Stadt Passau, Staatliches Bauamt Passau, Autobahn GmbH des Bundes Pilotprojekt Kooperatives Bauen an der A3 bei Passau; Lärmschutz verbessert durch Wallergänzungen

Baubeginn für Pilotprojekt „Kooperatives Bauen“ an der A 3

Baubeginn für Pilotprojekt „Kooperatives Bauen“ an der A 3

Zum Baubeginn des Pilotprojekts „Kooperatives Bauen“ an der A 3 bei Passau fand am Donnerstag, 13. August 2026, ein Ortstermin an der JVA-Baustelle statt. Dabei übernahmen die Stadt Passau und die Autobahn GmbH des Bundes das für die Erdwälle vorgesehene Aushubmaterial. An dem Ortstermin nahmen seitens der Projektpartner unter anderem Oberbürgermeister Andreas Rother, Norbert Sterl, Leiter des Staatlichen Bauamts Passau, Michael Kordon, Direktor der Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH, sowie Ngoc Tho Tran, Geschäftsbereichsleiter der Außenstelle Regensburg der Autobahn GmbH, teil.

Die Bauarbeiten haben am 10. August 2026 begonnen. Das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Passau, des Staatlichen Bauamts Passau und der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern, sieht vor, geeigneten Erdaushub aus dem Neubau der Justizvollzugsanstalt Passau für Wallergänzungen beidseitig der Autobahn zu verwenden. Die Arbeiten in den Bereichen Königschalding, Rittsteig und Eichet sollen bis Ende 2026 abgeschlossen werden.

Die Idee für das Projekt entstand im Jahr 2021. Üblicherweise hätte das beim JVA-Neubau anfallende Material anderweitig verwertet oder deponiert werden müssen. Gleichzeitig wäre für die Wallergänzungen geeignetes Material von anderer Stelle anzuliefern gewesen. Beim „Kooperativen Bauen“ werden beide Bedarfe zusammengeführt: Was bei einem Bauvorhaben als geeigneter Überschuss anfällt, wird wenige Kilometer entfernt bei einem anderen Vorhaben eingesetzt. Hierfür haben die drei Projektpartner ihre unterschiedlichen Planungs-, Genehmigungs- und Bauabläufe über mehrere Jahre hinweg aufeinander abgestimmt.

Insgesamt werden rund 60.000 Kubikmeter Aushubmaterial verbaut. Die beiden Wallabschnitte sind rund 300 beziehungsweise 350 Meter lang und erreichen eine Höhe von etwa sechs Metern über der Fahrbahn. Durch die insgesamt rund 650 Meter langen Wallergänzungen wird die Lärmsituation im Umfeld der A 3 verbessert.

Das für den Einbau vorgesehene Material wurde vorab entsprechend den Vorgaben der Ersatzbaustoffverordnung untersucht. Nur nachweislich geeignetes Material wird für die Wallergänzungen verwendet. Der Transportweg vom Zwischenlager an der JVA-Baustelle bis zum Einbauort beträgt lediglich rund 2,5 Kilometer. Der für den Wallbau nicht benötigte Restanteil wird einem regionalen Recyclingunternehmen zugeführt, das ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt liegt.

Nach Abschluss der Erdarbeiten werden die Wallflächen mit regionalem Saatgut begrünt. Dadurch werden die Böschungen gesichert und die neuen Wallabschnitte dauerhaft in das Landschaftsbild eingebunden.

Die Wallergänzungen machen zugleich eine Anpassung der Entwässerungsanlagen an der Autobahn erforderlich. Die Autobahn GmbH errichtet zeitgleich südlich der A-3-Unterführung an der Richterstraße ein neues Regenrückhaltebecken. Zwei vorgeschaltete Regenklärbecken reinigen das von der Autobahn abfließende Wasser, bevor es in den Richterbach abgegeben wird. Zur Sicherung der Böschung werden in den rund 15 Meter hohen Autobahndamm 16 Erdbetonstützkörper mit einer Länge von jeweils etwa 16 Metern eingebracht.

Die Wallergänzungen werden nach aktueller Schätzung rund 2,2 Mio. Euro kosten. Die Stadt Passau und die Autobahn GmbH teilen sich diese Kosten.

Das Pilotprojekt verbindet damit die Verbesserung des Lärmschutzes mit einer ortsnahen und ressourcenschonenden Verwendung geeigneter Bodenmassen. Kurze Transportwege, die Schonung von Deponieraum und die abgestimmte Zusammenarbeit von Kommune, Freistaat und Bund sind seine wesentlichen Merkmale.