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title: "Deutsche Unternehmen erhöhen antizyklisch Innovationsaktivitäten in Deutschland während der Krise; besser durch Rezession, weniger Entlassungen"
sdDatePublished: "2026-08-13T14:56:00Z"
source: "https://ritz-innovationszentrum.com/2026/08/innovation-in-der-krise/"
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Deutsche Unternehmen erhöhen antizyklisch Innovationsaktivitäten in Deutschland während der Krise; besser durch Rezession, weniger Entlassungen

Innovation in der Krise: Warum Sparen teuer wird - RITZ Innovationszentrum

Warum Krisen der schlechteste Zeitpunkt zum Sparen sind

Wenn die Auftragsbücher sich leeren, die Energiekosten steigen und der nächste Unsicherheitsfaktor schon wartet, ist die Reaktion vieler Unternehmen verständlich: Budgets kürzen, Projekte verschieben, abwarten. Innovation? Später, das muss warten.

Das Problem daran: Später kommt oft zu spät. Wie ein Unternehmen mit Innovation in der Krise umgeht, entscheidet darüber, wer nach dem Abschwung vorn liegt.

09 stammt eine bemerkenswerte Zahl. Rund 34 Prozent der deutschen Unternehmen erhöhten ihre Innovationsaktivitäten damals gegen den Trend, also antizyklisch. Diese Unternehmen kamen deutlich besser durch die Rezession und mussten weniger Stellen streichen als ihre Wettbewerber. Das zeigt eine Auswertung des Mannheimer Innovationspanels durch das ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung).

Zu einem ähnlichen Befund kommt Roland Berger. Für eine Studie sprach die Beratung mit Technologie- und Entwicklungsverantwortlichen aus 50 Unternehmen verschiedener Branchen darüber, wie der Umgang mit Forschung und Entwicklung in Krisen den späteren Erfolg prägt. Das Muster ist eindeutig: Wer in der Rezession weiter in Innovation investiert, muss während und nach der Krise weniger Personal entlassen. Und je gezielter das Geld in Forschung und Entwicklung fließt, desto größer fällt das spätere Umsatzplus aus.

Kurz gesagt: Wer in der Krise in Innovation investiert, hat danach die Nase vorn.

Manchmal ist es der äußere Druck, der Neues hervorbringt. Als 2003 die SARS-Pandemie China lahmlegte, Kontakte auf ein Minimum sanken und Geschäfte schließen mussten, zog Alibaba die Konsequenz. Das damals rein auf den Handel zwischen Unternehmen ausgerichtete Portal öffnete mit der neuen Plattform Taobao das Online-Shopping für chinesische Verbraucher. Millionen Menschen, die zu Hause festsaßen, bestellten zum ersten Mal im Netz. Fachleute sehen darin einen Wendepunkt für den E-Commerce in China.

Auch in der westlichen Wirtschaft finden sich solche Geschichten. Airbnb entstand 2008 mitten in der Finanzkrise, Uber ein Jahr später. Beide trafen einen Nerv, den erst die Krise sichtbar machte: Wer knapp bei Kasse war, vermietete das freie Zimmer oder verdiente mit dem eigenen Auto etwas dazu. In Boomzeiten wäre dieser Bedarf im allgemeinen Optimismus untergegangen.

Warum Innovation in der Krise trotzdem oft zuerst gestrichen wird

In der Unsicherheit wächst das Bedürfnis nach Kontrolle, und kontrollierbar wirkt vor allem, was sich sofort in Zahlen fassen lässt. Ein Budget ist sichtbar. Ein Innovationsprojekt, dessen Wirkung erst in zwei Jahren einsetzt, ist es kaum. Was sich kurzfristig messen lässt, überlebt die Streichrunde. Was langfristig wirkt, wird verschoben.

Dabei kann gerade der Druck einer Krise Bewegung auslösen. Ist der Leidensdruck groß genug, wird aus manchem schwerfälligen Tanker in kurzer Zeit ein wendiges Schnellboot. Die Frage ist nur, ob ein Unternehmen wartet, bis der Druck von außen kommt, oder ob es selbst die Weichen stellt.

Beweglich bleiben, bevor es nötig wird

Was braucht es, damit Unternehmen in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben? Diese Frage beschäftigt uns im RITZ regelmäßig. Im November greifen wir sie bei „Wer nicht innoviert, verliert #2″ auf, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis und dem TIM Transformationsnetzwerk. Programm und Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite .

Innovation in der Krise gehört ins Risikomanagement. Wer wartet, bis sich die Lage beruhigt hat, wartet oft zu lange und überlässt denen, die weitergemacht haben, einen Vorsprung, der sich später nur schwer aufholen lässt.

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