Mönche der Abtei Münsterschwarzach feiern Mariä Himmelfahrt in der Abteikirche; Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele
Abtei Münsterschwarzach – „Wir werden wie Maria bei Gott sein“
„Wir werden wie Maria bei Gott sein“
Hochfest Mariä Himmelfahrt in der Abtei Münsterschwarzach
Am 15. August haben die Mönche der Abtei Münsterschwarzach Mariä Himmelfahrt mit einem Pontifikalamt gefeiert. Das Hochfest erinnert an die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Traditionell finden an diesem Tag Kräutersegnungen im Gottesdienst statt, so auch in der Abteikirche.
„Das Fest der Aufnahme Mariens ist eigentlich unser eigenes Osterfest. Denn an Maria sehen wir, was mit uns geschehen wird. Dass auch wir erlöst sind und aufgenommen werden in den Himmel – mit Leib und Seele, Haut und Haaren.“, verkündete Abt Michael Reepen zur Begrüßung. „Unsere wesentlichen Erfahrungen gehen über den Körper. Zärtlichkeit und Liebe, aber auch Schmerz und Krankheit. Dieser Tag sagt uns heute, dass wir mit allem erlöst sind, was zu uns gehört. Wir werden wie Maria bei Gott sein.“
In seiner Predigt betrachtete P. Dominikus Trautner Maria aus verschiedenen Blickwinkeln. „Ab dem Ende des vierten Jahrhunderts kam es zu einem gewaltigen Aufblühen der Marienverehrung. Die großen Theologen des Mittelalters waren ebenfalls glühende Marienverehrer“, erläuterte er mit Blick auf den kirchengeschichtlichen Aspekt. Doch Maria spiele nicht nur in der katholischen Kirche eine Rolle, so P. Dominikus. Im Koran werde sie als einzige Frau 23-mal erwähnt und als von Gott ausgewählt dargestellt. „Selbst in Martin Luthers Arbeitszimmer hing ein Marienbild“, führte er weiter aus.
Im weiteren Verlauf schlug er einen Bogen zur Kunst. Ob Malerei, Musik oder Architektur – zahlreiche Werke befassen sich mit der Gottesmutter. Als Beispiele nannte er die Marienvesper von Monteverdi und das Gemälde „Mariä Himmelfahrt“ von Tizian. „Maria ist ein Vorbild des Glaubens, der Hingabe und der Demut. Wir suchen Trost bei ihr, weil sie selbst leiden und unter dem Kreuz aushalten musste“, betonte P. Dominikus. „Maria gibt uns die Kraft, das eigene körperliche oder seelische Leiden anzunehmen. Wir schauen auf sie als unsere Mutter und stellen uns unter ihren Schutz. Wir hoffen auf ihre Führsprache, jetzt und in unserer Stunde des Todes.“
Anschließend segnete Abt Michael die mitgebrachten Kräuter. Ehrenamtliche Helfer hatten Sträuße gebunden, die es gegen eine kleine Spende gab. Die Kräuterweihe geht zum einen auf Geschichten über die Blumenliebe Marias zurück. Zum anderen besagt die Legende, dass die Apostel bei der Öffnung ihres Grabs „Lilien und fruchtbare Gewächse“ vorfanden. Nach der Segnung verabschiedete der im Gästehaus stattfindende Familienkurs die Gemeinde mit einem Sommerlied.
Begrüßung durch Abt Michael Reepen OSB
P. Dominikus Trautner OSB bei der Predigt
Auszug des Mönchskonvents aus der Kirche
Kräuter und Blumenschmuck auf der linken Seite der Abteikirche
Kräuter und Blumenschmuck auf der rechten Seite der Abteikirche
Kräutersträuße sind fester Bestandteil von Mariä Himmelfahrt
Abt Michael freut sich über das ehrenamtliche Engagement