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title: "ZHAW School of Engineering beteiligt SCRAI am Swiss Centre for Responsible AI in der Schweiz; unabhängiger Verein seit Kurzem."
sdDatePublished: "2026-08-14T04:06:00Z"
source: "https://www.zhaw.ch/de/engineering/ueber-uns/news/news/event-news/ki-verantwortungsvoll-gestalten"
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locations:
  - "Winterthur"
  - "Zürich"
  - "Switzerland"
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ZHAW School of Engineering beteiligt SCRAI am Swiss Centre for Responsible AI in der Schweiz; unabhängiger Verein seit Kurzem.

KI verantwortungsvoll gestalten | ZHAW School of Engineering

Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, kommunizieren und Entscheidungen treffen. Doch KI ist nicht automatisch zuverlässig, fair oder sicher. An der ZHAW School of Engineering spielt es deshalb eine grosse Rolle, wie sich ethische, soziale und rechtliche Anforderungen von Anfang an in die Entwicklung und den Einsatz von KI integrieren lassen.

KI wird heute in fast allen Lebensbereichen eingesetzt. Sie analysiert Daten, automatisiert Prozesse, erstellt Inhalte oder unterstützt Entscheidungen. Gleichzeitig zeigt sich aber immer wieder, dass es dabei zu Verhalten kommt, das so nicht vorgesehen war: Falsche Informationen, Manipulation, Diskriminierung, unerklärliche oder nicht-nachvollziehbare Aktivitäten, Gefährdung von Nutzenden oder Betroffenen – um nur einige Beispiele zu nennen. Um dies zu verhindern, muss KI nicht nur möglichst gut eine Aufgabe erfüllen können, sondern umfassend verantwortungsvoll gestaltet sein – ein Schwerpunkt der Forschung und Arbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz an der ZHAW School of Engineering.

Responsible AI wird aus mehreren Dimensionen betrachtet und setzt nicht erst an, wenn bereits Schaden entstanden ist. Das Ziel ist, mögliche negative Folgen für Menschen, Gesellschaft oder Umwelt frühzeitig zu erkennen und Verantwortung in den gesamten Entwicklungsprozess einzubauen. Dabei muss das Zusammenspiel von Technologie, Daten, Geschäftsmodellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Relevante Fragestellungen beziehen sich etwa auf die Vermeidung von falschen oder schädlichen Entscheidungen, mögliche Auswirkungen von Empfehlungsalgorithmen auf politische Diskussionen, ökologische Folgen wie zum Beispiel durch Energieverbrauch von Rechenzentren und Diskriminierung sowie Fairness. Ausserdem stehen Transparenz, Datenschutz und Robustheit gegen Störungen und Missbrauch im Fokus von verantwortungsvoller KI. Verantwortliche KI erfordert ein entsprechendes technisches Design und dafür braucht es Knowhow.

«Wir wollen sicherstellen, dass zukünftige KI-basierte Systeme ganzheitlich verantwortlich gestaltet und nicht nur blind auf eine Aufgabe trainiert sind.»

Christoph Heitz, Leiter Schwerpunkt AI & Society am Institut für Data Science IDS

An der ZHAW School of Engineering beschäftigen sich insbesondere Forschungsgruppen des Centre for Artificial Intelligence CAI um Ricardo Chavarriaga und des Instituts für Data Science IDS um Christoph Heitz mit Responsible AI. Auch in der Ausbildung ist Responsible AI bereits integriert. In den Bachelorstudiengängen Informatik und Data Science gibt es ein Wahlfach zum Thema und auch in verschiedenen Weiterbildungsangeboten werden entsprechende Kompetenzen vermittelt.

Eine Anlaufstelle für Fragen zu Responsible AI

Zur Förderung und Institutionalisierung der Expertise im Bereich Responsible AI ist die ZHAW School of Engineering am Swiss Centre for Responsible AI, kurz SCRAI, führend beteiligt. Das Kompetenzzentrum unterstützt Unternehmen und Verwaltung darin, KI verantwortlich zu gestalten und zu nutzen, damit Responsible AI eine gelebte Realität in der Schweiz wird. Der Think-and-Do-Tank entstand mithilfe einer DIZH-Förderung und ist seit kurzem als unabhängiger Verein organisiert. Mit dabei sind mehrere Hochschulen aus dem Raum Zürich. Die ZHAW School of Engineering bringt die technische Perspektive ein. Die Universität Zürich steuert rechtswissenschaftliches Wissen bei. Die Pädagogische Hochschule Zürich beschäftigt sich mit Einstellungen von Mitarbeitenden und Teams sowie Teamdynamiken beim Einsatz von KI in einer Organisation. Die Zürcher Hochschule der Künste ergänzt gesellschaftliche, gestalterische und nutzerzentrierte Ansätze. Dieser multiperspektivische Ansatz ist entscheidend.

Das SCRAI will Responsible AI nicht nur erforschen, sondern konkrete Lösungen für Unternehmen und öffentliche Institutionen entwickeln. Es unterstützt Organisationen dabei, KI-Strategien, Governance-Strukturen und Prozesse aufzubauen. «Der Bedarf ist gross. Banken, Versicherungen, Plattformanbieter und staatliche Akteure setzen zunehmend KI ein, stehen aber vor vielen Fragen in den einzelnen Dimensionen der Responsible AI», so Christoph Heitz, «das SCRAI bündelt wissenschaftliches Wissen und Umsetzungskompetenz, stellt dies den Organisationen zur Verfügung und organisiert Veranstaltungen, um Akteure in der Schweiz zu vernetzen.»

Klare Vorgaben auf europäischer Ebene

Auch der Blick nach Europa zeigt die Aktualität und Wichtigkeit von Responsible AI. Der European AI Act wurde vom EU-Parlament verabschiedet und wird aktuell schrittweise rechtlich verbindlich. Viele Anforderungen des European AI Acts müssen jedoch durch technische Normen konkretisiert werden. Unternehmen benötigen klare Vorgaben, wie sie die Punkte umsetzen und nachweisen können. Für die Entwicklung dieser Normen wurde die Organisation CEN-CENELEC und darin das Komitee JTC 21 «Artificial Intelligence» beauftragt.

Etwa 100 Vertreter:innen dieses Komitees aus allen europäischen Ländern treffen sich im Oktober in Winterthur an der ZHAW School of Engineering, um ihm Rahmen der jährlichen Plenarsitzung des JTC21 weiter an der Entwicklung dieser Normen zu arbeiten. Auch hier ist Christoph Heitz als Teil der Schweizer Arbeitsgruppe mit dabei: «Diese Veranstaltung passt thematisch sehr gut zu uns. Die Normen sollen genau das umsetzen, was wir mit unserer Forschung und dem SCRAI in die Praxis bringen wollen.»