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title: "Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs, ida-App für PRO-B-Erfassung in Deutschland; Signifikant weniger Fatigue"
sdDatePublished: "2026-08-14T11:24:00Z"
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Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs, ida-App für PRO-B-Erfassung in Deutschland; Signifikant weniger Fatigue

Patientinnen-App &quot;ida“ bei metastasiertem Brustkrebs: Höhere Lebensqualität und geringere Morbidität - Aktuelles - BIH at Charité

Patientinnen-App "ida“ bei metastasiertem Brustkrebs: Höhere Lebensqualität und geringere Morbidität

Die vom BIH Digital Health Accelerator Program (DHA) geförderte digitale Lösung „ida“ ermöglicht die strukturierte Erfassung von Patient-Reported Outcomes bei Brustkrebspatientinnen (PRO B) und unterstützt damit das PRO-B-Versorgungskonzept. Dieses wurde im Rahmen eines vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderten Projekts wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass das App-basierte Monitoring die Versorgung und Lebensqualität der Patientinnen positiv beeinflussen kann. Der Innovationsausschuss des G-BA empfiehlt daher das Versorgungskonzept in die Regelversorgung zu überführen.

Kern des PRO-B-Behandlungskonzepts, das von Prof. Dr. Maria Karsten , leitende Oberärztin am Brustzentrum der Charité initiiert wurde, ist eine wöchentliche digitale Befragung von Patientinnen zu Krankheitssymptomen, ihrem Alltag und emotionalem Befinden. Ein Algorithmus wertet die Angaben aus bis zu 52 strukturierten Fragen aus und informiert das Behandlungsteam bei relevanten Veränderungen. Dieses kann innerhalb von 48 Stunden Kontakt aufnehmen und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen einleiten.

Ob die Kombination aus enger digitaler und anlassbezogener persönlicher Betreuung den Alltag der Patientinnen verbessern konnte, wurde im Rahmen einer vergleichenden Studie untersucht. An der Studie nahmen 909 Patientinnen aus 52 Brustkrebszentren teil. Die Ergebnisse zeigen: Patientinnen, die nach dem PRO-B-Konzept betreut wurden, berichteten über signifikant weniger Fatigue (ein sehr belastender Erschöpfungszustand), schätzten ihre körperliche Funktionsfähigkeit besser ein und mussten seltener im Krankenhaus behandelt werden. Die Studie ist kürzlich im Fachmagazin JAMA Oncology erschienen.

Vom Forschungsprojekt zur digitalen Anwendung

Das neue Behandlungskonzept wird künftig unter dem Namen „ida“ von Prof. Karsten und ihrem Team fortgeführt. Damit zeigt ida, wie aus der konkreten Analyse einer Versorgungslücke und der entsprechenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung eine digitale Lösung für Patientinnen entstehen kann, die diese Lücke schließt. Durch die enge Einbindung der Brustkrebspatientinnen und die Verbindung von Versorgungsforschung und Produktentwicklung entstand eine Anwendung, die gezielt auf die Bedürfnisse von Patientinnen und ihre Behandlungsteams eingeht und sie im Alltag unterstützt. So wird aus einem konkret identifizierten Versorgungsproblem eine praxistaugliche Lösung.

Auf Basis der medizinischen Ergebnisse der PRO B-Studie sowie einer gesundheitsökonomischen Analyse hat der G-BA das Behandlungskonzept im Juni zur Überführung in die Regelversorgung empfohlen. Die neue Versorgungsform soll also künftig bei entsprechender Diagnose von allen gesetzlich Versicherten in Anspruch genommen werden können.

Damit steht das Projekt beispielhaft für den erfolgreichen Transfer von Versorgungsforschung in die praktische Anwendung: Aus einem wissenschaftlich entwickelten und evaluierten Versorgungskonzept entsteht eine digitale Anwendung, die Patientinnen im Alltag unterstützt und perspektivisch Teil der Regelversorgung werden soll.

Gemeinsame Pressemitteilung von Charité, DKG, BARMER, DAK-Gesundheit und mkk – meine krankenkasse

Video bei Youtube: ida - Digitales, alarmbasiertes Symptommonitoring für frühzeitige Brustkrebsbehandlung

BIH Digital Health Accelerator Program

Studie im Fachmagazin JAMA Oncology (English)

Das Projekt PRO B (Patient-Reported Outcomes bei Brustkrebs) wurde mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss zwischen 2020 und 2024 mit rund 4,8 Millionen Euro gefördert. Leiterin des Projekts ist Prof. Maria Karsten von der Charité, Konsortialpartner sind BARMER, mkk – meine krankenkasse, DAK-Gesundheit, Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und OnkoZert GmbH.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland: Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Trotz großer Fortschritte in der Therapie entwickeln 30 Prozent der Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium und bis zu 70 Prozent der Betroffenen mit Lymphknotenbefall im späteren Verlauf Fernmetastasen. Ist der Brustkrebs metastasiert, lässt er sich in der Regel nicht mehr heilen. Für die Betroffenen bedeutet dies eine erhebliche gesundheitliche Belastung und häufig eine Einschränkung der Lebensqualität. Ziel der Behandlung ist dann, das Leben möglichst lange zu verlängern und dabei die bestmögliche Lebensqualität zu erhalten.

Die Befragungsdaten der Patientinnen können vom Behandlungsteam übersichtlich ausgewertet werden. Hier im Bild: Prof. Maria Karsten (r.) und Kollegin Dr. Therese Pross.

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Screenshots der ida care App