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title: "VDV fordert nachhaltige Güterverkehrskonzepte in Deutschland, Berlin; KV-Förderung massiv abgesenkt: 2027 nur 73 Mio."
sdDatePublished: "2026-08-13T08:11:00Z"
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VDV fordert nachhaltige Güterverkehrskonzepte in Deutschland, Berlin; KV-Förderung massiv abgesenkt: 2027 nur 73 Mio.

Berlin, den 13. August 2026
Niedrigwasser zeigt: Güterverkehr braucht nachhaltige
Maßnahmen für mehr Stabilität und Resilienz
VDV sieht im vermehrten Einsatz von Lang-LKWs keine Lösung
„Die anhaltenden Niedrigwasserlagen auf deutschen Wasserstraßen
zeigen, wie verletzlich wichtige Teile der Logistikketten sind. Es wird
deutlich, dass wir unsere Verkehrs- und Versorgungswege härten,
resilient und redundant aufbauen müssen. Aus unserer Sicht braucht es
dafür vor allem nachhaltige und wirksame Konzepte, um die
Rahmenbedingungen für den Gütertransport in Deutschland und Europa
deutlich zu verbessern. Vor allem auf der Schiene gäbe es Potenzial für
erhebliches Wachstum im Güterverkehr, wenn die Rahmenbedingungen
besser wären. Dazu gehört insbesondere eine deutlich bessere
Förderung von Terminals des Kombinierten Verkehrs, um das deutsche
Netz resilienter, leistungsfähiger und verlässlicher zu machen. Denn
gerade im Kombinierten Verkehr zeigt sich, wie sich Verkehrsträger
gegenseitig stärken können. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die dafür
nötigen politischen Beschlüsse herbeizuführen, um die KV-Infrastruktur
zu stärken und in den kommenden Jahren besser auf Extremwetterlagen
vorbereitet zu sein. Der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht
dauerhaft verlässliche Transportwege für seine Waren und Güter“, so
VDV-Vizepräsident Joachim Berends.
Der Schienengüterverkehr kann grundsätzlich einen wesentlichen Beitrag
leisten, wenn größere Gütermengen infolge von Niedrigwasser kurzfristig von
der Binnenschifffahrt auf andere Verkehrsträger verlagert werden müssen.
Das gilt insbesondere auch für schwere und Massegüter, die auf der Schiene
sicher und effizient transportiert werden können. Voraussetzung dafür ist
jedoch eine Infrastruktur, die auch unter hoher Belastung stabil funktioniert.
Berends weiter: „Die aktuellen Niedrigwasserphasen machen deutlich, dass
Deutschland belastbare und langfristige Antworten für seine Logistik
braucht. Wer in solchen Situationen zusätzliche Kapazitäten für den
Pressemitteilung

Gütertransport mobilisieren will, muss die Schiene strukturell stärken. Dazu
gehören vor allem mehr Investitionen in die Infrastruktur und eine gezielte,
auskömmliche Förderung von Umschlagterminals für den Kombinierten
Verkehr.“
Vermehrter Einsatz von Lang-LKWs ist keine Lösung
Aktuellen Forderungen nach einem vermehrten Einsatz von Lang-Lkw erteilt
der Branchenverband eine klare Absage. „Angesichts der Gütermengen, die
bei Niedrigwasser von der Binnenschifffahrt verlagert werden müssen, lösen
solche Maßnahmen die strukturellen Probleme im Güterverkehr nicht. Sie
schaffen keine nachhaltige Antwort auf die wachsenden Anforderungen an
ein krisenfestes und klimafreundliches Transportsystem. Denn auch die
Straßen sind bereits überlastet und kommen an bauliche Grenzen. Mehr
LKW mit höheren Lasten verschärfen das Problem von bereits
sanierungsbedürftigen Brücken und Straßen. Die Schiene ist in der Lage,
große und schwere Gütermengen zuverlässig zu transportieren – auch und
gerade im Zusammenspiel mit Binnenschifffahrt und Straßengüterverkehr im
sogenannten Kombinierten Verkehr. Damit dies aber dauerhaft sichergestellt
werden kann, müssen Terminals ausgebaut, Kapazitäten gestärkt und die
Infrastruktur modernisiert werden“, erklärt VDV-Hauptgeschäftsführer
Oliver Wolff.
Denn Terminals sind zentrale Schnittstellen für die Verlagerung von Gütern
zwischen den Verkehrsträgern. Wenn mehr Transporte flexibel und effizient
auf die Schiene gebracht werden sollen, müssen diese Anlagen schneller
geplant, ausreichend gefördert und bedarfsgerecht ausgebaut werden.
Besonders beim Kombinierten Verkehr zeigt sich laut VDV jedoch
erheblicher Handlungsbedarf, der sich zuletzt noch verstärkte. Dem hohen
Förderbedarf von über 600 Millionen Euro, die sich aus den Anträgen zur KV-
Förderung des Bundes 2025 ergeben, steht in der aktuellen
Haushaltsplanung des Bundes für 2026 nur ein Mittelansatz von
90 Millionen Euro gegenüber. Für 2027 sind sogar nur noch 73 Millionen Euro
geplant. Hier muss schnellstmöglich gegengesteuert werden.
Der VDV appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, die
aktuellen Herausforderungen durch Niedrigwasser zum Anlass zu nehmen,
die Resilienz des Güterverkehrssystems insgesamt zu stärken. „Notwendig
sind langfristige Investitionen und nicht nur kurzfristige Sondermaßnahmen.
Nur mit einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur und starken Knoten im
Kombinierten Verkehr kann Deutschland seine Transportketten robuster,
klimafreundlicher und krisenfest aufstellen“, so Wolff abschließend.

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)
Lars Wagner · Pressesprecher · T 030 399932-14 · wagner@vdv.de
Eike Arnold · stv. Pressesprecher · T 030 399932-19 · arnold@vdv.de
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist der Branchenverband des öffentlichen Personen-
und Schienengüterverkehrs mit rund 700 Mitgliedsunternehmen. Branche und Branchenverband sorgen für
mehr klimaschonende Beförderung und Transport von Menschen und Gütern bei weniger Verkehr.
Die Mitgliedsunternehmen des VDV spielen eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftsstandort
Deutschland und bei der Lösung verkehrlicher Herausforderungen. Nachdem die Fahrgastzahlen im
öffentlichen Personennahverkehr pandemiebedingt zurückgegangen waren, steigt die Nachfrage seit dem
Jahr 2022 wieder an. Die VDV-Mitgliedsunternehmen befördern jeden Tag 24 Millionen Fahrgäste in
Deutschland mit Bus und Bahn und ersparen damit 17 Millionen Autofahrten. Zuletzt transportierten die VDV-
Unternehmen im öffentlichen Schienengüterverkehr 360 Millionen Tonnen Güter. Das ersetzt am Tag rund
60.000 voll beladene Lkw auf deutschen Straßen. Durch ihre Verkehrsleistung sparen Busse und Bahnen
zehn Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen jährlich ein.

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