Brandenburg erinnert an Opfer des Mauerbaus und der deutschen Teilung in Großziethen, Schönefeld; 140 Todesopfer an der Berliner Mauer
Brandenburg erinnert an Opfer von Mauerbau und deutscher Teilung - Landtag Brandenburg
Brandenburg erinnert an Opfer von Mauerbau und deutscher Teilung
Schönefeld, 13. August 2026 . 65 Jahre nach dem Mauerbau haben der Landtag Brandenburg, die Landesregierung, die Beauftragte des Landes zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und die ausrichtende Gemeinde Schönefeld heute gemeinsam der Opfer der deutschen Teilung und des DDR-Grenzregimes gedacht. Im Rahmen der zentralen Gedenkveranstaltung im Schönefelder Ortsteil Großziethen legten Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke, der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Jan Redmann sowie die Aufarbeitungsbeauftragte und Schönefeld Bürgermeister Kränze nieder.
Im Mittelpunkt des Gedenkens stand die Erinnerung an die Menschen, deren Leben durch die Abriegelung der Grenze am 13. August 1961 verändert wurde sowie an diejenigen, die bei Fluchtversuchen oder an den Grenzanlagen ihr Leben verloren. Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke hielt die Gedenkrede. Die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Dr. Maria Nooke, informierte im Rahmen einer dokumentarischen Lesung über die Grenzsituation sowie exemplarisch den Tod von Eberhard Schulz an der Berliner Mauer. Der Gang zur Stele wurde durch eine Installation mit den Namen der 140 Menschen, die infolge des DDR-Regimes an der Berliner Mauer gestorben sind, begleitet. Für den musikalischen Rahmen bei der zentralen Gedenkveranstaltung sorgte das Ensemble Orbis Quartett.
In ihrer Rede sagte Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke: „Die Muster unserer Wirklichkeit, die wir in den historischen Signaturen des 13. August erkennen, sind dringlich wie ein Spiegel. Noch nie seit der Friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer wurde Freiheit so selbstverständlich gelebt und ist gleichzeitig so bedroht wie heute.“ Letztlich stelle sich immer die Frage nach Gerechtigkeit. „Wir brauchen Antworten. Mauer, Stacheldraht, Todesstreifen sind doch noch als untaugliche und menschenverachtende Mittel im Kopf; niemand will Diktatur. Demokratie bleibt das große Ziel, Freiheit und Gerechtigkeit, erreichbar täglich, wenn wir es wollen“, ergänzte die Präsidentin.
Der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Jan Redmann betonte: „Die DDR war kein freiheitlicher Rechtsstaat, sondern ein autoritäres System, das die Rechte seiner Bürgerinnen und Bürger vielfach verletzte und auch nicht davor zurückschreckte, auf diese zu schießen.“ Gedenkveranstaltungen wie die heutige seien daher alles andere als bloße Zeremonien, erklärte der Minister, sie würden uns daran erinnern, dass die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht selbstverständlich sei.
Aufarbeitungsbeauftragte Dr. Maria Nooke machte deutlich: „Die Berliner Mauer war mehr als Stacheldraht und Beton. Sie war das sichtbare Eingeständnis der SED, dass sie nur mit Einschränkung der Freiheit, mit Zwang, Überwachung und Repression ihre Macht sichern konnte.“ Es gelte, den „Sieg der Freiheit wach zu halten“ und an das „geschehene Unrecht zu erinnern“, ergänzte Dr. Nooke.
Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel sagte, die Grenze habe Familien getrennt, Lebenswege zerstört und Freiheit mit Gewalt eingeschränkt. „Dass wir heute hier stehen und gemeinsam erinnern können, ist ein großes Glück. Ich wünsche mir, dass wir in Deutschland nie wieder erleben müssen.“
Vor 65 Jahren riegelte die DDR die Grenze zu den Westsektoren Berlins ab. Die Mauer und das Grenzregime wurden zum sichtbaren Symbol der deutschen Teilung und der Unfreiheit in der DDR. Bis zum Fall der Mauer im November 1989 infolge der Friedlichen Revolution starben mindestens 140 Menschen nach Fluchtversuchen oder bei anderen Zwischenfällen an den Sperranlagen in und um Berlin. An der gesamten innerdeutschen Grenze kamen mehrere hundert Menschen ums Leben.
Gedenkrede der Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedkte © Landtag Brandenburg
Alter Markt 1 14467 Potsdam
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