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title: "Olaf Scholz Sicherheitsfenster in Hamburgs Wohnung; Einbau nun doch nach fünf Jahren"
sdDatePublished: "2026-08-15T11:25:00Z"
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Olaf Scholz Sicherheitsfenster in Hamburgs Wohnung; Einbau nun doch nach fünf Jahren

Ex-Kanzler Scholz (SPD): Fast fünf Jahre im Lager - warum werden die Spezialfenster jetzt doch eingebaut?

Ex-Kanzler Scholz (SPD): Fast fünf Jahre im Lager - warum werden die Spezialfenster jetzt doch eingebaut?

Für die Hamburger Wohnung von Olaf Scholz (SPD) wurden nach Informationen des Bund der Steuerzahler bereits 2021 besondere, schutzsichere Sicherheitsfenster angefertigt. Eingebaut wurden sie damals offenbar nicht. Nun sollen sie - fast fünf Jahre später - plötzlich doch eingebaut werden. Warum der Einbau damals unterblieb und weshalb er ausgerechnet jetzt erfolgt, bleibt unbeantwortet. Unklar ist auch, was Herstellung und Lagerung gekostet haben, wer die jetzige Entscheidung getroffen hat und wem die öffentlich finanzierten Fenster nach dem Einbau gehören.

Olaf Scholz war Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, anschließend Bundesfinanzminister und zuletzt Bundeskanzler. Seit Mai 2025 ist er Bundeskanzler a. D. und weiterhin Mitglied des Deutschen Bundestages. Er lebt überwiegend in Potsdam. Nachbarn berichteten gegenüber Medien, dass er nur äußerst selten in seiner Hamburger Wohnung zu sehen sei. Trotzdem wurde die Wohnung über Jahre nahezu rund um die Uhr von der Hamburger Polizei bewacht. Allein 2024 fielen dafür 28.256 Einsatzstunden an, im ersten Halbjahr 2025 weitere 14.008 Stunden. Nach NDR-Informationen wurden die Personalkosten auf bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Getragen wurden sie von Hamburg und damit von den Hamburger Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern. Im Herbst 2025 wurde vor der Wohnung sogar noch ein neuer Wachcontainer für die eingesetzten Polizeibeamten aufgestellt. Allein Aufbau und Ausstattung kosteten mindestens 112.000 Euro. Der Bund der Steuerzahler kritisierte diesen enormen Aufwand öffentlich und verlangte eine Überprüfung der Verhältnismäßigkeit sowie vollständige Kostentransparenz. Nach massiver öffentlicher Kritik, an der sich der Verband maßgeblich beteiligt hatte, kam es Ende 2025 offenbar zu einem Umdenken: Die sichtbare Polizeipräsenz vor der Wohnung wurde deutlich reduziert. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet in dieser offenbar nur selten genutzten Wohnung fast fünf Jahre alte Spezialfenster eingebaut werden sollen. Der Bund der Steuerzahler hat mehrere beteiligte Stellen um Auskunft gebeten. Zunächst wurde pauschal auf die Einstufung des Vorgangs als Verschlusssache verwiesen. Inzwischen benennen sowohl das Bundeskriminalamt als auch die Hamburger Bundesbauabteilung die Verwaltung des Deutschen Bundestages als aktuell zuständige Stelle. Das Büro von Olaf Scholz teilte lediglich mit, aufgrund des langen Vorlaufs seien zunächst das Bundesfinanzministerium, anschließend das Bundeskanzleramt und schließlich die Bundestagsverwaltung für die bauliche Umsetzung und die finanziellen Entscheidungen zuständig gewesen. Die konkreten Fragen nach dem jahrelang unterbliebenen Einbau, den Kosten, den Verantwortlichen und einer möglichen persönlichen Beteiligung von Olaf Scholz an der Entscheidung zum Einbau blieben unbeantwortet. Auf die Frage nach den Eigentumsverhältnissen verwies das Büro von Olaf Scholz lediglich darauf, der Presse sei bereits zu entnehmen gewesen, dass Scholz Mieter der Wohnung sei. Wem die öffentlich finanzierten Fenster nach dem Einbau gehören, ob sie dauerhaft in das Eigentum des privaten Immobilieneigentümers übergehen und ob ein finanzieller Ausgleich vorgesehen ist, beantwortete das Büro nicht.

Der Vorgang erinnert an den Skandal um die Villa des damaligen Hamburger Innensenators und späteren Ersten Bürgermeisters Christoph Ahlhaus (CDU). In den Jahren 2010 und 2011 wurde dessen private Immobilie auf Kosten der Steuerzahler mit Sicherheitsfenstern, Spezialtüren, einem Sicherheitszaun und weiterer Sicherheitstechnik ausgestattet. Auch damals beriefen sich die Verantwortlichen auf die Gefährdungsbewertung und die Vorgaben der Sicherheitsbehörden. Einer der schärfsten Kritiker war Andreas Dressel, damals innenpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion und heute Hamburgs Senator für Finanzen und Bezirke. Dressel stellte die Verhältnismäßigkeit der Ausgaben infrage, bezeichnete den Vorgang als moralisch anrüchig und forderte für den Fall einer Wertsteigerung eine Rückzahlung.

„Fast fünf Jahre lang blieben eigens angefertigte Sicherheitsfenster ungenutzt. Nun sollen sie plötzlich doch eingebaut werden, obwohl Olaf Scholz seit mehr als einem Jahr nicht mehr Bundeskanzler ist. Dafür kann es sachliche Gründe geben. Dann müssen die Verantwortlichen diese Gründe aber endlich nennen“, fordert Sascha Mummenhoff, Landesvorsitzender des Bund der Steuerzahler Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Stattdessen wird gemauert. Wir wollen keine sicherheitsrelevanten Einzelheiten wissen. Wir fragen, warum der Einbau 2021 unterblieb, was Herstellung und Lagerung gekostet haben und wer die Entscheidung zum jetzigen Einbau getroffen hat. Das sind keine Staatsgeheimnisse. Das sind Fragen zum Umgang mit Steuergeld.“

Die Hamburger Polizei nimmt Mummenhoff ausdrücklich von seiner Kritik aus: „Sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten Auskunft gegeben und klar benannt, was sie sagen kann und wo sicherheitsbedingte Grenzen bestehen. Das ist der richtige Umgang mit solchen Anfragen: Auskunft geben, soweit es möglich ist, und sich nicht pauschal hinter Verschlusssachen oder anderen Zuständigkeiten wegducken.“

Mummenhoff weiter: „Der Fall erinnert auffallend an die Villa von Christoph Ahlhaus. Andreas Dressel verlangte damals zu Recht Transparenz, Verhältnismäßigkeit und eine Rückzahlung im Fall einer Wertsteigerung. Heute ist er Hamburgs Finanzsenator. Wir erwarten, dass er bei seinem Parteifreund Olaf Scholz dieselben Maßstäbe anlegt wie damals bei seinem politischen Gegner. Wer beim politischen Gegner Transparenz fordert, darf beim eigenen Parteifreund nicht schweigen. Aus unserer Sicht gehören jetzt die Kosten, die Verantwortlichkeiten und die Eigentumsfolgen auf den Tisch.“

Ex-Kanzler Scholz (SPD): Fast fünf Jahre...

Sascha Mummenhoff, Landesvorsitzender des Bund der Steuerzahler Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, fordert Aufklärung über die jahrelang gelagerten Sicherheitsfenster für die Hamburger Wohnung von Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD).

Bund der Steuerzahler Hamburg e. V.