Caritas Venezuela Cash Card-Projekt TENGO in Venezuela; 8 Millionen US-Dollar verteilt
mit öffentlichen Mitteln: Stabilität schaffen in der Unsicherheit: Cash Cards in Venezuela
In Mali bedroht die Klimakrise den Alltag der lokalen Bevölkerung. Gleichzeitig hat sich die Sicherheitslage im Land seit Jahren verschlechtert. Rund um die Stadt San stärkt die Caritas in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Resilienz der Bevölkerung.
Eine gemeinsame Erfolgsgeschichte: Dank der Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte Caritas international innerhalb von vier Jahren die Ernährungssituation in der Zentralafrikanischen Republik stabilisieren und zahlreichen Menschen wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.
Ägypten: Inklusion stärken - Chancen auf Arbeit eröffnen
In Ägypten unterstützt die Caritas mit Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Aufbau inklusiver sozialer Strukturen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass Menschen mit Behinderungen nachhaltig Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung erhalten.
Stabilität schaffen in der Unsicherheit: Cash Cards in Venezuela
Mittlerweile leidet über 70% der Menschen Venezuelas unter multidimensionaler Armut. Gerade Kinder sind zunehmend von Mangelernährung betroffen. Das Cash Card-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt hilft: durch regelmäßige, inflationsbereinigte Bargeldhilfen können sich Familien wieder ernähren.
Venezuela kam durch Misswirtschaft, Korruption und internationale Sanktionen tief in die Krise: Mehr als 7,9 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner haben schon das Land verlassen. Gleichzeitig nimmt die Binnenvertreibung durch bewaffnete Akteure innerhalb des Landes immer mehr zu.
Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leben in multidimensionaler Armut, besonders betroffen davon sind Frauen, Kinder, Menschen mit Beeinträchtigung und Ältere. Schwangere, stillende Frauen und besonders junge Kinder sind verstärkt von Mangelernährung und unzureichender medizinischer Versorgung bedroht.
Genau hier setzen Bargeldhilfen an: Auf den US-Wechselkurs angepasst und damit geschützt vor Inflation erhalten junge Familien jeden Monat Gutscheinkarten, welche sie in Lebensmittelgeschäften meinlösen können. Das wirkr vielfach: Die Familien kommen in die Ernährungssicherheit, Mangelernährung nimmt ab und die lokalen Märkte erstarken.
Das TENGO-Programm („Transferencias Efectivas para mejoras en Nutrición, Gastos y Oportunidades“) ist ein Unterstützungsprogramm mit Fokus auf Gutschein- und Bargeldhilfen. Es wird durch die Caritas Venezuela mit technischer Unterstützung von Catholic Relief Services (CRS) umgesetzt. Finanziell unterstützt wird TENGO seit 2019 vom Auswärtigen Amt .
Ständige Evaluierung zeigt positive Ergebnisse: Die Lebensmittelvielfalt und die Anzahl der Mahlzeiten nahmen zu, während sich die Ernährungssituation insgesamt stabilisierte. Bei mangelernährten Kindern stieg die Genesungsrate von etwa 52 Prozent auf bis zu 80 Prozent. Gleichzeitig gingen Rückfälle zurück. Familien erhalten zudem mehr Entscheidungsfreiheit darüber, welche Lebensmittel sie benötigen, während lokale Händler durch höhere Umsätze profitieren.
TENGO zeigt, wie finanzielle Unterstützung mit Ernährungsberatung, therapeutischer Ernährung und medizinischer Begleitung kombiniert werden kann. Der Ansatz leistet akute Hilfe und trägt gleichzeitig zu langfristigen Verbesserungen von Ernährung, Gesundheit und Selbstständigkeit bei.
8 Millionen US-Dollar insgesamt verteilt
13 Diözesen in 10 Bundesstaaten erreicht
13.600 Kinder von Unterernährung genesen
So funktionieren Bargeldhilfen mit Cash Cards
Die teilnehmenden Familien erhalten eine elektronische TENGO-Karte, die bei ausgewählten lokalen Händlern eingesetzt werden kann. Die Karte wird monatlich mit einem Gegenwert von 90 US-Dollar in lokaler Währung aufgeladen. Dabei wird der Geldwert an die Kursschwankungen des US-Dollars angepasst, um den Geldwert durch Infflation nicht zu verringern. Die Händler werden sorgfältig ausgewählt und sollen für die Familien gut erreichbar sein. Mit den Gutscheinen können nahrhafte Lebensmittel und wichtige Hygiene- und Alltagsprodukte gekauft werden. Die Menschen können selbstbestimmt je nach Situation entscheiden, was sie gerade brauchen. TENGO richtet sich insbesondere an durch Mangelernährung gefährdete Haushalte mit Kindern unter fünf Jahren sowie an schwangere und stillende Frauen. Das Projekt unterstützt Familien in den Gebieten Apure, Amazonas, Zulia und Carabobo.
Vor allem Schwangere, stillende Frauen und Kinder unter fünf Jahren sind von Mangelernährung bedroht. Deshalb konzentriert sich das TENGO-Projekt auf diese Menschen. Foto: Caritas Venezuela
Hyperinflation, die Abhängigkeit vom US-Dollar, dessen Wert seit Monaten sehr schwach ist, sowie ständig wechselnde Wechselkurse und die schwankende Kaufkraft erschweren die Versorgung der Menschen. Der Betrag auf der TENGO-Karte wird deshalb regelmäßig an den Wechselkurs angepasst, um die Auswirkungen der Inflation abzufedern.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit lokalen Märkten. Ausgewählte Supermärkte, Bäckereien und Lebensmittelstände müssen bestimmte Qualitäts- und Gesundheitsstandards erfüllen und nehmen an Weiterbildungen im Bereich Ernährung teil. So wird neben der Versorgung der Familien auch die lokale Wirtschaft gestärkt.
Durch kontinuierliches Monitoring werden Gesundheitsdaten, die Nutzung der Gutscheine und die gekauften Produkte ausgewertet. Über WhatsApp-Gruppen, Hotlines und lokale Gemeindegruppen können die Teilnehmenden zusätzlich Feedback geben. So kann das Programm laufend angepasst und verbessert werden.
Ganzheitliche Hilfen: TENGO und SAMAN
Die Bargeldhilfen sind eng mit dem Ernährungsprogramm SAMAN verbunden. Im Rahmen dieses Programms werden Familien erfasst, die für Bargeldhilfen infragekommen. Sie erhalten gleichzeitig therapeutische Ernährung, Ernährungsberatung und regelmäßige Gesundheitskontrollen durch Ärztinnen. Auf diese Weise verbindet die Arbeit der Caritas Venezuela kurzfristige Unterstützung mit langfristigen Verbesserungen der Ernährung und Gesundheit.
Durch das Ernährungsprogramm SAMAN können Familien identifiziert werden, die von Bargeldhilfen profitieren würden. Foto: Caritas Venezuela
Caritas Venezuela: ein besonderer Partner
Auch, wenn es in Venezuela besonders viel Hilfsbedarf gibt – die Anzahl an vor Ort tätigen Hilfsorganisationen ist recht gering. Humanitäre Hilfe leisten nur wenige. Die Caritas Venezuela verfügt allerdings über ein besonders enges Netzwerk und ist mit 600 Einrichtungen im ganzen Land vertreten. Die Arbeit der Caritas-Mitarbeitenden wird durch 30.000 Freiwillige unterstützt. Die Menschen in Venezuela vertrauen und schätzen die Hilfen der Caritas, was ihr wiederum den Zugang zu betroffenen Familien ermöglicht.
" Unsere Partnerinnen und Partner der Caritas Venezuela sind tief in den Gemeinden verwurzelt und verfügen über ein einzigartiges Netzwerk im ganzen Land.", betont Jonas Brenner, Koordinator der Hilfen für Caritas international.
Venezuela kam durch Misswirtschaft, Korruption und internationale Sanktionen tief in die Krise: Mehr als 7,9 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner
schon das Land verlassen. Gleichzeitig nimmt die Binnenvertreibung durch bewaffnete Akteure innerhalb des Landes immer mehr zu.
zeigt positive Ergebnisse: Die Lebensmittelvielfalt und die Anzahl der Mahlzeiten nahmen zu, während sich die Ernährungssituation insgesamt stabilisierte. Bei mangelernährten Kindern stieg die Genesungsrate von etwa 52 Prozent auf bis zu
Prozent. Gleichzeitig gingen Rückfälle zurück. Familien
zudem mehr Entscheidungsfreiheit darüber, welche Lebensmittel sie benötigen, während lokale Händler durch höhere Umsätze profitieren.