Brandenburger Landesregierung verspricht 20.000 neue Alleebäume in Brandenburg; 2023: 2.527 gefällt, 666 neu gepflanzt

20.000 neue Bäume versprochen – doch Brandenburgs Landesregierung legt keine aktuelle Alleenbilanz vor

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Kirschallee von Andreas Wesemann (3. Platz im Alleenfotowettbewerb 2010)

Die Alleenkonzeption formuliert minimale Ansprüche und sieht Nachpflanzungen vor, die bestenfalls den Alleenbestand erhalten können, aber nicht erweitern. Ob und in welchem Umfang diese tatsächlich umgesetzt werden, bleibt jedoch offen. Ohne aktuelle Zahlen lässt sich weder beurteilen, ob die Ziele erreicht werden, noch ob der Verlust von Alleebäumen gestoppt wurde.

Die zuletzt veröffentlichte Alleenstatistik für 2023 gibt Anlass zur Sorge: Damals wurden 2.527 Alleebäume gefällt, aber lediglich 666 neu gepflanzt – fast vier Fällungen je Neupflanzung. Auch langfristig ist der Rückgang deutlich: Während 2009 noch rund 2.287 Kilometer der Bundes- und Landesstraßen von Alleen gesäumt waren, waren es zehn Jahre später nur noch 1.737 Kilometer.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders problematisch, dass die Landesregierung keine aktuellen Zahlen vorlegt. Es entsteht der Eindruck, dass die Alleenkonzeption 2030 bislang stärker auf dem Papier als in der Landschaft wirkt. Wer minimale Ziele formuliert, muss erst recht transparent darlegen, ob sie erreicht werden.

„Wer 20.000 neue Alleebäume verspricht, muss auch offenlegen, wie viele tatsächlich gepflanzt werden. Ohne aktuelle Zahlen ist die Alleenkonzeption 2030 nicht überprüfbar“, so Carsten Preuß , Co-Vorsitzender des BUND Brandenburg.

Als Begründung verweist die Landesregierung darauf, dass erst 2029 eine umfassende Evaluation der Alleenkonzeption vorgesehen sei. Eine solche Evaluation ersetzt jedoch keine jährliche Bilanz der gefällten und neu gepflanzten Alleebäume. Diese Daten sollten weiterhin veröffentlicht werden – erst recht, wenn sie im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage ausdrücklich verlangt werden.

Alleen verschatten Straßen, reduzieren die Aufheizung versiegelter Flächen, verbessern das Mikroklima und prägen die brandenburgische Kulturlandschaft.

„Wer den Schutz der Alleen ernst meint, muss deshalb nicht nur Ziele formulieren, sondern deren Umsetzung nachvollziehbar dokumentieren. Brandenburg braucht endlich eine belastbare Bilanz darüber, wie viele Alleebäume gefällt und wie viele neu gepflanzt werden“, so Preuß abschließend.

Bisherige Alleenbilanzen des Landesbetriebs Straßenwesen:

Kleine Anfrage Gunnar Lehmann BSW-Fraktion Brandenburger Landtag: