57-jähriger ehemaliger Vorstand der Elsflether Werft AG, angeklagt am Landgericht Oldenburg wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Vorteilsgewährung und Untreue; Systematische Abrechnungen gegenüber dem MArs
Neue erstinstanzliche Strafsachen in der Zeit vom 17.08.2026 bis 21.08.2026 (34. Kalenderwoche) | Landgericht Oldenburg
Neue erstinstanzliche Strafsachen in der Zeit vom 17.08.2026 bis 21.08.2026 (34. Kalenderwoche)
Termin am 18.08.2026, 09:00 Uhr – 7 KLs 78
Fortsetzungstermine: 31.08., 01.09., 08.09., 21.09., 22.09., 28.09., 29.09., 08.10., 09.10., 22.10., 23.10., 29.10., 30.10., 12.11., 13.11., 19.11., 20.11., 26.11., 27.11., 03.12., 04.12., 10.12., 11.12., 17.12., und 18.12.2026 jeweils um 9:00 Uhr
Dem nunmehr 57-jährigen Angeklagten, einem ehemaligen Vorstand der Elsflether Werft AG, legt die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit drei Anklageschriften die folgenden Sachverhalte zur Last:
Mit Anklageschrift vom 10.06.2022 wirft sie ihm den gewerbsmäßigen Betrug in einem besonders schweren Fall zum Nachteil des Marinearsenals in Wilhelmshaven (MArs) vor. Es sollen durch die Elsflether Werft AG systematisch unzutreffende Abrechnungen fremder Leistungen von Subunternehmen gegenüber dem MArs erfolgt sein, die der Angeklagte trotz Kenntnis im Januar 2018 nicht unterbunden haben soll.
Mit weiterer Anklageschrift vom 02.11.2021 wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten Vorteilsgewährung in einem Fall vor. Dem technischen Kostenprüfer des Marinearsenals soll im Jahr 2017 mit Einverständnis des Angeklagten ein Darlehen in Höhe von 400.000 EUR gewährt worden sein. Die Zuwendung an den Kostenprüfer soll geleistet worden sein, um dessen Wohlwollen bei seiner Tätigkeit als Kostenprüfer zu gewinnen.
Mit weiterer Anklageschrift vom 10.12.2021 wird dem ehemaligen Vorstand besonders schwere Untreue, das vorsätzliche unerlaubte Betreiben von Bankgeschäften, die Verletzung von Buchführungspflichten und Insolvenzverschleppung zur Last gelegt.
Ursprünglich war das Verfahren gegen den hiesigen Angeklagten gemeinsam mit weiteren Mitangeklagten und insbesondere einem weiteren Vorstand der Elsflether Werft AG geführt worden. Nach der vorübergehenden Verhandlungsunfähigkeit des hiesigen Angeklagten wurde das Verfahren gegen ihn abgetrennt und wird nunmehr erneut verhandelt.
Termin am 18.08.2026, 9:00 Uhr – 5 Ks 1
Fortsetzungstermine: 01.09. und 17.09.2026 jeweils um 09:00 Uhr
Tatvorwurf: versuchter Mord aus Verdeckungsabsicht im Zustand der Schuldunfähigkeit u.a.
Dem 66-jährigen Beschuldigten wird im Rahmen eines Sicherungsverfahrens zur Last gelegt, im Zustand der Schuldunfähigkeit im Februar 2025 in Friesoythe im Rahmen einer Polizeikontrolle mit seinen PKW einen Polizeibeamten frontal angefahren und verletzt zu haben. Zuvor soll er mit seinem PKW ohne Kennzeichen und ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs gewesen sein. Der Beschuldigte soll gehandelt haben, um sich einer Kontrolle und seiner drohenden Festnahme zu entziehen. Hierbei soll er den Tod des Polizeibeamten zumindest billigend in Kauf genommen haben. Im Rahmen der anschließenden Unfallflucht soll der Beschuldigte auch abermals durch die eingesetzte Funkstreifenwagenbesatzung, welche die Verfolgung des Beschuldigten aufgenommen hatte, in einer Sackgasse gestellt worden sein. Der Beschuldigte soll abermals geflohen sein, indem er ein fremdes abgestelltes Fahrzeug gerammt habe und mit quietschenden Reifen auf den eingesetzten Funkstreifenwagen losgefahren sei. Hierbei soll ein Polizeibeamter nach vorheriger Androhung einen Schuss auf das Fahrzeug des Beschuldigten ohne Stoppwirkung abgegeben haben. Nach der weiteren Flucht des Beschuldigten und einer folgenden Kollision mit einem fremden Fahrzeug in der Ortschaft Edewecht soll er schließlich in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben. Im Anschluss soll es zur Festnahme des unverletzten Beschuldigten gekommen sein.
Bei der Begehung der Taten soll die Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung aufgehoben gewesen sein. Derzeit ist er vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Seine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus kommt in Betracht.