Henri Matisse Scherenschnitte Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg Nordhausen; Noch bis 30. August zu sehen, Sonderausstellung laufend

MeldungEin großer Franzose im Kunsthaus MeyenburgFreitag, 14. August 2026, 17:10 Uhr

Freitag, 14. August 2026, 17:10 Uhr

Meldung Ein großer Franzose im Kunsthaus Meyenburg Nordhausen (psv) Seit dem 27. Juni lädt das Kunsthaus Meyenburg in die Welt der Scherenschnitte ein. Zu den besonderen Highlights der aktuellen Ausstellung gehören natürlich die Scherenschnitte des bekannten französischen Künstlers Henri Matisse.Matisse, der zu den bedeutendsten Vertretern der Klassischen Moderne gehört, schuf 1947 das Künstlerbuch „Jazz“. Dieses Mappenwerk gehört heute zu den erfolgreichsten limitierten Editionen von Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der Maler Henri Matisse erkrankte mit 80 Jahren schwer und war nicht mehr in der Lage, lange zu stehen oder seinen Pinsel zu führen. Derart eingeschränkt, entwickelte er die Technik, mit der Schere Formen direkt in buntes Papier zu schneiden. Die ausgeschnittenen Formen arrangierte er mit Hilfe seiner Assistentinnen, bis ein plastisches Bild entstand, welches sich spannungsvoll zu einer figürlichen oder abstrakten Komposition fügte. Matisse nannte diese Technik „mit der Schere zeichnen“. In den Jahren 1943 und 1944 schuf Henri Matisse so die meisten der 20 Tafeln für das Buch „Jazz“. Ursprünglich waren für dieses Projekt nur Arbeiten zum Thema Zirkus geplant. Doch die Bilder, die Matisse gestaltete, waren „rhythmisierte Improvisationen“, die den Maler schließlich zu einem anderen Titel inspirierten. Er schrieb selbst dazu: „Echter Jazz bietet herausragende Eigenschaften: diese Gabe zur Improvisation, dieses Lebendige, dieses Einverständnis mit dem Publikum.“ Viele dieser Bilder gehen auf seine Kindheitserinnerungen zurück; die Themen kreisen vor allem um den Zirkus oder das Varieté. Diese Assoziationen finden sich auch in seinen Bildtiteln wieder und mit etwas Phantasie kann man Matisse Gedankengänge nachvollziehen. Andere Motive wie die „Lagune“ sind Erinnerungen an Matisses Aufenthalt auf Tahiti. Diese Tafeln zeigen schillernde Farben einer tropischen Welt, mit Formen, die an Lebewesen oder an Wellen erinnern und an eine friedlich ruhende See denken lassen. Matisse schuf mit seinen außergewöhnlichen Scherenschnitten ein Alterswerk von besonderer Modernität und voller Farbigkeit und Lebensfreude, welches er selbst auch als Quintessenz seines Schaffens bezeichnete. Trotz ihrer Einfachheit erreichen seine Scherenschnitte eine fast skulpturale Qualität und minimalistische Abstraktion, die Generationen von Künstlern nachhaltig beeinflussten. Die faszinierenden und farbintensiven Scherenschnitte von Henri Matisse zeigen, dass Scherenschnitte weder filigran noch schwarz-weiß sein müssen. Die Sonderausstellung „Schnipp Schnapp Kunst aus Papier geschnitten“ ist noch bis zum 30. August im Kunsthaus Meyenburg zu sehen. Öffnungszeiten: Di bis So 10 17 Uhr Eintritt: 6,50

Kinder bis 18 Jahre haben freien Eintritt