Caritas international Afghanistan arbeitet in sechs Provinzen und hilft jährlich 300.000 Menschen; Hilfeabhängigkeit fast die Hälfte der Bevölkerung

Fünf Jahre Taliban: Afghanistan in der Dauerkrise

Pressemitteilung Fünf Jahre Taliban: Afghanistan in der Dauerkrise Caritas international arbeitet in sechs Provinzen und hilft jährlich 300.000 Menschen Erschienen am: 14.08.2026 Herausgeber: Caritasverband für die Diözese Hildesheim Moritzberger Weg 1 31139 Hildesheim 05121 938-0 05121 938-0 https:

Fünf Jahre Taliban: Afghanistan in der Dauerkrise

Caritas international arbeitet in sechs Provinzen und hilft jährlich 300.000 Menschen

Kabul, 14. August 2026. Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 ist Afghanistan weiterhin Schauplatz einer der größten humanitären Krisen der Welt. Die Lebensbedingungen vieler Menschen haben sich weiter verschlechtert. “Die Ernährungs- und Einkommenssituation im Land ist dramatisch. Fehlende Arbeitsplätze und fünf Dürrejahre in Folge haben die Bevölkerung weiter verarmen lassen und die Mangelernährung zementiert”, bilanziert Veronika Staudacher die humanitäre Lage. Sie ist Leiterin des Büros von Caritas international in Kabul. “Frauen und Kinder unter zwei Jahren leiden besonders darunter.” Laut den Vereinten Nationen ist nahezu die Hälfte der Bevölkerung von humanitärer Hilfe abhängig.

“In Afghanistan leben seit 2023 auch sechs Millionen Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus dem Iran und Pakistan. Weder die afghanische Wirtschaft noch das humanitäre System sind in der Lage, diese zusätzlichen Menschen aufzunehmen oder zu versorgen”, erläutert Staudacher weiter. Unterbrochene Handels- und Transportwege durch regionale Spannungen sowie der Konflikt mit Pakistan haben Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter für die Menschen in Afghanistan unbezahlbar gemacht. Die Motivation internationaler Geldgeber sinkt.

Auch die Menschenrechtslage für Frauen ist weiter bedrückend. “Die systematische Ausgrenzung von Frauen, berufliche und schulische Verbote, sowie die zunehmende Abhängigkeit von männlichen Angehörigen nehmen dem Land jede Zukunftsaussichten”, bedauert Staudacher. Insbesondere im Gesundheitswesen fehlen zunehmend weibliche Fachkräfte. Da die Mädchen von weiterführender Bildung ausgeschlossen sind, wird die Zahl von Ärztinnen, Krankenschwestern und Hebammen weiter sinken.

Caritas international arbeitet seit den 1980er Jahren in Afghanistan. Mit einem jährlichen Etat von etwa 2,5 Millionen Euro werden über Partnerorganisationen in sechs Provinzen Hilfen für die Bevölkerung geleistet. Derzeit unterstützt das Hilfswerk unter anderem ein Mutter-Kind-Projekt in Kabul zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge von Schwangeren und Müttern, sowie eine Prothesenwerkstatt in Faryab. In der Provinz Bamiyan hilft Caritas international gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Gemeinden bei der landwirtschaftlichen Katastrophenvorsorge. Und in den Provinzen Herat, Uruzgan und Nangarhar leistet Caritas international mit Mitteln des Auswärtigen Amtes Nothilfe. Zudem wird die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und der Aufbau von Rehabilitationsdiensten nach dem Erdbeben 2025 fortgesetzt.

Caritas international ruft zu Spenden auf. Stichwort: Hilfe für Afghaninnen und Afghanen

Deutscher Caritasverband e.V. IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

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