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title: "Rinder in Frankreich, Schweiz und Baden-Württemberg betroffen durch Shamonda-Virus (SHAV); Menschliches Risiko bislang nicht belegt, Laboruntersuchungen kostenfrei."
sdDatePublished: "2026-08-13T13:18:00Z"
source: "https://stua-aulendorf.de/de-wAssets/docs/05-Informationen_Merkblaetter/merkblaetter/Wiederkaeuer/818-faq-shamonda-virus-ks-barrierefrei-08-2026.pdf"
topics:
  - name: "health"
    identifier: "medtop:07000000"
locations:
  - "Baden-Württemberg"
  - "Germany"
  - "Japan"
  - "France"
  - "Switzerland"
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Rinder in Frankreich, Schweiz und Baden-Württemberg betroffen durch Shamonda-Virus (SHAV); Menschliches Risiko bislang nicht belegt, Laboruntersuchungen kostenfrei.

Shamonda-Virus (SHAV) – Aktuelle Informationen – FAQs Stand 08/2026

Seit Juli treten in Frankreich, der Schweiz und in Süddeutschland (BW) vermehrt
Erkrankungen bei Rindern auf, die mit typischen Symptomen wie Fieber, Durchfall und bei
Milchkühen mit einem oft deutlichen Rückgang der Milchleistung einhergehen.
Das Friedrich-Loeffler Institut (FLI) konnte anhand von Proben betroffener Tiere aus
Südbaden sehr schnell den ursächlichen Erreger identifizieren. Es handelt sich um ein Ortho-
bunyavirus aus der Simbu-Serogruppe, welches eine hohe Verwandtschaft mit dem
Shamonda-Virus (SHAV) aufweist. Es wird daher als „Shamonda-like“ bezeichnet.
Nachfolgend werden die derzeit häufigsten Fragen und Fakten zusammengetragen.

Shamonda-Virus (SHAV) – FAQs – Kurz das Wichtigste

Was ist über den Erreger bekannt?
Das Shamonda-Virus (SHAV), ein Orthobunyavirus, gehört zu den Viren der Simbu-Serogruppe, zu
der auch das Schmallenberg-Virus (SBV) und das Akabane-Virus (AKAV) gehören.

Wo kommt der Erreger vor?
Das Shamonda-Virus kommt in Afrika und in Japan vor. In diesem Sommer trat es erstmalig in
Mitteleuropa (bisher Frankreich, Schweiz und Süd-Deutschland) auf.

Welche Tierarten sind betroffen?
Bisher treten Krankheitsfälle nur bei Rindern auf. Andere Viren der Simbu-Serogruppe können
grundsätzlich auch weitere Wiederkäuerarten und Wildwiederkäuer infizieren. Aktuell sind jedoch
keine Krankheitsfälle bei anderen Wiederkäuern (z. B. Schafen) gemeldet worden.

Besteht ein Gesundheitsrisiko für den Menschen?
Es wurde keine klinische Erkrankung beim Menschen durch SHAV nachgewiesen. Allgemein gelten
Viren der Simbu-Serogruppe als nicht gefährlich für den Menschen.

Wie wird das Virus übertragen?
Die Übertragung erfolgt, wie bei anderen Vertretern der Simbu-Serogruppe, wahrscheinlich
überwiegend durch Gnitzen (Culicoides), eine bestimmte Art von kleinen Mücken (Größe 1-3 mm).
Die Viren können sich in den Gnitzen vermehren. Dadurch ist die Übertragung sehr effizient.
Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist nicht belegt.
Eine vertikale Übertragung vom Muttertier auf das Ungeborene findet bei Viren der Simbu-
Serogruppe statt. Ob dies auch für das neu nachgewiesene SHAV gilt, lässt sich derzeit nicht sagen.

Welche Krankheitssymptome zeigen infizierte Tiere, gibt es vermehrt Aborte / Todesfälle?
Infektionen führen in der Regel lediglich zu milden klinischen Erscheinungen. Die Tiere erholen sich
meist relativ schnell nach wenigen Tagen bis Wochen wieder. Aktuell wird in betroffenen Betrieben
ein deutlicher Rückgang der Milchleistung und Futteraufnahme, Inaktivität, Fieber und teilweise
wässriger Durchfall beobachtet. Diese Symptomatik tritt fast ausschließlich bei laktierenden
Milchkühen auf, was durch die hohe metabolische Leistung und die mittlerweile umfassende
Sensorüberwachung erklärt werden kann. Zusätzliche Belastungen wie Hitzestress können die
Symptome deutlich verstärken. Von besonderer Bedeutung ist jedoch die mögliche Übertragung des
Virus auf den Fetus während der Trächtigkeit. Infektionen zwischen dem zweiten und vierten
Trächtigkeitsmonat können bei dieser Virengruppe zu Aborten, Totgeburten und zu schweren
angeborenen Missbildungen führen. Bei den Neugeborenen kommt es dabei zu Fehlbildungen im
Bereich des Gehirns, der Wirbelsäule und der Gliedmaßen (Arthrogrypose und Hydranenzephalie-
Syndrom = AHS). Für das neu nachgewiesene „Shamonda-like“-Virus lässt sich derzeit noch

Baden – Württemberg
Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt
Aulendorf - Diagnostikzentrum

nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere zu Schädigungen
der Feten führen können. In Baden-Württemberg ist bisher keine signifikant erhöhte
Sterblichkeit oder Abortrate bei Rindern zu beobachten.

Welche Proben sind für die Laboruntersuchung geeignet?
Die Virämie, also die Zeitspanne, in der infektiöse Viren im Blut des Wirts zirkulieren, ist bei Viren
der Simbu-Serogruppe sehr kurz (nur wenige Tage).
Daher müssen Proben für den Erregernachweis in der akuten Phase, also während des
Auftretens von klinischen Symptomen (Fieber, Durchfall, Milchleistungsrückgang)
entnommen werden. Als Probenmaterial eignen sich Serum- oder EDTA-Blutproben.
Es genügt, pro Betrieb zwei bis drei, max. 5 akut erkrankte Tiere zu beproben.
Der Erregernachweis erfolgt mittels real-time PCR in den Untersuchungseinrichtungen des Landes.
Für den Erregernachweis bei Aborten, Totgeburten und missgebildeten Kälbern werden, nach den
Erfahrungen beim Schmallenberg-Virus, vermutlich Gehirnproben (sowohl vom Groß- als auch
Kleinhirn), Milz- und Blutproben für die Untersuchung geeignet sein.

Was kostet die Laboruntersuchung?
Die Labor-Untersuchung auf Shamonda-Virus ist für den Landwirt bis auf Weiteres kostenlos. Die
Untersuchungsgebühren werden von der TSK BW übernommen.

Wie können Tiere vor einer Infektion mit dem
neuen Shamonda-Virus geschützt werden?
Impfstoffe vermitteln den besten Schutz gegen eine
Infektion, stehen derzeit jedoch nicht zur Verfügung.

Um das Infektionsrisiko während der Gnitzen-aktiven
Zeit zu mindern, sollten empfängliche Tiere, sofern
möglich, vor Gnitzen geschützt werden (siehe
Abb. 1).

Zum Schutz vor möglichen Aborten, Totgeburten
oder der Geburt von Kälbern mit schweren
Missbildungen, könnte der Besamungszeitpunkt der
Muttertiere so gelegt werden, dass die kritische
Phase der Trächtigkeit (in Anlehnung an SBV-
Infektionen beim Rind etwa während der achten bis
vierzehnten Trächtigkeitswoche) außerhalb der
Gnitzen-aktiven Zeit liegt.

Wann sind die Gnitzen besonders aktiv?
Die Gnitzensaison beginnt in Deutschland witterungsabhängig im April / Mai und dauert bis ca. Ende
November. Die höchste Aktivität der Gnitzen wird zwischen Juli und Oktober beobachtet.

Wie wird sich das Geschehen weiter entwickeln?
Mit zunehmender Außentemperatur und ausreichender Luftfeuchtigkeit steigen die Gnitzenvitalität
und die Virusvermehrung in der Mücke. Die Entwicklungsgeschwindigkeit der Gnitzen sowie deren
Schwarmaktivität nehmen ebenfalls zu. Infolge der beidseitigen Virusvermehrung sowohl im Wirt als
auch in der Mücke schaukelt sich die Virusbelastung zunehmend im Jahresverlauf hoch. Es muss
deshalb mit einer möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus in Deutschland und darüber
hinaus gerechnet werden. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber, die evtl. im Laufe der
nächsten Monate zur Welt kommen, sollten u. a. auch auf das Shamonda-Virus untersucht werden.

Weitere Informationen zum Shamonda-Virus-Geschehen können die Rindergesundheitsdienste der
TSK BW sowie das STUA Aulendorf – Diagnostikzentrum und die Chemischen und
Veterinäruntersuchungsämter erteilen.
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Bearbeiter: Dres. Seeger, Miller, Salditt, Schneider

 Rindergesundheitsdienst Aulendorf, STUA Aulendorf – Diagnostikzentrum
STALL
•
Frequenz des Mistens und Einstreuens
erhöhen
•
Ventilatoren warten
•
Tränketröge regelmäßig reinigen
•
Milchkammer sauber und trocken halten
•
engmaschige Fliegennetze installieren

AUßENBEREICH, WEIDE
•
Feuchtgebiete/Moorflächen meiden
•
sumpfige Stellen trockenlegen
•
Tränkebereich befestigen
•
Wannen und offene Tröge regelmäßig
reinigen
•
Unterstand/Schutzhütte aufstellen

EINZELTIER
•
Repellentbehandlung
Abb. 1: Maßnahmen zum Schutz vor
Mücken-/Gnitzenbelastung - Beispiele