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title: "CDU/CSU und SPD Kraftstoffmaßnahmenpaket-Gesetzentwurf Berlin"
sdDatePublished: "2026-08-14T06:12:00Z"
source: "https://www.bundestag.de/resource/blob/1205024/Wortprotokoll_29-Sitzung_20-03-2026.pdf"
topics:
  - name: "economy, business and finance"
    identifier: "medtop:04000000"
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  - "Western Australia"
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  - "Italy"
  - "Austria"
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  - "Spain"
  - "Germany"
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CDU/CSU und SPD Kraftstoffmaßnahmenpaket-Gesetzentwurf Berlin

29. Sitzung_öÄ_Kraftstoffmaßnahmenpaket_20.03.2026_Internet

Protokoll-Nr. 21/29
21. Wahlperiode

Ausschuss für Wirtschaft und Energie

21. Wahlperiode
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Wortprotokoll
der 29. Sitzung

Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Berlin, den 20. März 2026, 07:31 Uhr
10557 Berlin, Konrad-Adenauer-Str. 1
Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E.200
Vorsitz: Christian Frhr. von Stetten, MdB
Tagesordnung - Öffentliche Anhörung

Anhörungsgegenstand
Seite 4
Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU
und SPD
Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines
Gesetzes zur Anpassung von Kraftstoffpreisen
und zur Änderung des Gesetzes gegen
Wettbewerbsbeschränkungen
(Kraftstoffmaßnahmenpaket)
BT-Drucksache 21/4744
Hierzu wurde verteilt:
21(9)201 Stellungnahme
21(9)202 Stellungnahme
21(9)203 Stellungnahme
21(9)204 Stellungnahme
21(9)205 Stellungnahme
21(9)208 Stellungnahme

Federführend:
Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Mitberatend:
Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
Finanzausschuss
Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung
und Heimat
Verkehrsausschuss
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz
und nukleare Sicherheit
Haushaltsausschuss

Ausschuss für Wirtschaft und Energie

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Protokoll der 29. Sitzung
vom 20. März 2026
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Anwesenheit laut Unterschriftenliste oder Rückmeldung bei digitaler Teilnahme:
Mitglieder des Ausschusses
Fraktion
Ordentliche Mitglieder
Stellvertretende Mitglieder
CDU/CSU
Lenz, Dr. Andreas
Rohwer, Lars
Stetten, Christian Frhr. von
Wiener, Dr. Klaus
Zobel, Vanessa
Müller (Braunschweig), Carsten
AfD
Holm, Leif-Erik
Kotré, Steffen
Schattner, Bernd
Weiser, Mathias

SPD
Özdemir (Duisburg), Mahmut
Roloff, Sebastian
Scheer, Dr. Nina

BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN
Detzer, Dr. Sandra
Kellner, Michael
Joswig, Julian

Die Linke
Cezanne, Jörg

Abgeordnete mitberatender Ausschüsse:

Fraktion
Name
Ausschuss
AfD
Giersch, Alexis L.
Verkehrsausschuss
CDU/CSU
Günther, Georg
Finanzausschuss
CDU/CSU
Jordan, Alexander
Verkehrsausschuss
CDU/CSU
Steineke, Sebastian
Ausschuss für Recht
und Verbraucherschutz
Ministerium bzw.
Dienststelle
Name
Amtsbezeichnung
BMWE
Weigert, Dr. Benjamin
BBD

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Liste der Sachverständigen
Prof. Dr. Tomaso Duso1
Vorsitzender der Monopolkommission
A-Drs. 21(9)203
Prof. Dr. Jens-Uwe Franck, LL.M. (Yale)2
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Kartellrecht
Universität Mannheim
-digitale Teilnahme-
A-Drs. 21(9)205
Jutta Gurkmann3
Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) e. V.
A-Drs. 21(9)202
Prof. Dr. Justus Haucap4
Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE)
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
-digitale Teilnahme-
A-Drs. 21(9)201
Frederik Moch5
Abteilungsleiter für Struktur-, Industrie- und Dienstleistungspolitik im
Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB)
A-Drs. 21(9)204
Daniel Witzani-Haim6
Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik
Arbeiterkammer Wien
-digitale Teilnahme-
A-Drs. 21(9)208

1 Benannt durch die Fraktion der CDU/CSU
2 Benannt durch die Fraktion der SPD
3 Benannt durch die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
4 Benannt durch die Fraktion der CDU/CSU
5 Benannt durch die Fraktion der SPD
6 Benannt durch die Fraktion Die Linke

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Protokoll der 29. Sitzung
vom 20. März 2026
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Anhörungsgegenstand
Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU
und SPD
Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines
Gesetzes zur Anpassung von Kraftstoffpreisen
und zur Änderung des Gesetzes gegen
Wettbewerbsbeschränkungen
(Kraftstoffmaßnahmenpaket)
BT-Drucksache 21/4744
Der Vorsitzende: Liebe Kolleginnen und Kollegen,
guten Morgen und herzlichen Dank, dass Sie
heute Morgen gekommen sind. Ich begrüße Sie
alle zu unserer heutigen Anhörung im Ausschuss
für Wirtschaft und Energie. Gegenstand der Anhö­
rung ist heute, wie Sie wissen, der Entwurf eines
Gesetzes zur Einführung eines Gesetzes zur An­
passung von Kraftstoffpreisen und zur Änderung
des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen.
Dazu haben wir die Bundestagsdrucksache
21/4744 ausgeteilt.
Im Einzelnen begrüße ich natürlich unsere Sach­
verständigen, die, die heute hier bei uns präsent
vor Ort sind, und auch die Sachverständigen, die
wir zwar jetzt noch nicht sehen, aber gleich sehen
werden, die online zugeschaltet sind. Ich begrüße
die Kolleginnen und Kollegen des Wirtschafts-
und Energieausschusses sowie der mitberatenden
Ausschüsse, die Vertreter der Bundesregierung.
Ich freue mich auch, dass Sie heute da sind und
die Fachbeamten, die Sie mitgebracht haben, die
Vertreterinnen und Vertreter der Länder, die Ver­
treter der Medien sowie nicht zuletzt alle Gäste
hier im Saal und die, die uns online zugeschaltet
sind.
Ich darf Sie, sehr geehrte Sachverständige, noch
kurz informieren. Sie wurden im Vorfeld darüber
unterrichtet: Sollten Sie finanzielle Verflechtun­
gen irgendeiner Art haben, dass Sie uns die mit­
teilen. Da ist bisher noch nichts gekommen. Aber
Sie können es uns auch im Laufe der Sitzung,
wenn Ihnen etwas einfällt, gerne noch mitgeben,
sodass wir hier die nötige Transparenz schaffen
und eine Interessensverknüpfung offenlegen.
Ich darf zum Ablauf ganz kurz erläutern, dass wir
uns in der Obleuterunde darauf verständigt haben,
dass die Sachverständigen zunächst ein Eingangs­
statement von drei Minuten haben und wir
anschließend die Fragen aus den Fraktionen stel­
len können mit der Beantwortung. Wir haben uns
eineinhalb Stunden für heute vorgenommen. Wir
sollten kurz vor 9 Uhr enden, damit die Kollegin­
nen und Kollegen ins Plenum gehen können.
Wichtig ist noch, dass wir übereingekommen
sind, dass wir pro Wortmeldung nachher in der
Fragerunde eine Zeit für Frage und Antwort von
maximal drei Minuten haben. Also der Hinweis
an die Kolleginnen und Kollegen: Je kürzer die
Frage, umso länger ist die Antwort.
Die schriftlichen Stellungnahmen der Sachver­
ständigen sind verteilt worden und stehen online
allen Interessierten zur Verfügung. Ich möchte Sie
noch informieren, dass wir ein Wortprotokoll er­
stellen, damit wir anschließend das sehr wichtige
Protokoll für dieses Gesetz relativ schnell erstel­
len können, denn schon in der nächsten Woche
soll es mit dem Gesetz weitergehen.
Ich darf zunächst die Sachverständigen bitten,
dass sie jetzt zu ihren drei-Minuten-Statements
kommen, wenn von ihnen keine weiteren Fragen
mehr sind. Ich würde Prof. Dr. Duso bitten anzu­
fangen.
SV Prof. Dr. Tomaso Duso (Monopolkommission):
Guten Morgen, sehr geehrte Damen und Herren.
Ich habe keine Interessenverknüpfungen. Wenn
der Ölpreis über 100 Dollar springt, dann folgen
auch die Kraftstoffpreise. Das ist Marktlogik. So­
lange die Krise anhält, bleiben diese Preise auch
hoch. Ich glaube, es ist wichtig, dass man das klar
kommuniziert, damit keine falschen Hoffnungen
entstehen.
Die aktuellen Daten der Europäischen Kommis­
sion zeigen aber, dass Deutschland beim Kraft­
stoffpreisanstieg weiterhin an der Spitze bleibt,
auch wenn andere europäische Staaten diese Wo­
che aufgeholt haben. Der Ölpreisanstieg wurde in
Deutschland besonders schnell weitergegeben,
was in Kombination mit dem hohen Preisniveau
auf eine geringere Wettbewerbsintensität hindeu­
tet. Die gegenseitigen Lieferverflechtungen der
fünf teilweise vertikal integrierten Konzerne und
die strukturellen Besonderheiten des Grundhan­
delsmarkts ermöglichen, was wir „stillschwei­
gende Koordinierung“ nennen, ganz ohne illegale

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Absprache. Genau deswegen ist die klassische kar­
tellrechtliche Kontrolle hier weitgehend zahnlos.
Als Monopolkommission bewerten wir die von
der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnah­
men grundsätzlich weitgehend positiv. Wir begrü­
ßen die Einführung des sogenannten österreichi­
schen Modells. Der Zeitpunkt 12 Uhr ist ein mög­
licher Ansatz. Angesichts der deutschen Preisdy­
namik könnte aber auch ein früherer oder ein spä­
terer Zeitpunkt sinnvoll sein. Unser Vorschlag, in
verschiedenen Bundesländern mit unterschiedli­
chen Zeitpunkten zu experimentieren, würde die
geplante Evaluierung möglicherweise schon nach
wenigen Monaten erheblich erleichtern.
Was im Gesetz leider noch fehlt, aber entschei­
dend ist, die Markttransparenz-Apps sollten nicht
alle Tankstellen anzeigen, sondern zum Beispiel
nur die günstigsten je Landkreis. Die Forschung
zeigt, dass genau dieser Mechanismus den größten
preisdämpfenden Effekt hat. Jetzt muss man auch
die strukturellen Probleme im Großhandel und bei
den Raffinerien angehen. Dafür ist Paragraf 32f Ge­
setz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)
das richtige Instrument. Wir begrüßen die Maß­
nahmen des Bundeskartellamts und drängen da­
rauf, die vorliegenden Erkenntnisse jetzt umzuset­
zen. Ziel ist, die „stillschweigende Koordination“
zu erschweren.
Wir begrüßen auch ausdrücklich die geplanten
Gesetzesänderungen, die das Verfahren beschleu­
nigen können, ohne den Rechtsschutz der Unter­
nehmen wirklich zu beschädigen. Wir möchten
aber darauf hinweisen, dass das Bundeskartellamt
schon jetzt an diesen Fragen arbeitet und hier
nicht auf Gesetzesänderungen warten muss. Die
geplante Einführung des Paragraf 29a GWB halten
wir hingegen für problematisch. Die Beweis­
lastumkehr ist dogmatisch fragwürdig und hilft
praktisch kaum. Das Grundproblem ist strukturel­
ler Natur. Es lässt sich nicht mit einer aufwändi­
gen Preiskontrolle dauerhaft lösen.
Mein abschließender Appell: In einer Knappheits­
situation müssen Preissignale erhalten bleiben.
Deswegen sagen wir: keinen Tankrabatt, keine
Preisbremse, keine Steuersenkung. Diese
Maßnahmen kosten viel, verzerren und lösen das
Strukturproblem nicht. Vielen Dank.
Der Vorsitzende: Sehr geehrter Herr Prof. Duso,
herzlichen Dank. Ich darf noch ergänzen, dass Sie
Vorsitzender unserer Monopolkommission sind.
Dann kämen wir zu Jutta Gurkmann. Sie ist die
Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik beim
Bundesverband der Verbraucherzentralen.
SV Jutta Gurkmann (vzbv): Vielen Dank. Der Ver­
braucherzentrale Bundesverband wird dankens­
werterweise zu etwa 100 Prozent durch das Justiz-
und Verbraucherschutzministerium gefördert auf­
grund eines Beschlusses des Bundestages. Ich darf
hier die Verbraucherseite vertreten. Das muss ich
Ihnen wahrscheinlich gar nicht so weit ausführen,
aber Verbraucherinnen und Verbraucher mussten
bereits in den letzten Jahren mit erheblichen
Kostensteigerungen kämpfen. Eine Schufa-Um­
frage aus dem November 2025 zeigt, dass ein Drit­
tel der Haushalte mit einem Einkommen zwischen
2 000 und 4 000 Euro netto bereits keine Rückla­
gen mehr haben. Bei Haushalten mit einem Netto-
Einkommen bis 2 000 Euro sind das sogar über die
Hälfte. Weitere Kostensteigerungen sind also für
viele Haushalte schlicht nicht mehr tragbar. Des­
wegen begrüßt der vzbv, dass die Bundesregierung
nun schnell handelt und bedankt sich beim Bun­
destag, hier beim Ausschuss, für die Einladung zu
dieser Anhörung.
Die Verbraucherzentralen bewerten die Vor­
schläge, die auf dem Tisch liegen, positiv, weil sie
einerseits – das betrifft das österreichische Mo­
dell, soweit wir es durchdringen konnten – durch­
aus geeignet erscheinen, zügig Wirkungen zu ent­
falten. Und zum anderen – das wurde aber auch
schon ausgeführt – ist die Stärkung des Bundes­
kartellamts auf jeden Fall richtig, weil sie Lösun­
gen für einen Markt in Aussicht stellt, der auch
außerhalb von Krisen wie der aktuellen durch
eine in weiten Teilen