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title: "Polizeirevier Borna Neubau in Borna, Sachsen; 155 Bedienstete im Schichtdienst"
sdDatePublished: "2026-08-14T13:40:00Z"
source: "https://www.sib.sachsen.de/download/Publikationen/2026_NL_Leipzig_I_Polizeirevier_Borna.pdf"
topics:
  - name: "police"
    identifier: "medtop:20000133"
  - name: "construction and property"
    identifier: "medtop:20000235"
  - name: "infrastructure projects"
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  - name: "architecture"
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  - name: "government department"
    identifier: "medtop:20000609"
locations:
  - "Sachsen"
  - "Geithain"
  - "Leipzig"
  - "Dresden"
  - "Borna"
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Polizeirevier Borna Neubau in Borna, Sachsen; 155 Bedienstete im Schichtdienst

Freistaat Sachsen, Polizeirevier Borna Neuunterbringung

STAATSBETRIEB IMMOBILIEN-
UND BAUMANAGEMENT
SIB
Polizeirevier Borna
Neuunterbringung

Bauaufgabe
Mit dem Neubau für das Polizeirevier Borna erhält die Polizei-
direktion Leipzig einen modernen und zukunftsfähigen Standort im
Süden des Landkreises Leipzig. Das neue Revier dient der bedarfs­
gerechten Unterbringung und Zusammenführung der bisherigen
Revierstandorte in Borna und Geithain.
Auf einer Nutzungsfläche von rund 2.439 Quadratmetern ent­
standen moderne Arbeitsplätze für 155 Bedienstete im Schicht­
dienst. Das Gebäude umfasst unter anderem die Bereiche Revier­
leitung, Streifendienst und drei Fachkommissariate. Hinzu
kommen Büro-, Besprechungs- und Schulungsräume, ein Sport­
raum, Umkleiden mit Duschen, Vernehmungsräume, ein Gewahr­
samsbereich sowie Flächen für Akten, Einsatzmittel, Asservaten­
verwahrung und Spurenauswertung.
Grundstück
Der Neubau entstand auf einem landeseigenen Grundstück nahe
dem Zentrum der Stadt Borna. Das rund 8.464 Quadratmeter
große Areal ist Teil der ehemaligen Liegenschaft „Artilleriekaser­
ne Borna“ an der Stauffenbergstraße.
Die früheren baulichen Anlagen waren bereits zurückgebaut und
die Altlastensanierung abgeschlossen. Gleichzeitig stellte das
Grundstück besondere Anforderungen an die Planung und Bau­
ausführung: Auffüllungen und verbliebene Fundamentreste vom
Rückbau der Altbebauung sowie ein hoher Grundwasserstand,
ca. 50 cm unter der Geländeoberkante, führten zu schwierigen
Baugrundverhältnissen. Unter diesen Voraussetzungen wurden
verschiedene Gründungsvarianten betrachtet und schlussendlich
sich für die Ausführung eines Gründungspolsters entschieden.
Teilüberdachter Haupteingang mit begrüntem Vorplatz und der Kunst am Bau
Fassadenseite zum Polizeihof

Architektur und Freianlagen
Die umliegende Bebauung ist stark durch eine Nord-Süd-Ausrich­
tung geprägt. Der Entwurf des Polizeireviers greift diese städte­
bauliche Ordnung auf. Das dreigeschossige Hauptgebäude orien­
tiert sich mit seiner Längsseite ebenfalls an dieser Nord-Süd-
Richtung und folgt leicht zurückversetzt dem Straßenverlauf.
Das neue Polizeirevier besteht aus einem freistehenden Haupt­
gebäude und einem eingeschossigen Nebengebäude. Gemeinsam
bilden sie einen geschützten Polizeihof. Die Erschließung erfolgt
über die Erweiterung der von der Stauffenbergstraße abgehenden
Stichstraße, die als Hauptzufahrt ausgebaut wurde.
Der Hauptzugang wird durch einen zurückgesetzten Fassaden­
bereich betont. Direkt angrenzend an den Windfang liegt die
Wache als erster Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher.
Ihr gegenüber befinden sich der Besucherwarteraum und der
Anzeigenraum. Die weitere innere Organisation folgt den funk­
tionalen Anforderungen des Polizeibetriebs: Büro- und Gemein­
schaftsnutzungen sind im Erdgeschoss und im zweiten Ober-
geschoss angeordnet, während sich die Umkleide- und Sanitär­
bereiche überwiegend im ersten Obergeschoss befinden.
Das Hauptgebäude wird über zwei westlich angeordnete Treppen­
häuser erschlossen. Ein Aufzug verbindet alle Geschosse barriere­
frei. Für sehbeeinträchtigte Besucherinnen und Besucher führt
ein taktiles und farbkontrastreiches Leitsystem vom Außenbereich
bis in das Innere des Gebäudes.
Die Fassade des Hauptgebäudes hebt sich durch eine helle Klin­
kerbekleidung hervor. Stehende Fensterformate, Metallpaneele in
perlmausgrauer Färbung sowie dunkel abgesetzte Blechlaibungen
verleihen der Lochfassade einen ruhigen und zugleich rhythmi­
schen Ausdruck. Die Gestaltung verbindet Robustheit und Dauer­
haftigkeit mit einer klaren, zeitgemäßen Architektursprache.
Der Vorplatz markiert den öffentlichen Zugang zum Polizeirevier.
Im Inneren des Gebäudes entsteht ein begrünter Hof als geschütz­
ter Aufenthalts- und Rückzugsort. Großpflanzen, Sitzmöglich­
keiten und eine kontrastreiche Pflasterung schaffen Aufenthalts­
qualität für die Beschäftigten.
Die Dachflächen werden extensiv begrünt. Dadurch verbessert
sich das Mikroklima und zugleich wird der Regenwasserabfluss
verzögert. Stauden-, Gehölz- und Baumpflanzungen ergänzen die
Außenanlagen und binden das Gebäude in sein Umfeld ein.
Die Dienstfahrzeuge werden im gesicherten Polizeihof sowie in
Garagen untergebracht. Außerdem wurden Anlagen der E-Lade­
infrastruktur sowohl innerhalb als auch außerhalb der Garagen
vorgesehen. Damit vereint der Neubau die funktionalen Anforde­
rungen eines modernen Polizeistandorts mit zeitgemäßer techni­
scher Ausstattung
Besucherwarteraum mit den Ornamenten „Gaunerzinken“ an der Wand
oben: Flurkreuzung mit Blick in die Teeküche | unten: Sportraum

Gebäudetechnik
Die Wärmeversorgung des Polizeireviers erfolgt über einen An­
schluss an das lokale Fernwärmenetz. Für die Dusch- und Um­
kleidebereiche, den Seminar- und Sportraum, innenliegende
Räume sowie den Gewahrsamsbereich wird der erforderliche
Luftwechsel über eine mechanische Be- und Entlüftung sicher­
gestellt. Dafür kommt ein zentrales raumlufttechnisches Gerät
mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz.
Auf dem Hauptgebäude wurde eine Photovoltaikanlage mit einer
Leistung von ca. 50 kWp installiert. Sie dient der Eigenversorgung
des Gebäudes. Die Beleuchtung im Innen- und Außenbereich wur­
de in energiesparender LED-Technik ausgeführt.
Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft ist das Polizeirevier mit
den für den Nutzungszweck erforderlichen fernmelde-, informa­
tions- und sicherheitstechnischen Anlagen ausgestattet. Ein Net­
zersatzaggregat gewährleistet die Eigenstromversorgung bei
Spannungsausfall.
Kunst am Bau
Im Wettbewerb für Kunst am Bau wurde der Beitrag des Dresdner
Künstlers Jan Großmann zur Realisierung ausgewählt. Nahe
dem Zugangsbereich zum Revier entsteht die Skulptur „Faltung,
Gezinkt“.
Das Kunstwerk besteht aus weiß beschichtetem Aluminium. In
die Oberfläche sind Linien und Muster gefräst, die sogenannte
Gaunerzinken aufnehmen. Diese Zeichen dienten historisch als
geheime Hinweise innerhalb krimineller Milieus. Im Kontext eines
Polizeireviers erfahren sie eine bewusste Umkehrung ihrer Be­
deutung: Der einst verborgene Code wird sichtbar, öffentlich und
neu lesbar.
Die Arbeit übersetzt damit ein Zeichen der Heimlichkeit in eine
Form behördlicher Aufklärung. Sie verweist auf das Spannungs­
feld von Sicherheit, Kontrolle, Öffentlichkeit und Interpretation
und setzt zugleich einen eigenständigen künstlerischen Akzent
am neuen Standort.
Planungskenndaten
Genehmigung EW-Bau:
Januar 2021
Baubeginn:
September 2022
Fertigstellung:
Mai 2026
Genehmigte Gesamtbaukosten: 22.960.000 Euro
Arbeitsplätze:
83 für 155 Bedienstete im Schichtdienst
Grundstücksfläche:
8.464 m²
Nutzungsfläche:
2.439 m²
Bruttogrundfläche:
4.206 m²
Bruttorauminhalt:
16.013 m³
Maße Hauptgebäude:
47 m × 32 m
Dach mit Photovoltaik-Anlage
oben: Detail der Lammellen-Flurdecke | unten: Gewahrsamsraum

Begrünter Lichthof

Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister Christian Piwarz
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement
Technischer Geschäftsführer, Falk Reinhardt
Kaufmännischer Geschäftsführer, Oliver Gaber
SIB Niederlassung Leipzig I
Niederlassungsleiter, René Bidmon
Projektleitung
Hochbau: Léon Hempel, Bernd Hentrich
Betriebstechnik: Mechthild Arlitt, Katrin Lindig,
Ralf Karl, Martin Pelz
Ingenieurbau: Tim Rischpeter, Veronika Thieme
Projektbeteiligte
Architektur
JSP ARCHITEKTEN
Gesellschaft für Gesamtplanung mbH, Dresden
Tragwerksplanung / Brandschutz
Staupendahl & Partner Bauplanungsges. mbH, Leipzig
Brandschutz
Korbjuhn Architekten, Ingenieure & Partner, Berlin
Technische Gebäudeausrüstung HLS
Haupt Ingenieurgesellschaft für technische Anlagen
und Gebäudeausrüstung, Leipzig
Technische Gebäudeausrüstung ELT
PIW Planungs- und Ingenieurbüro Windfuhr, Halle/S.
Bauphysik
Graner Ingenieure GmbH, Leipzig
Freianlagen
Landschaftsarchitektur Petzold, Dresden
Ingenieurbau / Verkehrsanlagen
BAUPLAN GmbH & Co. KG, Leipzig
Herausgeber
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Riesaer Straße 7h, 01129 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
SIB, Niederlassung Leipzig I
Gestaltung und Satz
zilles grafik.design.konzepte., Leipzig
Bildnachweis
Steffen Spitzner, Gera
Druck
FISCHER druck&medien OHG, Großpösna
Auflage
500 Stück
Redaktionsschluss
Juli 2026
Bezug
SIB Niederlassung Leipzig I
Schongauerstraße 7, 04328 Leipzig
Telefon: +49 341 255 - 5000
E-Mail: Poststelle-L1@sib.smf.sachsen.de
Hinweis
Diese Publikation wird im Rahmen der Öffentlichkeits­
arbeit vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement kostenlos herausgegeben. Sie ist nicht
zum Verkauf bestimmt und darf nicht zur Wahlwerbung
politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden.
Diese Maßnahme wird finanziert durch Steuermittel
auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag
beschlossenen Haushaltes.
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