Basler Mieterverein Basel 1891 Jahresversammlung Dachterrassen-Restaurant Culinarium, Credit Suisse, St.Alban-Graben 1-3, Basel; erstes Jahr ohne Massenkündigungen und Aufschläge

1 Basler Mieterzeitung 66.2026 Mieterinnen- und Mieterverband Basel 1891 www.mvbasel.ch 66.2026 Jahresbericht per 2025 Einladung zur Jahresversammlung Mittwoch 13. Mai ab 18 Uhr Unsere Rechtsberatungen werden immer beliebter. Sie ver- halfen Hunderten unserer Mitglieder zur Senkung ihrer Miet- zinse, die sie zugute hatten, aber gegenüber ihren unwilligen Vermieterschaften erkämpfen mussten. Zudem ist 2025 das erste Jahr ohne Massenkündigungen und ohne neue Auf- schlagsexzesse, dies dank dem Wohnschutzrecht, das trotz der positiven Volksabstimmungen nun aber von Investoren- und Regierungskreisen wieder attackiert wird. Schliesslich starte- ten wir am 15. März 2025 unser 135-Jahr-Jubiläum mit der Vorbereitung des soeben erschienenen Jubiläumsbuches. Mietversammlung in Riehen: Mitglieder besprechen Massivzinsaufschläge nach einer «Pax»-Renditesanierung (10.3.2026) Seit 1891: Unser grosses 135 Jahre-Jubiläum! Ein grosses Erfolgsjahr

2 Basler Mieterzeitung 66.2026 Editorial Einladung Jubiläums- Jahresversammlung Mittwoch, 13. Mai 2026 JAHRESVERSAMMLUNG ab 18.00 Uhr, Eintreffen Bankverein im schönen

Dachterrassen-Restaurant «Culinarium» 5. Stock, Gebäude «Credit Suisse», Eingang unter den Arkaden (St.Alban-Graben 1-3) vis-à-vis Tramhaltestelle 18.15 Uhr, Begrüssung im «Culinarium»

und Statutarische Geschäfte Traktanden

  1. Mitteilungen
  2. Protokoll der JV vom 27. Mai 2025
  3. Jahresbericht und Verbandsfinanzen 3.1 Berichte Präsidium, Sekretariat, Rechtsabteilung,

Senior Consultant 3.2 Jahresrechnung 2025 3.3 Décharge 3.4 Budget 2026 4. Wahlen: Co-Präsidium; übriger Vorstand*; Kassierin;

Revisorinnen 5. Diverses. Gemäss Statuten müssen allfällige Wahlvorschläge und An- träge dem Sekretariat spätestens fünf Tage vor der JV 2026 schriftlich eingereicht werden. Das Protokoll der JV 2025 kann telefonisch bezogen oder unter www.mieterverband.ch/ basel abgerufen werden; es liegt an der Versammlung auf.

  • Zur Neuwahl wird Sabrina Boss vorgeschlagen. Anschliessend (ca. 19.15 Uhr): Vernissage unseres Jubiläumsbuches Band I Anschliessend offerieren wir einen Apéro. Geschätzte Mitglieder Liebe Leserinnen und Leser Unser Buch zum 135-Jahr-Jubiläum enthält ganz schön viel Weisheit. Es zu kaufen empfehle ich Ihnen wärms- tens! Den Preis von bloss 8 Franken haben wir bewusst so bezahlbar festgelegt, dass sich jedes Mitglied das Buch leisten kann. Ge- nau so wie das Wohnen: Jede Woh- nung bei uns soll bezahlbar sein, so- dass wir alle sie uns auch leisten kön- nen!

Zurück zu unserem Buch: Manchmal ist es angezeigt, innezuhal- ten und zurückzublicken, um Schlüs- se für heutiges Handeln zu ziehen. Nicht, weil früher alles viel schlechter oder gar viel besser war. Sondern aus der etwas schmerzlichen Einsicht, dass Vieles, wofür die damaligen Mieterinnen und Mieter in Basel kämpften, auch heute noch Thema ist.

So wird schon zu unserer Gründungszeit um 1891 die zentrale Forderung nach Erlass eines umfassenden Woh- nungsgesetzes gestellt. Es ist nämlich eine Fiktion anzu- nehmen, das Mietverhältnis sei ein «freier Vertrag unter Gleichen»! (Nicht einmal für wohlhabende Mietparteien trifft dies zu.)

Wie ein roter Faden zieht sich daher durch unsere 135-jährige Geschichte die Absicht, mittels der Gründung von Wohngenossenschaften günstigen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und damit faire Mietbedingungen zu verbinden.

Wie auch heute lässt sich schon für damals feststellen, dass sich ein grosser Teil der Mieterinnen und Mieter bei Vertragsabschluss in einer Zwangslage befindet. Nur zö- gerlich führten damals, trotz anhaltender Nöte der Wohn- bevölkerung, der Bundesrat und die Basler Regierung ge- wisse mietrechtliche Regelungen zugunsten der Mietpar- teien ein.

Über die Jahrzehnte hin zieht sich ein leidiges Muster, wie unser Buch aufzeigt: Rechte der Mietparteien werden, kaum erworben, wieder in Frage gestellt und müssen müh- sam verteidigt werden.

So lauteten Dauerforderungen des Basler Mieterver- eins und derer, die ihm nahestehen, dass Anfangsmietzinse angefochten, Mietzinserhöhungen überprüft und Kündi- gungen vermieden werden können.

Rückblickend möchte ich sagen, dass bereits die Miet- wohnschutz-Notstandserlasse seit dem Jahre 1920 (mit Verzögerungen und Verwässerungen) zu Regelungen ge- führt haben ähnlich jenen, welche unseren Mietwohn- schutz modernen Zuschnitts (1968–2013 und 2018–2026) bis heute prägen. Freundliche Grüsse Kathrin Bichsel, Co-Präsidentin MV Basel 1891 2026 ist unser Jubiläumsjahr: 135 Jahre «Basler Mieterverein». Wir sind damit in prominenter Gesellschaft: MVB – 1891 – am 15. März gegründet FCB – 1893 – am 15. November gegründet BVB – 1895 – am 6. Mai die ersten Drämmlifahrten. Zu unserem Jubiläum passt unser brandneues Buch (Jubiläums- band I, die ersten 80 Jahre, 1891–1971). Bestellen Sie noch heute – nur 8 Franken für Mitglieder: mvbuch@mvbasel.ch, oder: bei uns im MV am Claraplatz, Clarastrasse 2, 6. Stock. Oder kaufen Sie es an der Jahresversammlung am Mittwoch, 13. Mai 2026. Gern auch mehrere Exemplare: Das Buch ist ein ideales Gschänggli oder Mitbringsel! Beachten Sie bitte auch «Basler Mieter-Zeitung» Nr. 65.2026 mit 8 Seiten Bilder und Texte aus dem Jubiläumsband I. Unser Jubiläum und unser Buch

3 Basler Mieterzeitung 66.2026 Die leuchtenden Halbmonde des Mieterverbands Von Patrizia Bernasconi Wer uns, den Basler Mieterverband, arg- wöhnisch beäugt, sieht wie beim Halb- mond nur die eine, beleuchtete Seite. Und reduziert uns auf unser politisches En- gagement, den MietwohnschutzBS und die MietpreisinitiativeCH.

Bei ihrem einseitigen Mond-Blick verkennen Rendite-Investoren und die ihnen zudienenden Medien, dass es stets vom Standort des Betrachters ab- hängt, welche Hälf- te des Mondes ge- rade von aussen an- geleuchtet wird und welche grad im Dunkel liegt.

Da zeigen un- sere Mitglieder ent- schieden mehr Sinn fürs Ganze. Jenen, die grad ein dringendes Miet-Wohn-Pro- blem haben, erscheint unser Beratungs- alltag sinnbildlich als grosses Leuchten.

Mitglieder nutzen das, was gewisse Medien gern übersehen: Persönliche Be- ratung. Unsere Hotline. Eine Begleitung zur Mietschlichtungsstelle, zur Woh- Unsere beiden leuchtenden Halbmonde Jedes noch so geringe Anliegen, das Sie als Mitglied an uns herantragen, bringen wir bestmöglich mit Ihnen zusammen einer Lösung näher. Diese Mondhälfte leuchtet ebenso klar und hell wie unse- re andere, die politische Hälfte.

Besonders hilfreich war unser Bera- tungsalltag beim Referenzzins. Dieser schnellte 2023 und 2024 zweimal in die Höhe. Viele Vermieterschaften gaben dies direkt an die Mieterinnen und Mieter weiter. Und so stiegen die Mieten mas- siv an.

Jene Mietzinsspirale konnten wir oft deutlich bremsen – ausserhalb des me- nungsabgabe. Oder auch nur ein einzel- ner Anruf an unser Sekretariat. Patrizia Bernasconi, Geschäftsleiterin Jahresrechnung und Bilanz Erfolgsrechnung Rechnung 24 Budget 2025 Rechnung 25 Budget 2026 Merkblätter 715.00 800.00 1’330.00 800.00 Mitgliederbeiträge 1’179’793.27 1’183’400.00 1’186’082.05 1’188’000.00 Beratungen 28’710.00 28’000.00 29’960.00 30’000.00 Spenden/übriger Ertrag 19’058.67 15’500.00 21’925.05 20’500.00 Total Ertrag 1’228’276.94 1’227’700.00 1’239’297.10 1’239’300.00 Merkblätter 997.00 800.00 453.40 800.00 Abgaben 344’684.00 380’250.00 375’240.00 335’000.00 Personalaufwand 681’542.60 700’000.00 664’663.30 690’000.00 Verwaltungsaufwand 136’120.02 149’100.00 128’024.65 168’600.00 Werbung/Aktionen/Kampagnen (inkl. Rückstellungen) 59’385.28 30’000.00 31’617.55 30’000.00 Total Aufwand 1’222’728.90 1’260’150.00 1’199’998.90 1’224’400.00 Reingewinn/-verlust 5’548.04 -32’450.00 39’298.20 14’900.00 Bilanz per 31.12.24

per 31.12.25

Aktiven Passiven Aktiven Passiven Flüssige Mittel 409’406.35

460’348.78 Debitoren 33’852.30

22’273.02 Aktive Rechnungsabgrenzung 26’065.65

32’641.55 Kreditoren

  16’170.95

 22’729.40

Passive Rechnungsabgrenzung

107’674.50

 84’946.60

Rückstellungen

144’563.35

167’373.65 Vermögen

195’367.46

200’915.50 Gewinnn/Verlust

5’548.04

39’298.20 Total Aktiven/Passiven 469’324.30 469’324.30 515’263.35 515’263.35 dialen Rampenlichts, im Rahmen von unscheinbaren, aber extrem nützlichen individuellen Rechtsberatungen. Und erst recht gilt dies für das Folgejahr 2025, in dem der Referenzzinssatz zweimal sank, doch diesmal ohne mieterfreund- liche Reaktion der Vermieterseite. Rechtsberatungen: ein grosser Erfolg Diesmal mussten die Mieterinnen und Mieter selbst aktiv werden. Die grosse Mehrheit Ihrer Anfragen endete mit positiven Abschlüssen. Ein grosser Er- folg Ihrer Hartnäckigkeit und unserer Beratungen!

Mein Fazit: Für jede einzelne Per- son, die zu uns kam, hat sich unsere Ar- beit ausbezahlt. Das macht uns stolz.

Tatsache aber bleibt, dass andauernd zuviel Miete bezahlt, wer nicht selber aktiv wird. Eine von unserem Dachver- band in Auftrag gegebene Studie für das Jahr 2021 zeigt es musterhaft auf: Jeder Mietzins lag um durchschnittlich fast 370 Franken pro Monat über dem recht- lichen Level, war also zu hoch. Moderate Aufschläge dank Wohnschutz Am 18. Februar 2025 verbanden wir in- dividuelles Mietrecht und politischen Wohnschutz zu einem breit beachteten Mediengespräch. Anschauliche Beispie- le und prominente Gäste zeigten auf, wie dringlich unser Wohnschutz nach wie vor ist. Fälle von Renditeaufschlägen, von Investoren noch unter altem Recht angezettelt, konfrontieren Betroffene ganzer Überbauungen auch heute noch mit Aufschlägen bis zu 800 Franken. Regierung hätschelt Immobilienlobby Solche Beispiele machen deutlich, wie erfolgreich das neue Modell Wohnschutz wirkt: keine Massenkündigungen mehr und nur moderate Erhöhungen. Doch Mitte 2025 gab der Regierungsrat dem Druck der Immobilienlobby nach und verschlechterte die Verordnung – entge- gen unserem Gesetz – bezüglich Schutz- mechanismen und Mietzins-Formeln. Zugunsten der Investoren und zulasten von uns Mieterinnen und Mietern.

Wir hatten schon im Februar davor gewarnt: Mit der verschlechterten Ver- ordnung steigen die Mieten wieder mas- siv an. Dagegen wehren wir uns heftig: politisch und individuell. Artur Schmitt, Eisingen, arts-foto.de

4 Basler Mieterzeitung 66.2026 Das erste goldene Wohnschutz-Jahr für Sie alle – und weniger Zahlen und Fakten zu 2025: Rechtsberatungen boomen, Massenkündigungen ble 2025 sind Sie und wir alle dank Wohnschutz von neuen Massenkündigungen und Sanierungs-Zinsexzessen verschont geblieben. Zudem konnten wir Hunderten unserer Mitglieder zu günstigerer Miete verhelfen, obwohl ihre Vermieterschaften den zweifach gesenkten Referenzzins nicht gewähren wollten. Von Patrizia Bernasconi Endlich ist es vorbei, für Sie und für uns! Keine ständig neuen Gruppenberatun- gen mehr! Im Berichtsjahr kam es zu keinen Investoren- getriebenen neuen Massenkündigun- gen mehr. Und auch nicht mehr zu Sanierungs-Zinsex- zessen im alten Stil.

Die Entlas- tung bei unseren Sammelklagen-Be- ratungen verdan- ken wir dem neuen Basler Wohnschutzrecht. Es hat 2025 erstmals seine grossartige Wirkung voll entfaltet.

Wohl gibt es weiterhin viele Sanie- rungen, doch stammen diese nunmehr von den vielen korrekten und fairen Ver- mieterschaften. Die neuen Sanierungen sind massvoll und geben daher – anders als die bis anhin üblichen Rendite-Ex- zesse gewisser Versicherungen, Anlage- stiftungen und Pensionskassen – kaum je Anlass zu Mietstress und Beratungs- wünschen. Erhöhungen kommen stets von allein – Senkungen nicht Dennoch weist unsere Beratungsabtei- lung teils Rekordzahlen auf. Einer der Gründe: Zweimal sank der behördlich festgelegte Referenzzinssatz, im März und im September 2025.

Aber auch generell scheint das Be- dürfnis nach Rechtsberatung gegenüber immer mehr als «übermächtig» erschei-