Universitätsklinikum Leipzig Lungenkrebsscreening; Zweitbefundungsvoraussetzungen erfüllt
DAS GESUNDHEITSMAGAZIN DES UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG 08 / 2026 | 13.08.2026 AchtungKundenfoto!NurinAbsprachemitderContent-RedaktionSachsenM edienverwenden! Foto: Stefan Straube Lungenkrebsscreening UKL erfüllt sämtliche Voraussetzungen für die Zweitbefundung SEITE 3 „Tour der Hoffnung“ Spenden sammeln per Rad: für krebs- kranke Kinder und deren Familien SEITE 8 Erneut unter den Top Ten Aktuelle Rankings bestätigen Spitzen- platz für Universitätsklinikum Leipzig SEITE 12 UKL-Vorstand im Sommerinterview
■DER AUGENBLICK Vertrauen, klare Kommunikation und Einfühlungsvermögen sind in der Pflege unerlässlich. Wie es sich anfühlen kann, unmittelbar auf die Unterstützung anderer ange- wiesen zu sein, erlebten die inter- nationalen Auszubildenden der G26 B-Teilzeitklasse an der Medi- zinischen Berufsfachschule des UKL auf ihrem ersten Praxis- Theorie-Tag zum Thema Kommu- nikation am 4. August. Während einer praktischen Übung zur non- verbalen Kommunikation – ein besonderes Highlight des Work- shops – führte jeweils eine Person ihren mit einer Augenbinde aus- gestatteten Partner oder ihre Partnerin sicher durch das Klinik- gebäude – mit dem Aufzug, über Treppen und durch Drehtüren. Anschließend wurden die Rollen getauscht. Die Übung verlangte gegenseitiges Vertrauen, klare Anweisungen und viel Einfühlungsvermögen. Die Teilnehmenden erlebten unmittel- bar, wie es sich anfühlen kann, auf die Unterstützung anderer ange- wiesen zu sein. Gleichzeitig wurde deutlich, welche Verantwortung Pflegende übernehmen und wie wichtig eine verständliche, ruhige und wertschätzende Kommunika- tion im Umgang mit Menschen mit Einschränkungen ist. Besonders diese praktischen Übun- gen stießen bei den Auszubilden- den auf positive Resonanz und wurden als bereichernd empfun- den, da sie einen Perspektivwechsel ermöglichten und die Inhalte un- mittelbar erlebbar machten. In kleinen Gruppen entstand somit ein intensiver Austausch, der nicht nur die Kommunikationsfähigkei- ten stärkte, sondern auch das Ver- trauen innerhalb der Klasse för- derte. Für viele Teilnehmende war die Erkenntnis besonders ein- drucksvoll, dass gute Pflege nicht allein von fachlichem Wissen lebt, sondern ebenso von Empathie, Aufmerksamkeit und gelingender Kommunikation. Damit hat der Praxistheorietag eindrucksvoll ge- zeigt: Kommunikation lässt sich nicht nur vermitteln – sie muss erlebt werden. Genau diese Erfah- rung nehmen die internationalen Auszubildenden mit in ihren wei- teren Berufsalltag. UKL AchtungKundenfoto!NurinAbsprachemitderContent-RedaktionSachsenM edienverwenden! Stefan Straube Was tun, wenn der Augen-Blick nicht funktioniert? LIEBIGSTRASSE AKTUELL Lichtwelten für kleine Patient:innen Pädiatrische Mukoviszidose-Ambulanz am UKL freut sich über Sachspende ■Es leuchtet in den unterschiedlichs- ten Farben und sorgt damit für Ablen- kung und eine entspannte Atmosphäre, gerade in schwierigen Klinik-Situatio- nen: Mit einem neuen Faseroptikkabel – eineSachspendedesMukoviszidosee.V. Leipzig – haben sich die Bedingungen für die Behandlung der kleinen Pa- tient:innen an der pädiatrischen Muko- viszidose-Ambulanz des UKL weiter ver- bessert. DieaufhöchstemLevelzertifiziertepädiatri- sche Mukoviszidose-Ambulanz am Univer- sitätsklinikum Leipzig (UKL) und der regio- nale Mukoviszidose e.V. Leipzig arbeiten bereitsseitJahrenengundvertrauensvollzu- sammen. Insbesondere über den Patienten- beirat des seit 1997 bestehenden Vereins fin- det ein regelmäßiger Austausch zu aktuellen Themen und Anliegen der jungen Pa- tient:innen sowie deren Eltern statt. Im Mittelpunkt steht dabei immer die quali- tätsgerechte Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die an Mukoviszidose erkrankt sind. Die Behand- lunginmultiprofessionellerTeamarbeitstellt dabei hohe Anforderungen an alle Beteilig- ten.DabeiergebensichständigneueHeraus- forderungen, auf die auch mit innovativen | SEITE 2 08/2026 ■IMPRESSUM Liebigstraße aktuell Das Gesundheitsmagazin des Universitätsklinikums Leipzig Herausgeber: Universitätsklinikum Leipzig Der Vorstand Liebigstraße 18 04103 Leipzig Telefon: 0341 / 97 109 Telefax: 0341 / 97 15 909 E-Mail: redaktion@uniklinik-leipzig.de Redaktion: Helena Reinhardt (v.i.S.d.P.), Jörn Glasner, Hannah Ullrich (Unternehmenskommunikation UKL). Universitätsklinikum Leipzig, 16. Jahrgang In Kooperation mit der Redaktion der Leipziger Volkszeitung. Herstellung: Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG, Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig Redaktionsschluss: 11.08.2026 Unterstützungsmöglichkeiten und neuer Ausstattung reagiert wird. Ein Beispiel dafür ist das neue Faseroptikka- bel im Wert von 800 Euro. Dank dieser groß- zügigen Spende des Mukoviszidose e.V. Leipzig bieten sich vor allem in schwierigen Behandlungssituationen zusätzliche Mög- lichkeiten, besser auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und gemeinsam mit den Eltern für eine entspanntere Atmosphäre zu sorgen. Denn das Eintauchen in die mit dem Kabel erzeugten besonderen Lichtwelten kann den jungen Patient:innen helfen, sich abzulenkensowieStressundÄngstezuredu- zieren. DieSpendewurdevorKurzemdurchdieVor- standsvorsitzende des Vereins, Heidi Heckel, sowieKevinKretzschmar-Berthold,Beisitzer im Verein, und Kassenwartin Katja Quast übergeben und befindet sich seitdem in Be- trieb. Erste positive Rückmeldungen aus dem täglichen Einsatz gibt es bereits. Die pädiatri- sche Mukoviszidose-Ambulanz bedankt sich herzlich für die Unterstützung. UKL Paulo Riedel und Nico Lorenz probieren das neue Faseroptikkabel in der pädiatrischen Mukoviszidose-Am- bulanz aus. Foto: UKL
LIEBIGSTRASSE AKTUELL Lungenkrebsscreening: UKL erfüllt sämtliche Voraussetzungen für die Zweitbefundung Kooperation mit radiologischen Praxen in Leipzig gestartet / Erster Datenaustausch erfolgreich durchgeführt ■Seit vergangenem Monat erfüllt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) alle notwendigen rechtlichen, technischen und personellen Voraussetzungen für eine qualifizierte Zweitbefundung im Rahmen des erweiterten Lungenkrebs- screenings, das seit April dieses Jahres für ehemalige starke Raucher:innen an- geboten wird. Hintergrund ist, dass bei einem kontroll- oder abklärungsbe- dürftigenBefundeinZweitbefunderzur Beurteilung der Bilder hinzugezogen wird. Der erste Datenaustausch mit einer kooperierenden radiologischen Praxis verlief bereits erfolgreich. Seit April 2026 können starke Raucher:innen im Alter von 50 bis 75 Jahren einmal pro Jahr eine Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs mittels Niedrigdosis-Compu- tertomographie (NDCT) als Kassenleistung in Anspruch nehmen. Ein solches Lungen- krebsscreening wurde bisher ausschließlich dann eingesetzt, wenn bereits ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung bestand. Es wird in Deutschland von qualifizierten Fach- ärzt:innen für Radiologie angeboten. An- spruch auf diese Untersuchung haben Perso- nendergenanntenAltersgruppe,diemindes- tens 25 Jahre lang geraucht und vor weniger als zehn Jahren damit aufgehört haben. Hin- sichtlich der Intensität müssen sie auf min- destens 15 so genannte Packungsjahre kom- men. Ein Packungsjahr entspricht dem Kon- sum von 20 Zigaretten (eine Schachtel) pro Tag über ein ganzes Jahr hinweg. Ab etwa 15 Packungsjahren gilt das Risiko für Lun- genkrebs als deutlich erhöht. Radiologische Praxen oder Krankenhäuser, die diese Unter- suchung anbieten, erhalten für die Durch- führung in Sachsen seit Anfang Juni die be- sondere Genehmigung für das CT-Screening durchdieLandesdirektionunddieGenehmi- gung der Abrechnung durch die Kassenärzt- liche Vereinigung. „Die überwiegende Mehrheit der Befunde – etwa 85 Prozent – sind gutartig, 10 bis 15 Prozent werden nachkontrolliert und rund drei Prozent werden an einem Zen- trum für Lungenkrebs weiter abgeklärt. Die Zweitbefundung hilft, die Befunde zu kon- kretisieren und sicherer einzuordnen. Bei der Übermittlung der Patientendaten gelten strenge datenschutzrechtliche Vorschriften, die selbstverständlich beachtet werden“, be- tontDr.AnneBeeskow,dieauchLeiterinder Lungenkrebsfrüherkennung am UKL ist. Die Zweit- und Erstbefunder stehen im Ein- zelfall in direktem Austausch über ihre Ergebnisseundberatengemeinsam,welches Vorgehen zu empfehlen ist. So kann eine ho- he Qualität des Untersuchungsergebnisses für die Screening-Kandidat:innen gesichert werden. „Durch die verpflichtende Einbin- dung von auf Lungenkrebs spezialisierten Zentrenistsichergestellt,dassBetroffenebei einem echten Krebsverdacht sofort Zugang zu einer leitliniengerechten und interdiszi- plinären Behandlung auf modernstem me- dizinischen Niveau erhalten“, so Prof. Timm Denecke. „Mittlerweile wurde uns bereits der erste ‚echte‘ Befund aus einer der kooperierenden Arztpraxen zur Zweitbefundung zugesandt und wir konnten diese erfolgreich durch- führen“, berichtet Dr. Beeskow. Die Voraus- setzungen für weitere Zweitbefundungen am UKL und eine Ausweitung der Zusam- menarbeit mit weiteren kooperierenden Praxen sind also gegeben. Jörn Glasner 08/2026 SEITE 3 | Früherkennung verbessert Heilungschancen „Durch diese Untersuchung im Rahmen der Früherkennung ist es möglich, Lungentumo- re in einem frühen Stadium zu erkennen“, beschreibtProf.TimmDenecke,Direktorder Klinik und Poliklinik für Diagnostische und InterventionelleRadiologieamUKL,dasZiel des Screenings. „Damit verbessern sich die Heilungschancen sowie die Möglichkeiten, die Sterblichkeit zu senken“, so Prof. Matthias Steinert, Leiter der Thoraxchirurgie am Uni- versitären Lungenkrebszentrum. Seit 1. Juli nimmt auch das Universitätsklini- kum Leipzig mit dem Team um Dr. Anne Beeskow, Oberärztin in der Klinik und Poli- klinikfürDiagnostischeundInterventionelle Radiologie, als Zweitbefunder am Lungen- krebsscreening teil. Entscheidend dafür war, dass die technischen Voraussetzungen zur Datenübertragung mit der ersten Koopera- tionspraxis rechtzeitig gegeben waren, so dass ab diesem Zeitpunkt Probe-CTs hin und her gesendet werden konnten. Zusätzliche Expertise im Vier-Augen-Prinzip „Eine zweite Beurteilung beim Lungen- krebsscreening durch einen weiteren unab- hängigen Radiologen an einem spezialisier- ten Lungenkrebszentrum wie dem UKL bietet bei relevanten Befunden eine zusätz- licheExpertiseunddientbeiBedarfalsBrü- cke zu diagnostischen oder therapeutischen Anschlussmaßnahmen“, erläutert Dr. Anne Beeskow. Dieses Vier-Augen-Prinzip greift, sobald bei der initialen NDCT ein auffälli- ger oder kontrollbedürftiger Befund, bei- spielsweise ein Lungenrundherd, entdeckt wird. Zur weiteren Qualitätssicherung wird zur computerassistierten Erkennung und exakten Volumenbestimmung der Rund- herde eine – meist KI-basierte – Software hinzugezogen. Oberärztin Dr. Anne Beeskow bei der Zweitbefundung im Rahmen des erweiterten Lungen- krebsscreenings. Foto: UKL Weitere Details zum Nutzen und zum Ablauf des Lungenkrebs- screenings erfahren Sie in dem hier verlinkten Video. „Einfach gesund“ – der UKL-Podcast bei Radio Leipzig zum Thema „Gesunde Gefäße“ Ende Juni war Dr. Katja Mühlberg, Oberärz- tin an der Klinik und Poliklinik für Angiolo- gie am Universitätsklinikum Leipzig und Fachärztin für Innere Medizin und Angiolo- gie, zu Gast beim UKL-Podcast von Radio Leipzig. Moderator Roman Knoblauch stell- te ihr zum Thema „Gesunde Gefäße“ zahl- reiche Fragen. „Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße“ – in diesem Zitat von Rudolf Virchow steckt auch heute noch eine ganze Portion Wahr- heit. Welche Bedeutung Gefäße haben, zeigt allein die Tatsache, dass es nahezu kein Organ im Körper gibt, dass nicht durch Gefäße ver- und entsorgt wird. Was gesun- des Altwerden und Lebensqualität mit ge- sunden Gefäßen zu tun hat, war Gegen- stand des knapp viertelstündigen Podcasts. Dabei ging es um die Rolle, die Venen, Arte- rien und Lymphgefäße im Körper spielen. So gab es allein im vergangenen Jahr in Leipzig die beträchtliche Anzahl von 7700 Thrombosen und 3700 Lungenembo- lien. Dr. Mühlberg nennt Symptome für Thrombosen und Lungenembolien und er- klärt Risikofakto