Sozialverband Hamburg: Kinderarmut in Hamburg; Hamburg gehört zu drei Bundesländern mit höchstem Armutsrisiko
Sozialverband Hamburg: Kinderarmut in Hamburg
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Warum Armut die Chancen von Kindern auf Bildung, Freizeit und Teilhabe beeinflusst.
Von Kinderarmut spricht man, wenn Kinder in Familien aufwachsen, die über zu wenig finanzielle Mittel verfügen, um angemessen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Armut bedeutet dabei nicht unbedingt, dass es an allem Lebensnotwendigen fehlt. Sie kann auch bedeuten, dass Familien in verschiedenen Lebensbereichen sparen müssen und sich bestimmte Dinge nicht leisten können.
Daher ist Armut oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Sie zeigt sich häufig auf subtile Weise, etwa wenn ein Kind nicht an Klassenfahrten teilnehmen kann, wenn kein Geld für den Sportverein oder Musikunterricht vorhanden ist oder die Familie bei Kleidung und gesunder Ernährung sparen muss. Auch die Teilhabe an der digitalen Welt kann eingeschränkt sein, wenn Geld für ein Handy, ein Tablet oder einen Internetanschluss fehlt.
Absolute Armut Es fehlen die Mittel zur Befriedigung physischer Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Wohnung und medizinische Versorgung.
Relative Armut oder Armutsgefährdung Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat, gilt als armutsgefährdet. Ist das Monatseinkommen einer alleinlebenden Person geringer als 1.446 Euro netto, gilt man in Deutschland als arm. Familien mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind von Armut gefährdet, wenn das Haushaltsnettoeinkommen unter 3.036 Euro liegt (Stand: 2025).
Gefühlte Armut Ein subjektives Empfinden von Mangel, Ausgrenzung oder sozialer Benachteiligung unabhängig von festen Einkommensgrenzen.
Kinder und Jugendliche können durch Armut in vielen Alltagssituationen ausgeschlossen werden. Sie erleben, dass sie weniger Möglichkeiten haben als Gleichaltrige und dass ihr Geldbeutel darüber entscheidet, ob sie dazugehören oder nicht.
Kinderarmut in Hamburg nimmt zu
In Hamburg ist Kinderarmut ein drängendes Problem. Etwa jedes vierte Kind ist von Armut bedroht oder betroffen. Dabei unterscheidet sich die Situation je nach Stadtteil erheblich. Während in sozial benachteiligten Stadtteilen wie Billstedt oder Osdorf ein großer Anteil der Minderjährigen in Haushalten mit staatlicher Grundsicherung aufwächst, sind es in wohlhabenden Elbvororten wie Nienstedten nur wenige Prozent.
Besonders betroffen sind Kinder in Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und kinderreiche Familien. Bundesweit hat sich das Armutsrisiko kaum verändert, in Hamburg jedoch verzeichnet man einen starken Anstieg. Erstmals gehört Hamburg damit zu den drei Bundesländern mit den höchsten Armutsrisikoquoten, hinter Bremen und Nordrhein-Westfalen.
Die Zahlen verdeutlich, dass Kinderarmut auch in einer wirtschaftlich starken Stadt wie Hamburg Realität ist. „Kinderarmut ist tiefgreifender als einfach nur zu wenig Geld zu haben. Kinderarmut entscheidet über die Chancen, die ein Kind in seinem Leben bekommt, und darüber ob es selbstverständlich an unserer Gesellschaft teilhaben kann. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund der finanziellen Situation seiner Familie von Bildung, Freizeit und sozialer Teilhabe ausgeschlossen wird. Kinderarmut zu bekämpfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, mahnt Sally Peters, Vorstandssprecherin des SoVD.
Es fehlen die Mittel zur Befriedigung physischer Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Wohnung und medizinische Versorgung.
Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat, gilt als armutsgefährdet. Ist das Monatseinkommen einer alleinlebenden Person geringer als 1.446 Euro netto, gilt man in Deutschland als arm. Familien mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind von Armut gefährdet, wenn das Haushaltsnettoeinkommen unter 3.036 Euro liegt (Stand: 2025).
Ein subjektives Empfinden von Mangel, Ausgrenzung oder sozialer Benachteiligung unabhängig von festen Einkommensgrenzen.