Helen Kevric gewinnt EM-Gold am Stufenbarren in Zagreb; Erster EM-Titel nach Knieverletzung

Turn-EM der Frauen 2026: Helen Kevric feiert Traum-Comeback mit EM-Gold am Stufenbarren, Karina Schönmaier gewinnt Silber

Turn-EM der Frauen 2026: Helen Kevric feiert Traum-Comeback mit EM-Gold am Stufenbarren, Karina Schönmaier gewinnt Silber

Das deutsche Turn-Duo feiert bei den Europameisterschaften in Zagreb einen doppelten Medaillencoup. Vor allem die Leistung von Helen Kevric ist bemerkenswert.

Helen Kevric und Karina Schönmaier haben dem Deutschen Turner-Bund bei den Europameisterschaften 2026 in Zagreb zwei Medaillen beschert.

Kevric sicherte sich in den Gerätefinals Gold an ihrem Paradegerät Stufenbarren.

Schönmaier verpasste zwar die Titelverteidigung am Sprung um 0,1 Punkte, konnte aber mit Silber dennoch zufrieden sein.

Die 18-jährige Kevric veredelte mit ihrem ersten EM-Titel ihr Comeback nach einer schweren Knieverletzung im Vorjahr.

Ein Jahr lang konnte sie nicht turnen, nachdem sie sich bei der EM 2025 in Leipzig das Kniescheibenband gerissen hatte. Auf die Bewerbe am Boden und Sprung verzichtete sie in Zagreb noch.

Umso bemerkenswerter ist ihre Leistung beim ersten internationalen Wettkampf nach der Pause.

“Als ich in die Halle kam, habe ich nicht an eine Medaille gedacht, ich wollte einfach nur performen. Aber jetzt ist es schön sagen zu können: ‘Ich bin Europameisterin.”, beschrieb sie bei Olympics.com ihre Gefühle.

Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über die Gerätefinals bei der Turn-EM 2026 der Frauen.

Wie Helen Kevric mit erst 18 Jahren schon zur Comeback-Königin der Finals 2026 wurde

Damen Stufenbarren Finale | Gerätturnen | Olympische Spiele Paris 2024

Das Stufenbarren-Finale der Damen fand am 08.04.2024 in der Bercy Arena in Paris statt. Kaylia Nemour wurde Algeriens erste olympische Goldmedaillengewinnerin im Turnen, Qui Qiyuan (CHN) gewann Silber und Sunisa Lee (USA) vervollständigte das Podium.

Schönmaier verfehlt Gold nur knapp

Karina Schönmaie r ging als Zweite der Qualifikation ins Finale und zeigte als ihren ersten Sprung wie gewohnt den Yurchenko mit Doppelschraube. Er gelang ihr einmal mehr erstklassig, nach der Landung hüpfte sie nur leicht zurück. 14,033 Punkte erhielt sie dafür.

Den zweiten Sprung wählt Schönmaier flexibel, es war diesmal ein Rondat-Überschlagsalto, den sie sauber präsentierte. Wegen der etwas geringeren Schwierigkeit bekam sie aber nur 13,700 Zähler und blieb in der Gesamtwertung mit 14,066 Punkten ein Zehntel hinter Mehrkampf-Europameisterin Angelina Melnikova (WG2).

Keine der anderen Turnerinnen kam mehr an die beiden Führenden heran, Lisa Vaelen (BEL) sicherte sich mit einem perfekt gelandeten zweiten Sprung die Bronzemedaille.

Österreichs Charlize Mörz beendete ihr erstes Gerätefinale auf einem respektablen sechsten Rang.

Kevric lässt alle hinter sich

Im Finale am Stufenbarren machte sich bei den Athletinnen die Nervosität bemerkbar, die ersten beiden Turnerinnen stürzten. Erst Anna Kalmykova (WG2) gelang eine reibungslose Übung.

Danach war Kevric an der Reihe. Die 18-Jährige zeigte ihre ganze Klasse an diesem Gerät, turnte jedoch eine Verbindung weniger als in der Qualifikation. So kam sie mit 14,500 Punkten nicht ganz auf ihren Wert vom Donnerstag, übernahm aber die Führung.

Giulia Perotti kam Kevric im Anschluss mit 14,233 Punkten gefährlich nahe, ehe sich auch die 15-jährige Sofia Shtykhetskaya einen Abgang leistete. Die Medaille hatte Kevric dadurch bereits sicher, aber welche Farbe würde sie haben?

Elisa Iorio (ITA) lag in der Qualifikation nur knapp hinter Kevric und präsentierte eine schwierige und flüssige Kür. Mit 14,333 Zählern blieb sie schließlich hinter der Deutschen.

Nur die niederländische Meisterin Sanna Veerman konnte Kevric‘ Triumph noch verhindern. Es gelang ihr nicht, sie wurde Vierte.

Bei den Finals in Hannover hatte sie sich mit zwei Deutschen Meistertiteln am Stufenbarren und Schwebebalken bereits spektakulär zurückgemeldet. Mit dem EM-Gold von Zagreb ist sie endgültig wieder auf Kurs Richtung zweite Olympische Spiele, LA28 hat sie fest im Visier.

„LA fühlt sich für mich schon sehr nah an“, sagte sie zu Olympics.com nach der Qualifikation. „Die letzten zwei Jahre vergingen wie im Flug.“

Schäfer-Betz meldet sich am Schwebebalken zurück

Ebenfalls ein starkes Comeback legte die frühere Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz am S chwebebalken hin.

Nachdem sie ihre Kür mit einem schönen Rückwärts-Abgang beendet hatte, riss sie vor Freude die Arme in die Höhe. Den nach ihr benannten Schäfer-Salto hatte sie allerdings nicht originalgetreu durchgeführt, zudem wurden ihr wegen Zeitüberschreitung ein Zehntel abgezogen. So verpasste sie die Medaille als Vierte mit 13,633 Punkte haarscharf.

Dennoch fiel sie ihrer Trainerin nach der Übung erleichtert in die Arme. Der Wettkampf in Zagreb war ihr erster internationaler seit Paris 2024 . Hüftprobleme hatten die 29-Jährige lange außer Gefecht gesetzt.

„Die mentale Rehabilitation ist noch wichtiger als die körperliche“, erzählte Schäfer-Betz Olympics.com am Donnerstag. „Natürlich brauchst du deinen Körper, um zu performen und zu turnen, aber du brauchst auch dein Gehirn, und wenn dein Kopf und deine mentale Gesundheit nicht da sind, kannst du nicht auf höchstem Niveau Wettkämpfe bestreiten.“

Ergebnisse Turn-EM der Frauen 2026:

🥇 Angelina Melnikova (WG2) 14,166

🥈 Karina Schönmaier (GER) 14,066

🥉 Lisa Vaelen (BEL) 13,983

🥇 Helen Kevric (GER) 14,500

🥈 Elisa Iorio (ITA) 14,333

🥉 Giulia Perotti (ITA) 14,233

🥇 Elena Colas (FRA) 13,933

🥈 Manila Esposito (ITA) 13,833

🥉 Angelina Melnikova (WG2) 13,700

Bild von 2025 Getty Images