Polizeirevier Borna Neubau in Borna, Sachsen; 155 Bedienstete im Schichtdienst
Freistaat Sachsen, Polizeirevier Borna Neuunterbringung
STAATSBETRIEB IMMOBILIEN- UND BAUMANAGEMENT SIB Polizeirevier Borna Neuunterbringung
Bauaufgabe Mit dem Neubau für das Polizeirevier Borna erhält die Polizei- direktion Leipzig einen modernen und zukunftsfähigen Standort im Süden des Landkreises Leipzig. Das neue Revier dient der bedarfs gerechten Unterbringung und Zusammenführung der bisherigen Revierstandorte in Borna und Geithain. Auf einer Nutzungsfläche von rund 2.439 Quadratmetern ent standen moderne Arbeitsplätze für 155 Bedienstete im Schicht dienst. Das Gebäude umfasst unter anderem die Bereiche Revier leitung, Streifendienst und drei Fachkommissariate. Hinzu kommen Büro-, Besprechungs- und Schulungsräume, ein Sport raum, Umkleiden mit Duschen, Vernehmungsräume, ein Gewahr samsbereich sowie Flächen für Akten, Einsatzmittel, Asservaten verwahrung und Spurenauswertung. Grundstück Der Neubau entstand auf einem landeseigenen Grundstück nahe dem Zentrum der Stadt Borna. Das rund 8.464 Quadratmeter große Areal ist Teil der ehemaligen Liegenschaft „Artilleriekaser ne Borna“ an der Stauffenbergstraße. Die früheren baulichen Anlagen waren bereits zurückgebaut und die Altlastensanierung abgeschlossen. Gleichzeitig stellte das Grundstück besondere Anforderungen an die Planung und Bau ausführung: Auffüllungen und verbliebene Fundamentreste vom Rückbau der Altbebauung sowie ein hoher Grundwasserstand, ca. 50 cm unter der Geländeoberkante, führten zu schwierigen Baugrundverhältnissen. Unter diesen Voraussetzungen wurden verschiedene Gründungsvarianten betrachtet und schlussendlich sich für die Ausführung eines Gründungspolsters entschieden. Teilüberdachter Haupteingang mit begrüntem Vorplatz und der Kunst am Bau Fassadenseite zum Polizeihof
Architektur und Freianlagen Die umliegende Bebauung ist stark durch eine Nord-Süd-Ausrich tung geprägt. Der Entwurf des Polizeireviers greift diese städte bauliche Ordnung auf. Das dreigeschossige Hauptgebäude orien tiert sich mit seiner Längsseite ebenfalls an dieser Nord-Süd- Richtung und folgt leicht zurückversetzt dem Straßenverlauf. Das neue Polizeirevier besteht aus einem freistehenden Haupt gebäude und einem eingeschossigen Nebengebäude. Gemeinsam bilden sie einen geschützten Polizeihof. Die Erschließung erfolgt über die Erweiterung der von der Stauffenbergstraße abgehenden Stichstraße, die als Hauptzufahrt ausgebaut wurde. Der Hauptzugang wird durch einen zurückgesetzten Fassaden bereich betont. Direkt angrenzend an den Windfang liegt die Wache als erster Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher. Ihr gegenüber befinden sich der Besucherwarteraum und der Anzeigenraum. Die weitere innere Organisation folgt den funk tionalen Anforderungen des Polizeibetriebs: Büro- und Gemein schaftsnutzungen sind im Erdgeschoss und im zweiten Ober- geschoss angeordnet, während sich die Umkleide- und Sanitär bereiche überwiegend im ersten Obergeschoss befinden. Das Hauptgebäude wird über zwei westlich angeordnete Treppen häuser erschlossen. Ein Aufzug verbindet alle Geschosse barriere frei. Für sehbeeinträchtigte Besucherinnen und Besucher führt ein taktiles und farbkontrastreiches Leitsystem vom Außenbereich bis in das Innere des Gebäudes. Die Fassade des Hauptgebäudes hebt sich durch eine helle Klin kerbekleidung hervor. Stehende Fensterformate, Metallpaneele in perlmausgrauer Färbung sowie dunkel abgesetzte Blechlaibungen verleihen der Lochfassade einen ruhigen und zugleich rhythmi schen Ausdruck. Die Gestaltung verbindet Robustheit und Dauer haftigkeit mit einer klaren, zeitgemäßen Architektursprache. Der Vorplatz markiert den öffentlichen Zugang zum Polizeirevier. Im Inneren des Gebäudes entsteht ein begrünter Hof als geschütz ter Aufenthalts- und Rückzugsort. Großpflanzen, Sitzmöglich keiten und eine kontrastreiche Pflasterung schaffen Aufenthalts qualität für die Beschäftigten. Die Dachflächen werden extensiv begrünt. Dadurch verbessert sich das Mikroklima und zugleich wird der Regenwasserabfluss verzögert. Stauden-, Gehölz- und Baumpflanzungen ergänzen die Außenanlagen und binden das Gebäude in sein Umfeld ein. Die Dienstfahrzeuge werden im gesicherten Polizeihof sowie in Garagen untergebracht. Außerdem wurden Anlagen der E-Lade infrastruktur sowohl innerhalb als auch außerhalb der Garagen vorgesehen. Damit vereint der Neubau die funktionalen Anforde rungen eines modernen Polizeistandorts mit zeitgemäßer techni scher Ausstattung Besucherwarteraum mit den Ornamenten „Gaunerzinken“ an der Wand oben: Flurkreuzung mit Blick in die Teeküche | unten: Sportraum
Gebäudetechnik Die Wärmeversorgung des Polizeireviers erfolgt über einen An schluss an das lokale Fernwärmenetz. Für die Dusch- und Um kleidebereiche, den Seminar- und Sportraum, innenliegende Räume sowie den Gewahrsamsbereich wird der erforderliche Luftwechsel über eine mechanische Be- und Entlüftung sicher gestellt. Dafür kommt ein zentrales raumlufttechnisches Gerät mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Auf dem Hauptgebäude wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 50 kWp installiert. Sie dient der Eigenversorgung des Gebäudes. Die Beleuchtung im Innen- und Außenbereich wur de in energiesparender LED-Technik ausgeführt. Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft ist das Polizeirevier mit den für den Nutzungszweck erforderlichen fernmelde-, informa tions- und sicherheitstechnischen Anlagen ausgestattet. Ein Net zersatzaggregat gewährleistet die Eigenstromversorgung bei Spannungsausfall. Kunst am Bau Im Wettbewerb für Kunst am Bau wurde der Beitrag des Dresdner Künstlers Jan Großmann zur Realisierung ausgewählt. Nahe dem Zugangsbereich zum Revier entsteht die Skulptur „Faltung, Gezinkt“. Das Kunstwerk besteht aus weiß beschichtetem Aluminium. In die Oberfläche sind Linien und Muster gefräst, die sogenannte Gaunerzinken aufnehmen. Diese Zeichen dienten historisch als geheime Hinweise innerhalb krimineller Milieus. Im Kontext eines Polizeireviers erfahren sie eine bewusste Umkehrung ihrer Be deutung: Der einst verborgene Code wird sichtbar, öffentlich und neu lesbar. Die Arbeit übersetzt damit ein Zeichen der Heimlichkeit in eine Form behördlicher Aufklärung. Sie verweist auf das Spannungs feld von Sicherheit, Kontrolle, Öffentlichkeit und Interpretation und setzt zugleich einen eigenständigen künstlerischen Akzent am neuen Standort. Planungskenndaten Genehmigung EW-Bau: Januar 2021 Baubeginn: September 2022 Fertigstellung: Mai 2026 Genehmigte Gesamtbaukosten: 22.960.000 Euro Arbeitsplätze: 83 für 155 Bedienstete im Schichtdienst Grundstücksfläche: 8.464 m² Nutzungsfläche: 2.439 m² Bruttogrundfläche: 4.206 m² Bruttorauminhalt: 16.013 m³ Maße Hauptgebäude: 47 m × 32 m Dach mit Photovoltaik-Anlage oben: Detail der Lammellen-Flurdecke | unten: Gewahrsamsraum
Begrünter Lichthof
Bauherr Freistaat Sachsen Sächsisches Staatsministerium der Finanzen Staatsminister Christian Piwarz Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement Technischer Geschäftsführer, Falk Reinhardt Kaufmännischer Geschäftsführer, Oliver Gaber SIB Niederlassung Leipzig I Niederlassungsleiter, René Bidmon Projektleitung Hochbau: Léon Hempel, Bernd Hentrich Betriebstechnik: Mechthild Arlitt, Katrin Lindig, Ralf Karl, Martin Pelz Ingenieurbau: Tim Rischpeter, Veronika Thieme Projektbeteiligte Architektur JSP ARCHITEKTEN Gesellschaft für Gesamtplanung mbH, Dresden Tragwerksplanung / Brandschutz Staupendahl & Partner Bauplanungsges. mbH, Leipzig Brandschutz Korbjuhn Architekten, Ingenieure & Partner, Berlin Technische Gebäudeausrüstung HLS Haupt Ingenieurgesellschaft für technische Anlagen und Gebäudeausrüstung, Leipzig Technische Gebäudeausrüstung ELT PIW Planungs- und Ingenieurbüro Windfuhr, Halle/S. Bauphysik Graner Ingenieure GmbH, Leipzig Freianlagen Landschaftsarchitektur Petzold, Dresden Ingenieurbau / Verkehrsanlagen BAUPLAN GmbH & Co. KG, Leipzig Herausgeber Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement Riesaer Straße 7h, 01129 Dresden www.sib.sachsen.de im Auftrag des Freistaates Sachsen, Sächsisches Staatsministerium der Finanzen Redaktion SIB, Niederlassung Leipzig I Gestaltung und Satz zilles grafik.design.konzepte., Leipzig Bildnachweis Steffen Spitzner, Gera Druck FISCHER druck&medien OHG, Großpösna Auflage 500 Stück Redaktionsschluss Juli 2026 Bezug SIB Niederlassung Leipzig I Schongauerstraße 7, 04328 Leipzig Telefon: +49 341 255 - 5000 E-Mail: Poststelle-L1@sib.smf.sachsen.de Hinweis Diese Publikation wird im Rahmen der Öffentlichkeits arbeit vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement kostenlos herausgegeben. Sie ist nicht zum Verkauf bestimmt und darf nicht zur Wahlwerbung politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden. Diese Maßnahme wird finanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Drucksache mit Klimabeitrag Druckerei schützt jährlich 500m2 Wald zur CO2- Kompensation von Druck&Papier.