FC St. Pauli 1. Frauen verlieren Pokal-Playoff gegen SV Meppen in Hamburg; spätes Castrellon-Tor (77.)
Nur Castrellon überwindet Reinwald - 1. Frauen verlieren Pokal-Playoff gegen Meppen mit 0:1
Nur Castrellon überwindet Reinwald - 1. Frauen verlieren Pokal-Playoff gegen Meppen mit 0:1
Unsere 1. Frauen haben eine Überraschung verpasst, im DFB-Pokal-Playoff mussten sie sich dem SV Meppen mit 0:1 geschlagen geben. Gegen die Zweitligisten hatte unser Team von der ersten Minute an alles reingehauen, der späte Treffer von Genesis Castrellon (77.) entschied die Partie dann zugunsten des SVM.
Als klarer Außenseiter ging unser Team in die Partie, hatten die Meppenerinnen im Vorjahr doch einen starken vierten Platz in der 2. Bundesliga belegt. Sie konnten die ersten beiden Ligaspiele der neuen Saison für sich entscheiden und reisten mit viel Selbstvertrauen im Gepäck an nach Hamburg an. „Im Pokal kann alles passieren, auch heute ist alles möglich“, hatte David Nemeth vor der Partie auf eine Überraschung unseres Teams gehofft. Nicht nur unser Kapitän, sondern auch Joel Fujita und Abdoulie Ceesay drückten unseren 1. Frauen auf der Tribüne die Daumen.
Bei angenehmen 22 Grad und einem Sonne-Wolken-Mix legten beide Teams mit leichter Verspätung – eines der Tornetze musste erst noch repariert werden – los. Der SVM war direkt um Spielkontrolle bemüht und hatte die erste Halbchance: Genesis Castrellon scheiterte aus spitzem Winkel aber an FCSP-Torfrau Marie Reinwald (4.). Unser Team verteidigte von der ersten Minute an sehr diszipliniert, hielt in den Zweikämpfen stark dagegen und spielte gut mit. Rachel Rinast zog nach einem Dribbling aus 25 Metern ab – drüber (8.). In der Folge hatten die Meppenerinnen weiterhin zwar ein Plus an Ballbesitz, wirkliche Torgefahr konnten sie aber nicht erzeugen. Mehr als ein Schüsschen von Bente Bode sprang nicht heraus und damit hatte Reinwald keine Probleme (16.).
Mitte der ersten Halbzeit ging dann ein Raunen durchs Stadion: Meppens Außenverteidigern Sarah Dittrich zog von der linken Seite ins Zentrum und zog energisch ab. Reinwald lenkte das Leder aber an die Oberkante der Latte (25.). Noch mal der SVM: Nach Ballgewinn im Mittelfeld ging’s schnell raus auf die linke Seite und dann wieder in die Mitte. Bode setzte sich im Strafraum energisch durch und visierte das linke untere Eck an – knapp vorbei (29.). Während der Szene lag Jette Schulz am Boden, sie hatte sich am linken Knie verletzt und musste ausgewechselt werden. Kimberley-Kijana Hillje kam für sie in die Partie (32.).
Es blieb ein intensives Duell, bis kurz vor dem Pausenpfiff passierte aber nicht mehr viel. Dann wurde Annie Kingman Brüning zentral vor dem SVM-Strafraum gefoult. Unsere Kapitänin trat selbst an und schlenzte den Ball aus 24 Metern aber drüber (45.+3). Kurz darauf scheiterte Rinast an SVM-Torfrau Venratz (45.+4). Nachdem der Pausenpfiff ertönt war, klatschten sich unsere Kiezkickerinnen gegenseitig ab, sie hatten eine starke erste Hälfte abgeliefert, das honorierten auch die FCSP-Fans auf den Tribünen.
Unser Team kam mit einer guten Energie aus der Kabine und hielt weiter richtig gut dagegen. Dann brach Dittrich auf der linken Seite aber durch und schloss aus zehn Meter wuchtig ab. Reinwald war zur Stelle und verhinderte den Rückstand. Auch den Nachschuss von Castrellon hatte sie im Nachfassen (54.). Meppen erhöhte die Schlagzahl, Reinwald blieb aber unüberwindbar. Chantal Schouwstra hatte an der Strafraumkante zu viel Zeit und zielte aufs linke Eck, Reinwald war rechtzeitig unten (56.). Kurz darauf zielte Rahel Lang freistehend drüber (58.). Dann trat Anouk Blaschka einen 18-Meter-Freistoß über die Mauer, der Ball rauschte hauchdünn am linken Pfosten vorbei (61.). Blaschka war kurz darauf enteilt, doch Gianna Nicoleit klärte im letzten Moment per Grätsche – ein ganz wichtige Rettungstat (62.)!
Coach Kalla reagierte auf den zunehmenden Druck, er nahm einen Doppelwechsel vor: Alessa Blankenhorn und Neele Nordhausen ersetzten Nina Woitzik und Gianna Nicoleit (63.). Wenig später erspielte sich unser Team eine Ecke und die kam am langen Pfosten bei Kingman Brüning an. Ihren Kopfball konnte Lisa Venrath aber parieren (66.)! Meppen machte danach weiter Druck, konnte sich aber nicht entscheidend durchsetzen. Kalla wechselte kurz vor Anbruch der Schlussviertelstunde noch mal, Josefin Lutz kam für Carlotta Kuhnert (74.).
Dann war es passiert, der SVM ging in Führung. Zunächst hatte Reinwald den Schuss von Bode pariert, beim Nachschuss von Catrellon war sie dann aber machtlos – 0:1 (77.). Reinwald war wenig später bei einem Schuss von Lana Hubbeling wieder zur Stelle (80.). Unser Team warf wirklich alles rein, was noch im Tank war, der Ausgleich gelang aber nicht mehr. Alessa Blankenhorn hatte den Ausgleich dann auf dem Fuß. Nach einem langen Ball von Janice Hauschild war sie auf halblinks frei durch, ihr Schuss strich oben links vorbei (86.). Marleen Kropp vergab danach gleich doppelt die Vorentscheidung, erst traf sie das Außennetz (87.), ehe sie an Reinwald scheiterte (88.). Mehr passierte nicht, auch wenn unsere Kiezkickerinnen nach mal alles versuchten. Nach 90 intensiven Minuten mussten sie sich den Meppenerinnen knapp mit 0:1 geschlagen geben.
„Bei der einen oder anderen Spielerin haben die Kräfte mit zunehmender Spieldauer immer mehr nachgelassen, was auch ganz normal ist, wenn man von der ersten Minute an das Herz auf dem Platz lässt. Wir haben lange sehr wenig zugelassen, haben es aber selbst nicht geschafft, lange Ballbesitzphasen zu haben. Wir hatten gerade in der ersten Halbzeit gute Chancen. Der Druck wurde nach der Pause dann größer, auch weil Meppen einiges an Qualität mitbringt. Wir haben nach dem Gegentor noch mal Druck gemacht und hatten Möglichkeiten. Der Ball wollte aber nicht rein. Für uns und unseren weiteren Saisonverlauf ist so ein Spiel ein Schritt nach vorne und sicherlich etwas, woran wir uns für die kommenden Wochen messen lassen“, so Trainer Jan-Philipp Kalla nach dem Abpfiff.
Reinwald – Nicoleit (63. Blankenhorn), Ebert, Taube, Woitzik (63. Nordhausen) – Watzlawik, Schulz (32. Hillje), Kuhnert (74. Lutz), Hauschild – Rinast, Kingman Brüning
Venratz – Rolfes, Bartke, Kropp, Blaschka, Bode, Lang (57. Hagg), Castrellon (78. Karwatzky), Hubbeling, Dittrich (66. Hampel), Schouwstra
Tor : 0:1 Castrellon (77.)
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