Kunstmuseum Thun zeigt Collagen von Hans Gerber und Sabine Hertig in der Ausstellung Schnittstellen der Sicht; Dialog der Generationen, 400 Gerber-Werke
15.08.2026 / 13h40 - Zerstückelung der Realität
Das Kunstmuseum Thun zeigt mit «Schnittstellen der Sicht» Collagen von Hans Gerber und Sabine Hertig. Surreale Bildwelten und eine Antwort auf die Fragmentierung der Gegenwart stehen sich gegenüber.
Es gibt die Rede davon, dass die Summe mehr als die einzelnen Teile ist. Sie ergibt durchaus Sinn bei der Betrachtung der Werke von Sabine Hertig und Hans Gerber. Die beiden Kunstschaffenden aus zwei unterschiedlichen Generationen haben die Collage, das Zusammenschnipseln und Arrangieren von Fragmenten, je für sich entdeckt. Der 1910 in Steffisburg geborene Hans Gerber fertigte ab den 1950er-Jahren aus Papierschnitten formal präzise, an Drucke erinnernde Bildwelten, die vom Surrealismus inspiriert sind – einer Kunstrichtung, die schon per se die (Un)ordnung der Welt unterläuft und parallele Wirklichkeiten schafft. Da entsteht etwa vor leuchtend blauem Himmel ein Schiff aus Foto- und Papierausschnitten – auch mithilfe des betrachtenden Auges, das einzelne, abstrakte Formen zum Objekt fügt.
Das Kunstmuseum Thun besitzt über 400 Werke des 1987 verstorbenen Künstlers. In der Ausstellung «Schnittstellen der Sicht» treten seine Werke in einen Dialog mit den zeitgenössischen Collagen von Sabine Hertig. Die in Basel lebende Künstlerin mit Jahrgang 1982 vertritt eine Gegenwartsposition, welche der digitalen und postfaktischen Fragmentierung der Realität mit fragmentierten Collagen im Grossformat begegnet. Ohne klaren Fokus laden sie ein, das Gesehene zu bezweifeln. Hertig spielt mit analogen Verfahren, digitaler Bildgebung und lässt ihre Assemblagen ins Unwahrscheinliche und oft in Escher’sche, unmögliche Räume kippen.
Vernissage: Fr., 21.8., 18.30 Uhr
Vernissage: Schnittstellen der Sicht. Hans Gerber und Sabine Hertig
Kindervernissage: Schnittstellen der Sicht. Hans Gerber und Sabine Hertig
Schnittstellen der Sicht. Hans Gerber und Sabine Hertig