Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam erinnert heute an Inhaftierte des ehemaligen KGB-Gefängnisses, 1945–1991; Wanderausstellung frauenHAFT eröffnet Frauen im Fokus der DDR-Repression
Gedenken Leistikowstraße Potsdam | Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur
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Gedenken an die Inhaftierten des ehemaligen KGB-Gefängnisses
Die Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam erinnert heute um 13:00 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Menschen, die dort zwischen 1945 und 1991 im Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Militärgeheimdienstes inhaftiert waren. Zugleich wird die Wanderausstellung „frauenHAFT. Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug (1945-1956)“ eröffnet, die Schicksale inhaftierter Frauen thematisiert.
Kulturministerin Dr. Manja Schüle betont die Bedeutung des Erinnerns anlässlich des heutigen Gedenktages:
„Haftzellen mit originalen Holzpritschen, bedrückende Inschriften von Inhaftierten an den Wänden, zugemauerte Fenster und Reste der Sperranlagen – es gibt wenige Haftanstalten, die in so beklemmender Authentizität erhalten geblieben sind, wie dieses ehemalige Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes. Ich bin der Gedenkstätte Leistikowstraße dankbar, dass sie mit ihren Angeboten dazu beiträgt, Besucherinnen und Besuchern die Geschichte dieses Ortes nahezubringen und das Gedenken an die Opfer zu bewahren – nicht nur am offiziellen Gedenktag. Es ist maßgeblich bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken, dass das Gebäude heute erhalten und zugänglich ist. Dieses Engagement werden wir in Zukunft mehr denn je brauchen, wenn keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr von ihrer Haft, von Entrechtung, Isolation und Torturen berichten können.“
Am 15. August 1945 nahm die sowjetische Militärspionage das ehemalige Pfarrhaus in der Potsdamer Leistikowstraße als Geheimdienstgefängnis in Betrieb. Wie viele Frauen und Männer bis 1991 gefangen gehalten wurden, ist bis heute unbekannt. Ebenfalls am 15. August erfolgte 1994 der Abzug der letzten russischen Truppen und die Rückgabe des Gebäudes an den Alteigentümer, den Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein. Damit begann ein breites bürgerschaftliches Engagement zum Erhalt des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses als Gedenkstätte. Seit 2023 ist der Ort Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Das Land unterstützt die Stiftung in diesem Jahr mit rund 5 Millionen Euro. Weitere Informationen: www.leistikowstrasse-sbg.de
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- Erschienen am 15.08.2026 - Presemitteilung 284
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