BUND Brandenburg; fordert konsequenten Schutz der Oder und startet Brunnenwasseruntersuchung in Uckermark und Märkisch-Oderland; 65% der Stickstoffeinträge stammen aus dem Grundwasser

Jahrestag Fischsterben: BUND Brandenburg fordert konsequenten Schutz der Oder und startet Brunnenwasseruntersuchung in den Landkreisen Uckermark und Märkisch-Oderland

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Vor vier Jahren fand das verheerende Fischsterben an der Oder statt. Damals verendeten mehr als die Hälfte der Fische im Fluss. Auch die Muschel- und Wasserschneckenpopulation hat sich deutlich verringert. Ursache der Umweltkatastrophe war eine toxische Algenblüte durch hohe Salzeinleitungen aus dem polnischen Bergbau. Fördernde Faktoren waren die Niedrigwassersituation im Sommer, hohe Temperaturen und der schlechte ökologische Zustand der Oder. Die Salzeinleitungen auf polnischer Seite finden nach wie vor statt und die derzeitige Niedrigwassersituation ist vergleichbar mit damals. Die Umweltkatastrophe kann sich jederzeit wiederholen, wenn die Belastungen der Oder durch den Oderausbau, die Nährstoffbelastung und die Salzeinleitungen nicht gestoppt werden.

Thomas Volpers, stellvertretender Vorsitzender des BUND Brandenburg mahnt an: „Viele Flüsse weisen derzeit eine alarmierende Niedrigwassersituation durch die fehlenden Niederschläge und die extreme Hitze im Sommer auf. Niedrigwasser und hohe Temperaturen in der Oder können in den nächsten Wochen die entscheidenden Kipppunkte für ein erneutes Fischsterben in der Oder sein. Bei meinen Kanutouren auf der Oder besorgt mich insbesondere die starke Trübung des Wassers. Die Muschelpopulationen erholen sich nur schleppend. Dadurch fehlt die wichtige Filterleistung, die das Wasser klar und sauber macht. Die Landespolitik muss die Oder konsequent schützen. Das bedeutet vor allem, den Ausbau der Oder als Bundeswasserstraße zu stoppen und den Fluss konsequent naturnah zu entwickeln. Nur so stärken wir die Widerstandsfähigkeit des Flusses.“

Das Institut für Gewässer- und Binnenfischerei (IGB) hat in seinem Abschlussbericht des Sondergutachtens zur Umweltkatastrophe festgestellt, dass eine toxische Algenblüte durch die Faktoren Salzgehalt, Temperatur und Nährstoffkonzentrationen gefördert wird. Als konkrete Handlungsempfehlungen nennen die Wissenschaftler*innen neben der Reduzierung von industriellen Salzeinleitungen und Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft die Renaturierung der Oder. Dafür sollen z.B. Nebengewässer wieder an den Hauptstrom angeschlossen, Ufer und Auen revitalisiert und der Rückhalt von Wasser in der Landschaft verbessert werden.

Mit Brunnenuntersuchungen im Einzugsgebiet der Oder untersucht der BUND Brandenburg derzeit, wo Stickstoffeinträge über das Grundwasser die Oder belasten. Die Untersuchungen des IGB haben gezeigt, dass 65% der Stickstoffeinträge in der Oder aus dem Grundwasser stammen. Bürgerinnen und Bürger im Einzugsgebiet der Oder in den Landkreisen Uckermark und Märkisch-Oderland sind aufgerufen, sich an der kostenlosen Brunnenuntersuchung des BUND zu beteiligen.

Mitmachen bei der BUND Brunnenuntersuchung