H&R GmbH & Co. KGAA Halbjahresbericht Deutschland; Guidance voraussichtlich übertroffen

HALBJAHRES- BERICHT der H&R GmbH & Co. KGaA ZUM 30. Juni 2026

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Unsere ersten sechs Monate – Umsatz erreicht € 700,4 Mio. – EBITDA mit € 84,4 Mio. bereits zur Jahresmitte 2026 auf Gesamtjahreserwartung – Deutliche Ergebnisdynamik im 2. Quartal 2026 durch Lage am Persischen Golf FINANZKENNZAHLEN H&R GMBH & CO. KGAA IN MIO. € 1.1.-30.06.2026 1.1.-30.06.2025 Veränderungen absolut Umsatzerlöse 700,4 653,1 47,3 Operatives Ergebnis (EBITDA)* 84,4 40,1 44,3 EBIT 59,4 10,9 48,5 EBT 53,5 4,9 48,6 Konzernergebnis nach Steuern 44,5 1,2 43,3 Konzernergebnis der Aktionäre 41,6 0,3 41,3 Konzernergebnis je Aktie, unverwässert in € 1,12 0,01 1,11 Operativer Cashflow 2,4 24,6 -22,2 Cashflow aus Investitionstätigkeit -22,0 -19,5 -2,5 Free Cashflow -19,5 5,1 -24,6 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 17,3 -1,8 19,1

30.06.2026 31.12.2025 Veränderungen absolut Bilanzsumme 1.033,9 916,2 117,7 Net Working Capital 253,5 159,6 93,9 Eigenkapital 471,4 416,1 55,3 Eigenkapitalquote in % 45,6 45,4 0,2 Zahl der Mitarbeiter 1.688 1.714 -26

KENNZAHLEN ZU DEN SEGMENTEN IN MIO. € 1.1.-30.06.2026 1.1.-30.06.2025 Veränderungen absolut Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe Refining

Umsatz 445,9 405,9 40,0 EBITDA 62,1 26,9 35,2 Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe Sales

Umsatz 246,3 237,1 9,2 EBITDA 25,7 17,8 7,9 Kunststoffe

Umsatz 16,0 18,9 -2,9 EBITDA -1,7 -1,9 0,2 Überleitung

Umsatz -7,8 -8,7 0,9 EBITDA -1,8 -2,7 0,9

  • EBITDA – Konzernergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag, sonstigen Finanzierungserträgen und -aufwendun- gen sowie Abschreibungen und Wertminderungen und Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanla- gen.

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Brief der Unternehmensleitung Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Unternehmenspartner,

nach einem insgesamt operativ recht soliden Schlussquartal 2025 begann das Geschäftsjahr 2026 für die Ge- sellschaft zunächst verhalten, bevor mit dem Beginn des Krieges zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite erneut ein massiver Unsicherheitsfaktor die Weltwirtschaft prägen und globale Handelsstrukturen beeinträchtigen sollte. Mit Beginn der Kriegshandlungen gegen Ende des ersten Quartals waren für die Unternehmen weder deren Auswirkungen noch die Dauer verlässlich einschätzbar. Einzig der Rohölpreis reagierte unverzüglich und verteuerte unmittelbar auch die Preise für Kraftstoffe. Unsere Einsatzstoffe zogen ebenfalls an, obgleich die in Europa verarbeiteten Rohölmengen seit langem nur zu einem kleinen Teil aus der Golfregion stammen. Die sich anschließenden Wochen zeigten jedoch, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des aktuellen Kriegs in der Golfregion auch uns in Deutschland aufgrund unserer regionalen Verteilung von Industriezwei- gen, landwirtschaftlichen Flächen und Logistikstrukturen auf verschiedene Arten, aber empfindlich treffen können: Durch die Blockade der Straße von Hormus fehlen uns in Nordeuropa zum Beispiel große Mengen Düngemittel oder Rohstoffe für die chemische Industrie. Schiffe Hamburger Großreedereien sitzen in der Golfregion fest, einer der wichtigsten globalen Logistik- und Transportdrehscheiben. Die darüber geführten Lieferketten von und nach Asien leiden massiv. Keine einfache Aufgabe, in einer solchen Situation die eigenen Chancen einzuschätzen und mit einer gewis- sen Validität auch an die Aktionäre, Kunden und Geschäftspartner zu vermitteln. Im Ergebnis entschieden wir uns – auch nach einigen Monaten des Hin- und Her teils martialischer, teils diplomatischer Aussagen des US-Präsidenten – Mitte Mai für ein Festhalten an unserer Guidance von EUR 85 Mio. bis EUR 100 Mio. Nach Veröffentlichung unser Insiderinformation zum Verlauf des zweiten Quartals und der Mitteilung zu den vorläufigen Zahlen per 30. Juni ist es kein Geheimnis mehr: Diese Prognose wird aller Voraussicht nach überschritten werden, auch am oberen Ende. Wie kommt es, dass unsere Gesellschaft so unerwartet von der aktuellen Lage profitieren kann? Bei genauer Betrachtung sind wir in einer ähnlichen Situation wie zu Zeiten der COVID-19-Pandemie, wenn auch mit gänzlich anderen Vorzeichen. 2020/21 kam ein großer Teil des Reise-, Flug- und Personenverkehrs im Lockdown zum Erliegen. Die Nachfrage nach Kraftstoffen sank, Schmierstoffraffinerien fuhren die Pro- duktion herunter. H&R Spezialitätenproduktionsstandorte nahmen die Reststoffe noch produzierender Kraft- stoffraffinerien hingegen weiterhin ab und blieben produktions- und lieferfähig. Aktuell führen die hohen Rohölkosten zu gestiegenen Kraftstoffpreisen bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Statt sie in Schmierstoffraffinerien abzuschleusen, verwenden die großen Mineralölkonzerne die Reststoffe über Cracker weiter für die Kraftstoffproduktion. Die Kapazitäten für Grundöle werden runtergefahren. Auch in diesem Szenario bleibt H&R für noch anfallenden atmosphärischen Rückstand abnahme- und weiterverar- beitungsbereit und sichert die Belieferung ihrer Kunden. Unter dem Strich führt uns dies bereits zum Halbjahr 2026 an die ursprüngliche EBITDA-Erwartung für das gesamte Jahr heran. Mit EUR 62,5 Mio. lag das zweite Quartal 2026 über dem Vorjahresvergleichsquartal, in dem insgesamt EUR 17,8 Mio. erzielt wurden. Hiervon wesentlich getragen kam das operative Halbjah- resergebnis in Summe auf EUR 84,4 Mio. und übertraf den 6-Monatswert des Vorjahres um insgesamt EUR

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44,3 Mio. Hierfür wesentlich war – neben unserer Lieferfähigkeit und der Nachfrage unserer Kunden – vor allem die äußerst auskömmliche Preissituation für besonders nachgefragte Produktgruppen. Bei vergleichba- ren Personalkosten und geringeren Abschreibungen erholten sich auch unsere sonstigen Ergebnisebenen. Das Konzernergebnis der Aktionäre schloss bei EUR 41,6 Mio. (1. Halbjahr 2025: EUR 0,3 Mio.). Zum Halbjah- resende pushten vor allem die höheren und weitergereichten Einsatzstoffkosten des zweiten Quartals die Um- satzerlöse auf EUR 700,4 Mio. (1. Halbjahr 2025: EUR 653,1 Mio.). Der Gewinn je Aktie ist mit EUR 1,12 äußerst erfreulich. Dennoch bleibt es wichtig, die finanziellen Polster nach zwei schwachen Jahren für die kommenden Aufgaben und Herausforderungen zu stärken. Für H&R bleibt abzuwarten, ob dies gelingt und wie sich die nächsten Monate entwickeln werden bzw. welche Auswirkungen diese Entwicklungen mit sich bringen könnten. An- gesichts der aktuell ständig wechselnden Nachrichtenlage ist zumindest keine spontane Beendigung des Kon- flikts zu erwarten. Wie schon der Krieg in der Ukraine scheint auch der Krieg zwischen den USA und dem Iran sich dem Plan einer „Beendigung am ersten Tag“ zu widersetzen. Obgleich wir ein erstes Abflachen der Nachfrage erkennen, sind wir durchaus zuversichtlich und wollen die aktuellen Möglichkeiten noch etwas länger für uns nutzen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass unsere Guidance für das operative Ergebnis sich nach aktuellem Kenntnisstand in einer Bandbreite von EUR 120,0 Mio. bis EUR 145,0 Mio. bewegen könnte. Bleiben Sie uns gewogen und vor allem: Bleiben Sie optimistisch und gesund!

Hamburg, im August 2026 Ihr

Niels H. Hansen Geschäftsführer

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Konzern-Zwischenlagebe- richt der H&R GmbH & Co. KGaA 6 Konzernstruktur 7 Gezeichnetes Kapital und Aktionärsstruktur 8 Wirtschaftliches Umfeld 11 Aktie und Aktienkursent- wicklung 12 Ertrags-, Finanz- und Ver- mögenslage 17 Chancen- und Risikobe- richt 17 Wesentliche Vorgänge nach dem Bilanzstichtag 17 Ausblick

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Konzernstruktur Geschäftsfelder und Organisations- struktur Der H&R-Konzern gliedert seine operativen Aktivitäten in die zwei Geschäftsbereiche Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe und Kunst- stoffe. Zu unserem Segment ChemPharm Refining gehören die zwei deutschen Spezialitätenproduktions- standorte in Hamburg und Salzbergen. Diese betreiben wir mit dem Ziel einer möglichst hohen Ausbeute an Spezialitäten auf Kohlenwasser- stoffbasis, wie zum Beispiel kennzeichnungsfreie Weichmacher, Paraffine und Weißöle. Im Zuge unserer Produktionsprozesse entstehen rund 800 verschiedene Produkte, die ihre Anwendung in nahezu allen Lebensbereichen finden. In unserem Segment ChemPharm Sales bündeln wir zahlreiche Weiterverarbeitungsbetriebe sowie unsere weltweiten Vertriebsstandorte. Im Segment Kunststoffe stellen wir an unseren Standorten in Coburg, Tschechien und China Präzisionskunststoffteile her. Abnehmer unserer Kunststofferzeugnisse sind die Automobilindustrie, die Medizintechnik sowie andere klassische industrielle Branchen. Rechtliche Konzernstruktur Die Führung unserer Geschäftsaktivitäten erfolgt durch die H&R GmbH & Co. KGaA (im Folgenden: H&R) als Konzernholding. Die Holding verantwor- tet die strategische Ausrichtung des Unternehmens, sie ist für die Finanzierungs-aktivitäten im Konzern zuständig und übernimmt für unsere Tochterunter- nehmen Management-, Service- und Dienstleis- tungsaufgaben. Die Zahl der zu konsolidierenden Tochtergesell- schaften betrug zum Ende des Berichtszeitraums 49 (31. Dezember 2025: 49). Unsere Tochtergesell- schaften sind in der Anteilsliste im Konzernanhang des Geschäftsberichts 2025 unter „Konsolidierungs- kreis und Beteiligungen“ aufgeführt. Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeitenden im H&R-Konzern sank zum 30. Juni 2026 gegenüber dem Bilanzstichtag auf 1.688 (31. Dezember 2025: 1.714 Mitarbeiter). Da- von waren insgesamt 174 Mitarbeiterinnen und 711 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Im internati- onalen Bereich waren für uns 322 Mitarbeiterinnen und 481 Mitarbeiter tätig. Die Veränderungen in den Geschäftssegmenten ge- stalten sich wie folgt: Im Geschäftsbereich Chem- Pharm lag die Mitarbeiterzahl in diesem Zeitraum mit 1.347 Personen um 7 Personen niedriger als zum Jahresende (31. Dezember 2025: 1.354). Davon ent- fielen 5 Mitarbeitende auf das Segment Refining (746 Mitarbeiter). Im Segment Sales schieden im Vergleich zum Jahresende 2 Personen aus, sodass sich der Personalbestand auf 601 Beschäftigte ver- ringerte. Im Segment Kunststoffe beschäftigte die H&R KGaA bezogen auf das Jahresende 2025 ins- gesamt 16 Mitarbeitende weniger, wodurch sich der Personalbestand auf 273 Personen verringerte. Im Bereich Sonstige Aktivitäten waren zum Halb- jahresstichtag insgesamt 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, was gegenüber dem Stichtag einen Rückgang um 3 Personen ausmachte.

KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT 7 Gezeichnetes Kapital und Aktionärsstruktur Mitarbeiter

Gezeichnetes Kapital und Aktionärsstruktur Zum 30. Juni 2026 betrug das gezeichnete Grundka- pital der H&R GmbH & Co. KGaA € 95.155.882,68. Es war aufgeteilt in 37.221.746 nennwertlose Inha- ber-Stückaktien. Dies entsprach einem rechneri- schen Wert von € 2,56 je Stückaktie. Es existieren keine unterschiedlichen Aktiengattungen, sondern ausschließlich Stammaktien. Jede dieser Aktien ge- währt eine Stimme. Herr Nils Hansen, Quickborn, hat mit offizieller Stimmrechtsmitteilung zum 30. September 2025 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil nach Beendi- gung des Erwerbsangebots der H&R Holding GmbH aufgrund des Vollzugs des Einbringungsvertrages durch Einbringung der von der H&R Holding GmbH, H&R Internationale Beteiligung GmbH, Nils Hansen, SRS-Schmierstoff Vertrieb GmbH, Öl- fabrik Wilhelm Scholten GmbH und Wilhelm Schol- ten Beteiligungen GmbH gehaltenen Aktien an der H&R GmbH & Co. KGaA in die H&R Beteiligung GmbH, insgesamt 77,65 % der Stimmrechte an der Gesellschaft betrug. Laut informellen Stimmrechtsmitteilung vom 31. Dezember 2025 sowie zum 30. Juni 2026 wurden zwischen der Veröffentlichung der genannten Stimmrechtsmitte