Drei Ordensschwestern gedenken Walchensee-Unglück in Gaimersheim; 55 Jahre nach dem Unglück

Bistum Eichstätt: Gedenken an die vor 55 Jahren verunglückten Schwestern

Gedenken an die vor 55 Jahren verunglückten Schwestern

Am Sonntag, 16. August, wurde in der Heiligen Messe in Gaimersheim der drei Ordensschwestern M. Gonsalda Berger, M. Ritharda Norgauer und M. Gilberta Bienias gedacht. Vor 55 Jahren, am 18. August 1971, waren die drei Schwestern bei einem tragischen Bootsunglück am Walchensee ums Leben gekommen.

Die drei Schwestern gehörten zu den Armen Schulschwestern und waren über viele Jahre in Gaimersheim. M. Gonsalda Berger war als Rektorin der Grundschule in Gaimersheim tätig. Sie hatte zuvor unter anderem das Schulschwesternkloster in Bad Tölz geleitet und stand bis 1970 dem Kloster in Gaimersheim vor. M. Ritharda Norgauer kam bereits 1939 nach Gaimersheim und leitete während der Kriegsjahre und auch danach die Schule. Seit 1940 führte sie zudem den Kirchenchor. Am Aufbau der klösterlichen Haushaltsschule und der Schule für Kinderpflegerinnen war sie maßgeblich beteiligt. M. Gilberta Bienias, eine gebürtige Schlesierin, unterrichtete als Hauswirtschaftslehrerin und leitete die Kochausbildung an der Haushaltsschule des Klosters. Seit 1955 lebte sie in Gaimersheim.

Das Unglück ereignete sich während eines Erholungsaufenthaltes der Schwestern. Gemeinsam mit Schwester M. Elfriede Lang waren M. Gonsalda, M. Ritharda und M. Gilberta am 18. August 1971 an den Walchensee gefahren. Dort mieteten sie ein Tretboot. Während der Fahrt drang Wasser in das Boot ein, das schließlich kenterte. Die drei Schwestern konnten sich nicht mehr retten und ertranken. Schwester M. Elfriede Lang konnte sich an dem umgestürzten Boot festhalten und wurde später gerettet. Ein historischer Zeitungsbericht schildert das Unglück und erinnert an das langjährige Wirken der drei Schwestern in Gaimersheim.

Im Anschluss an die Heilige Messe zogen Pfarrer Simon Heindl und die Gläubigen gemeinsam zum Schwesterngrab an der Pfarrkirche. Dort wurde in Gebeten der drei verstorbenen Schwestern gedacht. Anschließend wurde das Grab mit Weihwasser gesegnet.

In der Kirche informiert eine Stellwand mit Fotos und Zeitungsberichten über die schrecklichen Ereignisse von einst. Noch in den kommenden Tagen besteht die Möglichkeit, sich dort über das tragische Unglück und das Wirken der drei Schwestern in Gaimersheim zu informieren.

Im Gebet, das Pfarrer Heindl am Schwesterngrab betete, hieß es: „Herr, erhöre unser Gebet für diese Ordensschwestern, die du berufen hast, dir in der Gemeinschaft ihrer Schwestern zu dienen. Gib, dass sie mit ihren Mitschwestern nun Anteil erhalten an der Seligkeit deines Reiches.“