---
title: "ifo Institut – Studie: Mietendeckel und Enteignungsdebatte verschärfen Wohnungskrise in Berlin; Angebotsmieten 10–15% über Erwartung"
sdDatePublished: "2026-08-14T08:06:00Z"
source: "https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-08-14/mietendeckel-und-enteignungsdebatte-verschaerfen-wohnungskrise-berlin"
topics:
  - name: "real estate"
    identifier: "medtop:20000241"
  - name: "housing and urban planning policy"
    identifier: "medtop:20000628"
  - name: "construction and property"
    identifier: "medtop:20000235"
  - name: "court"
    identifier: "medtop:20000107"
  - name: "economic policy"
    identifier: "medtop:20000345"
locations:
  - "Berlin"
---


ifo Institut – Studie: Mietendeckel und Enteignungsdebatte verschärfen Wohnungskrise in Berlin; Angebotsmieten 10–15% über Erwartung

Mietendeckel und Enteignungsdebatte verschärfen Wohnungskrise in Berlin | Pressemitteilung | ifo Institut

Mietendeckel und Enteignungsdebatte verschärfen Wohnungskrise in Berlin

Der Berliner Mietendeckel und Unsicherheiten über staatliche Eingriffe hinterlassen bis heute Schäden am Wohnungsmarkt, obwohl das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel bereits 2021 gekippt hat. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts. „Drei Jahre nach dem Aus des Mietendeckels liegt das Verhältnis von Kaufpreisen zu Mieten in Berlin etwa 10 bis 15 Prozent unter dem Wert, den die Entwicklung anderer Großstädte erwarten lässt“, sagt ifo-Forscher Mathias Dolls. „Der Mietendeckel sowie die anhaltende Enteignungsdebatte sorgen zudem dafür, dass Investoren und Wohnungsunternehmen in Berlin deutlich weniger neu gebaut und saniert haben.“

„Während vor allem private Vermieterinnen und Vermieter nach dem Aus des Mietendeckels die Angebotsmieten kräftig erhöht haben, reagierten Wohnungsunternehmen mit dem Verkauf vieler Wohnungen an landeseigene Gesellschaften“, sagt ifo-Forscher Florian Neumeier. Gleichzeitig geht die Neubau- und Sanierungstätigkeit merklich zurück, vor allem bei großen Anbietern. Private Haushalte bauen zwar mehr, können den Rückgang aber nicht ausgleichen. Die Angebotsmieten haben sich nach dem Ende des Mietendeckels deutlich erhöht. Sie liegen ab 2023 um 10 bis 15 Prozent über dem Niveau, das ohne Mietendeckel und Enteignungsdebatte zu erwarten wäre. Die Kaufpreise ziehen jedoch nicht im gleichen Maß an. Sie bleiben zurück und liegen deutlich unter dem Schnitt anderer Großstädte.

Die Studie beruht auf rund 2,3 Millionen Mietangeboten und 1,1 Millionen Kaufangeboten in den 14 größten deutschen Städten von 2017 bis 2024 sowie auf Daten zur Bautätigkeit. Dadurch lässt sich der Effekt der Berliner Wohnungspolitik auf Preise und Bauaktivität abschätzen. Ergänzend erstellen die Studienautoren einen Index der wohnungspolitischen Unsicherheit aus Artikeln in 230 Zeitungen. „Die Unsicherheit am Berliner Wohnungsmarkt steigt deutlich, sobald die Politik über Mietendeckel oder Enteignung diskutiert”, sagt Carla Krolage, Ko-Autorin der Studie. „Diese Unsicherheit schlägt sich im Verhalten von Investoren nieder.“

Die Kosten des Regulierungsrisikos am Berliner Wohnungsmarkt

Das könnte Sie auch interessieren