Land Bremen veröffentlicht Gewässerkundlicher Monatsbericht Juli 2026, Bremen; 42 mm Niederschlag, 56% des Referenzwerts
Gewässerkundlicher Monatsbericht Land Bremen
Juli 2026
Wasserwirtschaftliche Themen: Witterung, oberirdische Gewässer und Grundwasser in Bremen und Bremerhaven
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 2
Impressum Gewässerkundlicher Monatsbericht
Redaktion Referat 32 – Quantitative Wasserwirtschaft, Hochwasser- und Küstenschutz, Meeresumweltschutz Lucie Legay Titelbild
Die Ochtum, 27.07.2026, Lucie Legay Herausgeberin Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft An der Reeperbahn 2, 28217 Bremen Telefon
+49 421 361 2407 E-Mail
office@umwelt.bremen.de Internetseite
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 3
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ……………………………………………………………………………………….. 4 2. Witterungsverlauf …………………………………………………………………………….. 5 2.1. Lufttemperatur ………………………………………………………………………………… 5 2.2. Sonnenscheindauer …………………………………………………………………………. 6 2.3. Niederschlag …………………………………………………………………………………… 6 3. Fließgewässer …………………………………………………………………………………. 9 4. Grundwasser …………………………………………………………………………………. 10 5. Ergänzende Informationen ……………………………………………………………….. 15 5.1. Station- und Messstellenkarte …………………………………………………………… 15 5.2. Klassifikation des Grundwasserstands ……………………………………………….. 15 5.3. Wertetabelle …………………………………………………………………………………. 17
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 4
- Einleitung Hydrologisches Jahr Das hydrologische Jahr (auch Abflussjahr genannt) orientiert sich nicht am Kalenderjahr, sondern beginnt am 1. November. Zu diesem Zeitpunkt sind die Speicherzustände von Boden und Grundwasser in der Regel am geringsten, sodass der anschließende Niederschlags- und Abflusszyklus vollständig erfasst werden kann. Mit Ablauf des Oktobers endet das hydrologische Jahr, das auf den Zeitraum vom
- November des Vorjahres bis zum 31. Oktober des aktuellen Jahres festgelegt ist. Klimatologische Referenzperiode 1991 bis 2020 Zur Einordnung und Bewertung der aktuellen Klimadaten werden sogenannte Klimareferenzperioden herangezogen, die in der Regel 30 Jahre umfassen. Aktuell wird überwiegend die Referenzperiode 1991-2020 verwendet, die daher auch diesem Bericht zugrunde liegt. Datenquellen Grundlage dieses Berichts sind die Witterungsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie Daten ausgewählter Grundwassermessstellen und Pegeldaten des Gewässerkundlichen Landesdienstes für Bremen.
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 5
- Witterungsverlauf In Kürze Durchschnittliche Lufttemperatur und Sonnenscheindauer. Die außergewöhnliche Trockenheit in Europa wirkte sich auch auf das Land Bremen aus: im Stadtgebiet Bremen wurde nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmengen im Vergleich zum Referenzwert gemessen. 2.1. Lufttemperatur Im Juli 2026 lag die Monatsmitteltemperatur im Stadtgebiet Bremen bei 18,7°C (Referenzwert 1991-2020: 18,4°C), siehe Abbildung 1.
Abbildung 1 - Monatliche Mittelwerte Lufttemperatur, Station Bremen-Flughafen In Bremerhaven lag die Monatsmitteltemperatur im Juli 2026 bei 18,6°C. (Referenzwert: 18,4°C) Anzahl Sommertage und heiße Tage
Verlauf der Lufttemperatur Abbildung 2 zeigt den Verlauf der Lufttemperaturen der Messstation Bremen-Flughafen. Die höchste gemessene Lufttemperatur des Monats am 30.07. betrug 35,8 °C. Das Temperaturminimum trat am 21.07. mit einem Wert von 8,7 °C auf.
Bremen Stadtgebiet Bremerhaven Anzahl Sommertage [Lufttemperatur in 2m Höhe zeitweise über 25°C] 14 7 Anzahl heiße Tage [Lufttemperatur in 2m Höhe zeitweise über 30°C] 2 2
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 6
Abbildung 2- Lufttemperatur, Station Bremen-Flughafen
2.2. Sonnenscheindauer Im Juli 2026 lag die Sonnenscheindauer im Stadtgebiet Bremen bei 218 Stunden. (Abbildung 3)
Abbildung 3 - Monatliche Mittelwerte Sonnenscheindauer, Station Bremen-Flughafen In Bremerhaven betrug die Sonnenscheindauer 208 Stunden.
2.3. Niederschlag Im Juli 2026 wurden im Stadtgebiet Bremen insgesamt 42 mm Niederschlag gemessen, was nur 56 % des Referenzwerts entspricht (siehe Abbildung 4).
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 7
Abbildung 4 – Monatliche Mittelwerte Niederschläge, Station Bremen-Flughafen In Bremerhaven fielen 69 mm Niederschlag, rund 17% weniger Regen im Vergleich zum Referenzwert (Abbildung 5).
Abbildung 5- Monatliche Mittelwerte Niederschläge, Station Bremerhaven-Leuchtturm
Die Abbildung 6 zeigt die Niederschlagsverteilung des Monats an der Station Bremen- Flughafen.
Abbildung 6- Niederschlagsverteilung, Station Bremen-Flughafen
k.A k.A
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 8
Starkregen Starkregenereignisse sind durch kurze, aber sehr intensive Niederschläge gekennzeichnet, die lokal zu erheblichen Wassermengen führen können. Sie verursachen häufig eine schnelle Abflussbildung und können zu Überschwemmungen, überfluteten Kellern und einer erhöhten Belastung der oberirdischen Gewässer führen.
Starkregen - Ereignisse Stadtteil Niederschlagshöhe Intensität keine gemessene Starkregen in diesem Monat
Quelle: hanseWasser Bremen GmbH - Niederschlagsmessstellen
• Starkregen ≥ 15 mm in 1h oder ≥ 20 mm in 6h • Heftiger Starkregen ≥ 25 mm in 1h oder ≥ 35 mm in 6h DWD-Schwellenwerte
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 9
- Fließgewässer Mittelweser und Unterweser Das Weserwehr Bremen trennt die Mittelweser von der Unterweser:
- oberhalb: überwiegend binnenhydrologisch geprägter Fluss
- unterhalb: voll tidebeeinflusster Unterlauf Unterhalb des Wehrs wird der Wasserstand primär durch Tide, Rückstau und Sturmfluten bestimmt.
Wümme-Nordarm Der Wümme-Nordarm am Pegel „Hexenberg“ in Borgfeld ist nicht tidebeeinflusst. Am Pegel Hexenberg lag der mittlere Wasserstand bei 2,82 m NHN und lag damit 14 cm unten dem langjährigen monatlichen Mittel von 2,96 m NHN (siehe Abbildung 7).
Abbildung 7 - Tagesmittelwerte Wasserstand, Station Hexenberg, Bremen-Borgfeld
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 10
- Grundwasser In Kürze Stadtgebiet Bremen in Niederungen: deutlich abnehmender Trend, sehr niedrige Wasserstände unterhalb vom Weserwehr. Bremen-Nord auf der Geest: Grundwasserstände im normalen Bereich. Bremerhaven: überwiegend niedrige Wasserstände.
Das Land Bremen ist geologisch vor allem durch Niederungen und Geest geprägt. Aufgrund der unterschiedlichen hydrogeologischen Eigenschaften beider Naturräume zeigen sich regionale Unterschiede in den Grundwasserständen. Bremen und Bremerhaven liegen überwiegend in Niederungen, die größtenteils aus Marschen bestehen: flache Küsten- und Flussniederungen mit fruchtbarem, meist schluffigem Boden, der ursprünglich durch regelmäßige Überschwemmungen entstand. Marschböden haben hohe Grundwasserspiegel, in der Regel nicht tiefer als 1 m im Winter und bis 2-2,5 m tief im Sommer. Die Grundwasserneubildung ist im Bereich der Niederung meist gering. Bremen-Nord ist überwiegend der Geest zuzuordnen, liegt höher und weist oft trockene, unfruchtbare, vorwiegend sandige Böden auf. In den Geestgebieten des nördlichen Bremer Umlands liegen die Grundwasserneubildungsraten deutlich höher als bei Marschböden. Die Trinkwasserversorgung für Bremen wird zu 18% über das Wasserwerk Blumenthal auf der Geest sichergestellt. Bremen-Nord (Geest) Im Juli 2026 zeigen die Grundwasserstände auf der Geest eine Stabilisierung. Sie bewegen sich weiter überwiegend im normalen Bereich (siehe Abbildung 8).
Abbildung 8 – Monatliche Mittelwerte Grundwasserstand, Grundwassermessstelle Friedehorst, Bremen-Lesum
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 11
Hinweis zur oberen Grafik: Die farbigen Klassen „sehr niedrig“, „niedrig“, „normal“, „hoch“ und „sehr hoch“ werden am Ende des Berichts im Kapitel 5.2 näher erläutert. Stadtgebiet Bremen (Niederungen) Die Grundwasserstände im Stadtgebiet Bremen unterscheiden sich je nachdem, ob sich die Messstellen oberhalb oder unterhalb des Weserwehrs in Hemelingen befinden. Eine Karte mit den entsprechenden Grundwassermessstellen befindet sich am Ende des Berichts im Kapitel 5.1 ‚Station- und Messstellenkarte‘. Im Juli 2026 lagen die Grundwasserstände unterhalb des Weserwehrs überwiegend auf einem sehr niedrigen Niveau (siehe Abbildung 9 und Abbildung 10).
Abbildung 9 – Monatliche Mittelwerte Grundwasserstand, Grundwassermessstelle Universität Bremen
Abbildung 10- Monatliche Mittelwerte Grundwasserstand, Grundwassermessstelle Bochumer Straße, Bremen
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 12
Oberhalb des Weserwehrs führt der Staueffekt des Wehrs dazu, dass die Grundwasserstände dort höher liegen als an den Messstellen unterhalb des Wehrs. Die Grundwassermessstellen (GMS) 191 in Hemelingen und 029 in Habenhausen liegen oberhalb des Weserwehrs. Die Wasserstände bewegen sich allgemein in einem höheren Bereich als die Wasserstände von den oben dargestellten GMS 121 und 152 unterhalb des Wehrs. Im Juli 2026 sanken die Grundwasserstände oberhalb des Weserwehrs, rechts der Weser, überwiegend auf ein sehr niedriges Niveau (Abbildung 11). In Habenhausen ist der Staueffekt des Wehrs deutlich spürbar, sodass dort ein Wasserstand im hohen Bereich verzeichnet wurde (Abbildung 12).
Abbildung 11- Monatliche Mittelwerte Grundwasserstand, Grundwassermessstelle Osterhop, Bremen-Hemelingen
Abbildung 12- Monatliche Mittelwerte Grundwasserstand, Grundwassermessstelle Habenhausen, Bremen
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 13
Bremerhaven In Bremerhaven werden die Messstellen seit 2019 betrieben. Daher kann die Referenzperiode 1991–2020 hier nicht angewendet werden. Stattdessen wird auf Grundlage der verfügbaren Daten eine verkürzte Vergleichsperiode von 2019 bis 2024 verwendet. Die Vergleichsperiode 2019-2024 ist von einigen besonders feuchten Jahren geprägt (2021, 2023, 2024). Im Juli 2026 lagen die Grundwasserstände in Bremerhaven-Lehe im niedrigen Bereich (Abbildung 13).
Abbildung 13 - Monatliche Mittelwerte Grundwasserstand, Bremerhaven-Lehe
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 14
Grundwassersituation in Niedersachsen Auf dem Grundwasser-Portal Niedersachsen werden die Messstellen mit einer Farbkodierung dargestellt. Diese ermöglicht es, die aktuellen Tageswerte in den Kontext der langjährigen Grundwasserstandsdynamik für den jeweiligen Monat im Referenzzeitraum (in der Regel 1991–2020) an der jeweiligen Messstelle einzuordnen. Die farbigen Klassen „sehr niedrig“, „niedrig“, „normal“, „hoch“ und „sehr hoch“ werden im Kapitel 5.2 näher erläutert.
Abbildung 14- Grundwasserstände am 01.08.2026, Niedersachsen Quelle: www.grundwasserstandonline.nlwkn.niedersachsen.de
Gewässerkundlicher Monatsbericht, Land Bremen – Juli 2026
Seite 15
- Ergänzende Informationen 5.1. Station- und Messs