Reit-WM 2026: Quotenplätze für LA28 der Lohn

Die Reitsport-Legende sorgt mit Wendy für ein hochspannendes Finale, am Ende feiert sie aber gemeinsam mit Paris-Olympiasieger Frederic Wandres und den WM-Debütanten Raphael Netz und Katharina Hemmer das 13. deutsche Mannschafts-Gold der WM-Geschichte und den Erhalt der Mannschaftsquote für die Olympischen Spiele 2028.

Die Basis für eine Teilnahme an den Olympischen Spiele LA28 hat die deutsche Dressur-Equipe am Dienstag und Mittwoch, den 11. und 12. August, eindrucksvoll gelegt.

Isabell Werth (Wendy de Fontaine), Frederic Wandres (Bluetooth Old), Raphael Netz (Great Escape Camelot) und Katharina Hemmer (Denoix PCH) gewannen bei den FEI Weltmeisterschaften 2026 die Goldmedaille im Grand Prix Team Finale.

Mit insgesamt 235,063 Prozentpunkten (ein Ergebnis pro Team wird gestrichen) siegte Deutschland letzendlich souverän

Der eindrucksvolle Triumph bei der Heim-WM bedeutet: Die deutsche Dressur-Mannschaft sichert gleich bei der ersten Gelegenheit das Olympia-Ticket für LA28, dem deutschen NOK wird eine Mannschaftsquote (drei Plätze) für die kommenden Spiele zugesprochen.*

Das gilt für die besten sechs Teams der WM-Wertung, neben Deutschland handelt es sich um die weiteren Medaillengewinner Großbritannien (Silber

231,445 Prozent) und Dänemark (Bronze

229,426), Belgien und die Niederlande. Außerdem das sechstplazierte Schweden.

So läuft die Qualifikation für Dressurreiten bei LA28

Alle Medaillen der deutschen Reit-Ikone Isabell Werth

*Da die Nationalen Olympischen Komitees die ausschließliche Zuständigkeit für die Vertretung ihrer jeweiligen Länder bei den Olympischen Spielen haben, hängt die Teilnahme der Athletinnen und Athleten an den Olympischen Spielen LA28 davon ab, dass ihr NOK sie als Vertreterin oder Vertreter ihrer Delegation für LA28 auswählt.

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Wenngleich eine Teilnahme an den kommenden Olympischen Spielen nicht sicher ist - die gewonnenen Quotenplätze werden dem Nationalen Olympischen Komitee zugeteilt, das sich dann in Absprache mit dem Verband auf die Besetzung einigt - scheint Werth ihren achten Spielen einen Schritt näher gekommen zu sein.

Der Ritt der deutschen Reitsport-Ikone kam einmal mehr einem Bewerbungsschreiben für eine etwaige Nominierung gleich. Als Schlussreiterin des Quartetts oblag der 57-Jährigen die Aufgabe, den Heim-Titel ins Ziel zu bringen.

Am Vortag hatten die WM-Debütant Raphael Netz und der bei Paris 2024 mit Werth und der diesmal fehlenden Jessica von Bredow-Werndl erfolgreiche Frederic Wandres vorgelegt.

Der erstmals bei einer internationalen Meisterschaft eingesetzte Youngster legte mit einer tollen Auftaktleistung vor. 73,338 Prozentpunkte die Bestleistung der Eröffnungsrunde im Team-Wettbewerb (19 Nationen hatten gemeldet), setzten den Ton für eine mannschaftlich geschlossene Top-Leistung.

Wandres legte sogar noch einen darauf. Mit dem Olympia erfahrenen Bluetooth sprangen 75,963 Punkte heraus - schon nach dem ersten Tag standen die Aussichten auf das 13. WM-Gold im Dressur-Team also prächtig.

Werth , die an neun dieser Titel direkt beteiligt war, u.a bei den letzten Weltreiterspielen in Aachen vor genau 20 Jahren, musste sich bis zum frühen Abend gedulden. Zunächst war Katharina Hemmer an der Reihe. Die 32-jährige stand besonders im Blickpunkt.

Das Niveau stieg nämlich nun stetig an, mit der Dänin Cathrine Laudrup-Dofour , dem Belgier Justin Verboomen und Charlotte Fry (Großbritannien) scharten die Top 3 der Weltrangliste mit den sprichwörtlichen Hufen.

Es galt: Je besser die 32-jährige bei ihrer WM-Premiere abschnitt, desto weniger würde der deutsche Vorsprung auf die Teams der Top-Stars schmelzen.

Am Ende überstieg die Performance der Deutschen aber alle Erwartungen, eine persönliche Bestleistung zum bestmöglichen Zeitpunkt der Karriere. Mit 79,224 Prozentpunkten sorgte sie im Sattel von Denoix dafür, dass sie nun auch im Einzelentscheid ab Freitag auf Platz fünf liegend mit Medaillenchancen unterwegs sein wird.

Ihrer erfahrenen Teamkollegin bescherte sie obendrein eine sehr positive Ausgangslage. Etwa 77 Prozentpunkte hätten bereits ausgereicht, um Deutschland den Heim-Erfolg zu sichern. Trotz einiger Schwächen bei den Einerwechseln, behielt die 57-Jährige einmal mehr die Nerven und brachte den anvisierten Titel schlussendlich auch sicher ins Ziel.

“Wendy war gut drauf, aber auch orientiert an der Umgebung. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir es mit kontrolliertem Risiko nach Hause gebracht haben”, erklärte Werth hinterher im ARD-Interview.

Ein großes Lob galt ihrem Team. “Es war eine super Mannschafts-Leistung, es ging mit Raphael und Frederic an - und heute morgen hatte auch Katha (Hemmer, Anm. der Red) eine super Runde.”

Dem Lob schloss sich Bundestrainerin Monica Theodorescu an. “Man sollte darüber nachdenken ihren Namen in ‘Hammer’ zu ändern. Es war eine super Leistung. Aber ich habe mich heute über jeden Ritt gefreut, Raphael Netz, unser Jüngster, hat einen sauberen Ritt abgeliefert, Frederic und Bluetooth haben wie immer konstant performt.”

Eine starke Teamleistung, die neben dem Eintrag die WM-Geschichtsbücher, drei Startplätze für die Olympischen Spiele LA28 bedeutet. Für Werth also womöglich (sollte sie den berufen werden), die nächste Gelegenheit die Olympische Atmosphäre zu genießen.

“Jetzt denken wir erstmals an den morgigen Tag, danach an das Wochenende”, erklärt Werth im Hinblick auf die kommenden Einzelentscheidungen auf der Pressekonferenz. “Wir gehen das Schritt für Schritt an, die Pferde machen die Pläne. Aber wie bereits mehrfach gesagt: Ich kann mir vorstellen, bis LA28 aktiv zu sein.”

Bild von ALRV Arnd Bronkhorst

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