Chemnitzer FC schlägt FC Erzgebirge Aue im Stadion An der Gellertstraße; Baumgart-Doppelpack sichert Heimsieg
CFC schlägt FCE 3:1
Derbysieg rückt in den Hintergrund: CFC schlägt FCE 3:1
Der Chemnitzer FC bleibt in dieser Spielzeit weiter ungeschlagen und besiegt den FC Erzgebirge Aue im Bezirksderby zu Hause vor 13.100 Zuschauern mit 3:1. Tom Baumgart per Doppelpack und Maximilian Fesser in der Nachspielzeit brachten die Himmelblauen auf die Siegerstraße.
Bei allen Feierlichkeiten rückte das sportliche allerdings nach Abpfiff aufgrund eines medizinischen Notfalls in den Hintergrund. Mannschaft und Fans verzichteten respektvoll auf gemeinsamen Jubel.
Das Spiel begann auch schon still. Nachdem die beiden Mannschaften ins von der Sommersonne erhitzte eins-Stadion – An der Gellertstraße einliefen, wurde es still: Der Chemnitzer FC gedachte seines verdienstvollen Spielers, Funktionärs und Ehrenmitglieds Peter Müller, der unter der Woche verstarb. Auch an dieser Stelle nochmal das herzliche Beileid an die Familie, Freunde und Weggefährten.
Auch dieses elektrisierende Derby begann mit der Protestaktion für die Aufstiegsreform „Meister müssen aufsteigen!“. Dieses Mal ruhte der Ball zwei Minuten, um den Druck auf die handelnden Personen weiter zu erhöhen.ein sichtbares Zeichen!
Nach einer siebenminütigen Abtastphase nahm die Partie Fahrt auf. Erst hatte Queißer für die Gäste nach einem Fehlpass der Chemnitzer Defensive die Chance auf den ersten Torschuss der Partie, aber David Richter hielt ohne Probleme den flachen Schuss.
Auf der Gegenseite konnte der CFC kontern, lief aber ins Abseits.
Die Gäste aus dem Erzgebirge erarbeiteten sich vier Ecken in kürzester Zeit. Die gefährlichste war die dritte: Angleberger zog von links ab und der Ball konnte nur dank Richters Fingerspitzen geklärt werden.
Ab Minute zehn kamen die Himmelblauen besser ins Spiel. Zwei Mal war es Tchouangue, der über die linke Seite für Unruhe bei den Gästen sorgte. Den zweiten Angriff mussten die Gäste mit einem Foul stoppen. Die anschließende Freistoß-Variante blieb leider ohne Gefahr.
Dann wieder die Gäste im Angriff: In der 19. Minute versuchte es Bär erneut von der linken Seite.
Grimaldi spielte dann die Abwehr der Gäste schwindlig und holte einen Einwurf raus, den er anschließend selbst zu einem Torschuss verarbeiten konnte. Die Abwehr der Gäste hatte alle Hände voll zu tun. Es folgten zwei Ecken. Letztere landete direkt in den Armen von Uhlig (24.).
Nach der Trinkpause drehte der Chemnitzer FC auf
Die Trinkpause nutzten beide Cheftrainer nochmal für eine kurze, aber intensive Teambesprechung (26.).
Und die trug Früchte. Nach einem Angriff des CFC wurde Marx gefoult: Strafstoß! Tom Baumgart verwandelte sicher zur 1:0-Führung für die Himmelblauen (32.).
Damit schien der Knoten geplatzt zu sein: Jonas Marx setzte Uhlig nach Flanke von Alberico unter Druck und kam sogar noch an den Ball, aber leider war der Winkel da bereits zu steil (35.).
Und wieder der CFC: Nach einem Zweikampf im Mittelfeld, in dem Stockinger von Kapp gelbwürdig gefoult wurde (38.) und danach selbst für den zu früh ausgeführten Freistoß Gelb sah, brachte Geipl den Ball in Richtung Strafraum. Den Nachschuss von Baumgart konnte Uhlig noch parieren (40.). Die anschließende Ecke unterlief Uhlig. Am langen Eck netzte Baumgart dann zum 2:0 ein (41.)!
Nach 3 Minuten Nachspielzeit ging es dann für beide Teams in die Kabine.
Erst der Anschlusstreffer der Gäste, dann die Offensive des CFC
Benjamin Duda brachte zur zweiten Halbzeit Vogt für Stockinger.
Der CFC startete gut in die zweite Halbzeit: Doppelchance für die Himmelblauen. Marx und Grimaldi wollten die Führung ausbauen. Aber erst traf Marx nur das Außennetz (48.) und Grimaldi scheiterte an Uhlig (50.).
In der 53. Minute dann aber der Anschlusstreffer für die Gäste. Bär stand nach Flanke im Strafraum an der richtigen Stelle und erzielte das 2:1.
Die Himmelblauen ließen sich davon aber nicht beirren und blieben weiter konzentriert und offensiv hungrig. Der himmelblaue Angriff rollte wieder Richtung Gästetor. Alberico spielte sich auf links frei und zog einfach mal ab. Der Ball ging aber knapp am kurzen Pfosten vorbei (61.).
Das Derby wurde immer intensiver. In der 66. Minute dann wieder der FCE mit einem Kopfball von Bär und einer Glanzparade von Richter. Die darauffolgende Ecke blieb ohne Gefahr. Danach wechselten die Gäste doppelt: Für Queißer und Skarlatidis kamen Pauling und Kamm.
Und auch Benjamin Duda brachte einen neuen Spieler: Fesser kam für Grimaldi ins Spiel (67.). Und der wurde in der 69. Minute gleich gefährlich ins Spiel gebracht: Er kam aber nicht richtig an den Ball. Dafür nutzte Vogt die Chance zum Abschluss und prüfte Uhlig, der aber klären konnte.
Es folgte die Trinkpause der zweiten Hälfte.
Die erste Chance nach der Wiederaufnahme des Spiels hatten die Gäste: Maciejewskis Schuss nach Solo landete aber in Richters Armen (73.).
In der 76. Minute kam dann Berlinski für Marx in die Partie und auch der FCE wechselte: Maciejewski machte Platz für Heidrich.
Tchouangue machte weiter Druck über die linke Seite und erarbeitete dem CFC zwei Ecken, die leider ungefährlich blieben. Die Himmelblauen hatten die Partie aber weiter gut im Griff und ließen nur wenig zu.
CFC bringt die Führung über die Zeit – Fesser setzt den Schlusspunkt
Je näher der Abpfiff rückte, desto größer wurde die Anspannung auf den Rängen. Das gesamte Stadion lebte mit, während die Himmelblauen ihren knappen Vorsprung verteidigten. Aue versuchte noch einmal, Druck aufzubauen, doch der CFC hielt dagegen.
Nach einer flachen Hereingabe lag der Ball plötzlich frei im Chemnitzer Strafraum. Fesser arbeitete jedoch aufmerksam mit nach und klärte unmittelbar vor dem einschussbereiten Pauling (88.).
Auch in der sechsminütigen Nachspielzeit warf der FCE noch einmal alles nach vorn. Richter faustete eine Hereingabe kompromisslos aus der Gefahrenzone, ehe Lihsek die zweite Flanke aus 16 Metern deutlich verzog (90.+3). Eine weitere Hereingabe des Ex-Chemnitzers wurde zur Ecke geblockt (90.+5).
Dann nutzten die Himmelblauen die Räume zur endgültigen Entscheidung. Im Konter blieb Maximilian Fesser cool und schoss den CFC zum 3:1 – der Deckel auf einem intensiven Bezirksderby!
Derbysieg rückt nach Abpfiff in den Hintergrund
Die Freude über den 3:1-Erfolg im Bezirksderby gegen den FC Erzgebirge Aue war groß. Kurz nach dem Abpfiff rückte das sportliche Geschehen jedoch vollständig in den Hintergrund.
Nach einem medizinischen Zwischenfall auf den Rängen wurde es still auf der Fischerwiese. Das gesamte Stadion war sich der Ernsthaftigkeit der Situation sofort bewusst. Vielen Dank an alle Zuschauerinnen und Zuschauer für das Einfühlungsvermögen und das respektvolle Verhalten in diesem Moment.
Einmal mehr ist klar: Es gibt Wichtigeres als den Fußball.
Aus Rücksicht auf die Situation verzichtet der Chemnitzer FC am heutigen Abend auf Jubelfotos und eine ausführliche weitere Berichterstattung zum Spiel.
Die Gedanken des gesamten Chemnitzer FC sind bei dem betroffenen Zuschauer und seinen Angehörigen. Der Club wünscht von Herzen gute Besserung und alles erdenklich Gute.
Chemnitzer FC — FC Erzgebirge Aue 3:1 (2:0)
CFC: Richter - Tchouangue, Slamar, Löhmannsröben (83. undefined), Eppendorfer - Stockinger (46. Vogt), Geipl, Baumgart - Alberico, Marx(76. Berlinski), Grimaldi (67. Fesser)
FCE: Uhlig - Kokovas, Strietzel, Kapp, Burghardt - Queißer (67. Pauling), Lihsek, Angleberger, Maciejewski - Bär, Skarlatidis (67. Kamm)
Tore: 1:0 Baumgart FE (32.), 2:0 Baumgart (41.), 2:1 Bär (53.), 3:1 Fesser (90.)