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title: "Bergün Filisur plant Abwasserleitung Bergün–Filisur; Nettoinvestition ca. CHF 11.76 Mio."
sdDatePublished: "2026-08-17T16:04:00Z"
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  - "Graubünden"
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Bergün Filisur plant Abwasserleitung Bergün–Filisur; Nettoinvestition ca. CHF 11.76 Mio.

20260827 Gemeindeversammlung Botschaft V04

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Botschaft für die Gemeindeversammlung Bergün Filisur vom 27. August 2026
Version 1.0, Stand: 17. August 2026

Traktandum 4
Bau Abwasserleitung Bergün–Filisur und Anschluss an ARA Alvaneu
a) Präsentation und Beratung:
-
Vorstellung Gesamtprojekt
-
Vorstellung Investitionskosten
-
Vorstellung Finanzierung
b) Genehmigung:
-
Bruttokredit CHF 16’000’000.00 (inkl. MWST)
-
Anteil öffentliche Interessenz (Art. 29 Abwassergesetz)
-
Besondere Anschlussgebühr (Art. 34 Abwassergesetz)
-
Anpassung Schmutzwasseranschlussgebühren (Art. 32 Abwassergesetz)

1. Das Wichtigste in Kürze
Die bestehende Abwasserreinigungsanlage (ARA) Bergün stammt aus den 1960er-Jahren und
weist heute einen erheblichen Sanierungs- und Erneuerungsbedarf auf. Nach eingehender Prü-
fung verschiedener Varianten beantragt der Gemeindevorstand, das Abwasser von Bergün und
Latsch künftig nach Filisur abzuleiten und der ARA Alvaneu zuzuführen. Dazu werden in Bergün
ein Regenbecken und ein Pumpwerk erstellt sowie eine rund 7.2 Kilometer lange Abwasserleitung
bis Filisur gebaut. Die ARA Alvaneu wird für die zusätzlichen Abwassermengen ausgebaut. Gleich-
zeitig wird auch die Gewerbezone Frevgias bei Filisur erstmals an eine ARA angeschlossen. Der
technische Variantenvergleich zeigt, dass die gewählte Lösung trotz höherer Investitionskosten
langfristig deutlich wirtschaftlicher ist als ein Ersatzneubau der ARA Bergün.
Für das Gesamtprojekt wird ein Bruttokredit von CHF 16.00 Mio. (inkl. MwSt., Preisstand März
2025) beantragt. Dieser umfasst den Bau der Abwasserleitung Bergün–Filisur und den Anschluss
sämtlicher daran angeschlossener Liegenschaften an die ARA Alvaneu, den Ausbau der ARA Al-
vaneu sowie den Einkauf in den Gemeindeverband Zweckgemeinschaft ARA Albula. Nach Abzug
der Anteile der Gemeinden Albula/Alvra und Schmitten am Ausbau der ARA Alvaneu, der Mehr-
wertsteuer, Kostenbeteiligungen und weiteren Einnahmen verbleibt eine zu finanzierende Nettoin-
vestition von rund CHF 11.76 Mio. Die Finanzierung soll durch die vorhandene Spezialfinanzierung
Abwasser, reguläre Anschlussgebühren, einen Investitionsbeitrag der Albula-Landwasser Kraft-
werke AG von CHF 1.90 Mio., einen Beitrag von maximal CHF 2.80 Mio. aus allgemeinen Mitteln
sowie eine besondere Anschlussgebühr erfolgen.
Der Gemeindevorstand beantragt eine besondere Anschlussgebühr von 0.90% des indexierten
Neuwerts der betroffenen Gebäude. Dies betrifft alle Gebäude, welche heute an der ARA Bergün
angeschlossen sind sowie solche, die durch das neue Bauwerk erstmals an eine ARA angeschlos-
sen werden. Für Gebäude, bei denen nach dem 1. Januar 2017 bereits Anschlussgebühren bezahlt
wurden, sowie für neu anzuschliessende Gebäude mit erstmaliger Schmutzwasseranschlussge-
bühr soll der Satz auf 0.45% reduziert werden.
Mit diesen Massnahmen soll die Belastung der Spezialfinanzierung Abwasser auf maximal CHF
3.00 Mio. begrenzt und damit eine langfristig tragbare Finanzierung der künftigen Abwasserentsor-
gung ermöglicht werden.
Sämtliche Beschlüsse erfolgen unter Vorbehalt der Zustimmung der Gemeinden Albula/Alvra und
Schmitten sowie unter Vorbehalt des fakultativen Referendums gemäss Art. 34 der Gemeindever-
fassung.

Botschaft für die Gemeindeversammlung Bergün Filisur vom 23. Juni 2026
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2. Übersicht Projekt

2.1 Ausgangslage
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Ber-
gün wurde Mitte der 1960er-Jahre als erste
Kläranlage Graubündens erstellt und in Be-
trieb genommen. Sie behandelt heute das
Abwasser der Ortschaften Bergün und
Latsch. Die ARA wurde in den 1980er-Jahren
sowie um die Jahrtausendwende erweitert
und modernisiert. Die elektromechanischen
Ausrüstungen und die Gebäudesubstanz sind
inzwischen jedoch mehrheitlich in einem
schlechten Zustand. Eine umfassende Sanie-
rung der Anlage ist deshalb dringend erfor-
derlich. Zudem entspricht die bestehende
ARA nicht mehr den aktuellen gesetzlichen
Anforderungen und verursacht Geruchsemis-
sionen in unmittelbarer Nähe des Ortskerns.
Vor diesem Hintergrund wurde in den vergan-
genen Jahren geprüft, wie die Abwasserent-
sorgung der Gemeinde langfristig sicherge-
stellt werden kann. Neben einem Ersatzneu-
bau der ARA Bergün wurde insbesondere die
Möglichkeit einer Ableitung des Abwassers
nach Filisur und eines Anschlusses an die
ARA Albula untersucht. Bereits 2021 wurde
hierzu ein Vorprojekt für die Kanalisation von
Bergün nach Filisur ausgearbeitet und dem
Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Aufgrund
der Stellungnahme der kantonalen Amtsstel-
len vom Januar 2022 entschied der Gemein-
devorstand, die Variante der Ableitung nach
Filisur weiterzuverfolgen.
In den Jahren 2022 und 2023 wurde zudem
der Ausbau der ARA Albula für den Anschluss
von Bergün und Latsch untersucht. Die an-
schliessende Gegenüberstellung der Kapital-
und Betriebskosten zeigte, dass die Ableitung
nach Filisur trotz höherer Investitionskosten
langfristig wirtschaftlich interessant ist. Die
Bevölkerung von Bergün Filisur stimmte im
April 2023 einem entsprechenden Planungs-
kredit zu. Auf dieser Grundlage wurde das
vorliegende Bauprojekt für das Regenbecken
mit Vorreinigung in Bergün sowie die Abwas-
serleitung von Bergün nach Filisur ausgear-
beitet.
Mit dem Anschluss an die ARA Albula wird
zudem die Grundlage für eine langfristig regi-
onal ausgerichtete Abwasserbehandlung ge-
schaffen. Die Zweckgemeinschaft ARA Al-
bula und die Gemeinde Bergün Filisur verfol-
gen das Ziel, das Abwasser langfristig zentral
zu behandeln. Der Anschluss von Bergün und
Latsch an die ARA Albula ist dabei ein mögli-
cher erster Schritt in Richtung einer späteren
regionalen Lösung mit einer Anbindung an
die ARA Tiefencastel.
Die Ausgangslage ist damit durch zwei we-
sentliche Anforderungen geprägt: Einerseits
besteht bei der heutigen ARA Bergün ein drin-
gender Sanierungsbedarf. Andererseits soll
mit dem geplanten Anschluss an die ARA Al-
bula eine langfristig zweckmässige und wirt-
schaftliche Lösung für die Abwasserentsor-
gung geschaffen werden.

2.2 Varianten
Aufgrund des notwendigen Sanierungsbe-
darfs der bestehenden ARA Bergün wurden
verschiedene Möglichkeiten für die künftige
Abwasserentsorgung untersucht. Im Zentrum
standen zwei grundsätzliche Varianten:
Variante Ersatzneubau: Bei dieser Variante
wäre die bestehende ARA Bergün durch eine
neue Kläranlage am heutigen Standort er-
setzt worden. Im Jahr 2021 wurde hierzu ein
entsprechendes Bauprojekt ausgearbeitet.
Vorgesehen war eine kompakte Kläranlage
mit einer Ausbaugrösse von 1'800 Einwoh-
nerwerten (EW), einer erweiterten Regenent-
lastung, einer Abwasserreinigung im SBR-
Verfahren
sowie
einer
neuen
aeroben
Schlammstabilisierung. Die damals ausge-
wiesenen Investitionskosten beliefen sich auf
rund CHF 6.5 Mio.
Variante Ableitung: Als Alternative zum Er-
satzneubau wurde die Ableitung des Abwas-
sers von Bergün und Latsch nach Filisur und
der Anschluss an die zentrale ARA Albula un-
tersucht. Aufgrund der hohen Kosten des Er-
satzneubaus beschloss die Gemeinde, diese
Variante nochmals vertieft zu prüfen. Im Rah-
men der Untersuchungen wurden sowohl die
Ableitung als auch der erforderliche Ausbau
der ARA Albula betrachtet. Die Gemeindever-
sammlung stimmte im April 2023 einem ent-
sprechenden Planungskredit zu.

Botschaft für die Gemeindeversammlung Bergün Filisur vom 23. Juni 2026
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Im Zuge der weiteren Projektierung wurden
verschiedene Varianten der Leitungsführung
und der technischen Ausgestaltung unter-
sucht. Insbesondere wurde geprüft, ob die
Leitung vom Gebiet der heutigen ARA Bergün
bis Avalungia ohne Pumpwerk mittels einer
rund 1.6 km langen Bohrung als Freispiegel-
leitung geführt werden kann. Diese Lösung
wurde aufgrund der damit verbundenen tech-
nischen und finanziellen Risiken verworfen.
Ebenfalls wurden verschiedene Linien-füh-
rungen und Bauverfahren für die rund 7.25
km lange Leitung untersucht.
Aufgrund der vorgenommenen Variantenver-
gleiche hat sich der Gemeindevorstand für
die Ableitung des Abwassers nach Filisur und
den Anschluss an die ARA Albula entschie-
den. Die gewählte Lösung berücksichtigt ne-
ben den Investitions- und Betriebskosten
auch die langfristige Entwicklung der regiona-
len Abwasserbehandlung.

2.3 Projektbeschrieb
Das vorliegende Projekt sieht vor, das
Schmutzwasser aus Bergün und Latsch künf-
tig nach Filisur abzuleiten und dort der ARA
Alvaneu zuzuführen. Dafür wird neben der
bisher bestehenden ARA in Bergün ein Re-
genbecken mit vorgeschaltetem Grobsand-
fang und einem Abwasserpumpwerk gebaut.
Von dort wird das Abwasser über eine rund
7,2 km lange Leitung bis zum Anschluss an
die bestehende Kanalisation bei der Palébrü-
cke (Via Prasiras) geführt.
Im Bereich der heutigen ARA Bergün entsteht
ein neues Regenbecken mit einem Nutzvolu-
men von rund 340 m3. Die Anlage dient dazu,
bei Regenereignissen die Abwassermengen
zurückzuhalten und nur die für die Weiterlei-
tung vorgesehene Wassermenge nach Filisur
zu fördern. Dem Regenbecken wird ein Grob-
sandfang vorgeschaltet, welcher Steine,
Strassenkies und Grobsand zurückhält. Die
beiden bestehenden Zulaufstränge werden in
einem neuen Vereinigungsschacht zusam-
mengeführt.
Das Abwasser wird anschliessend in einem
Vorlagebehälter gesammelt und mittels Pum-
pen auf das erforderliche Höhenniveau geför-
dert. Vorgesehen sind zwei im Normalbetrieb
eingesetzte Abwasserpumpen sowie eine
fest installierte dritte Pumpe als Reserve. Die
Pumpen fördern das Abwasser über eine
rund 320 bis 360 m lange Druckleitung bis
zum Hochpunkt bei Funtanislas. Von dort
kann das Abwasser auf dem weiteren Weg
nach Filisur weitgehend im freien Gefälle ab-
fliessen.
Die neue Transportleitung wird in fünf Bau-
lose aufgeteilt. Die gewählte Linienführung
wurde im Rahmen der Projektierung mehr-
fach optimiert. Dabei wurden insbesondere
die spätere Zugänglichkeit für Unterhalt und
Betrieb, die topografischen Verhältnisse, die
Baugrundverhältnisse sowie die Auswirkun-
gen auf die Landschaft berücksichtigt. Ein
grosser Teil der Leitung wird entlang beste-
hender Strassen und Feldwege geführt. In
technisch oder ökologisch besonders an-
spruchsvollen Bereichen kommen graben-
lose Bauverfahren wie Horizontalspülbohrun-
gen und Pressbohrvortriebe zum Einsatz. Zu-
sammen mit dem Tiefbauamt Graubünden
wird derzeit noch eine (kosten-)optimierte Lei-
tungsführung im Bereich des Bergünersteins
geprüft.
Mit dem Projekt wird gleichzeitig die bisher
ungenügende Abwassersituation der Gewer-
bezone Frevgias gelöst. Das dort anfallende
Abwasser gelangt heute ungeklärt in die Al-
bula. Die Gewerbezone wird künftig an die
neue Transportleitung angeschlossen. Auf-
grund der topografischen Verhältnisse ist da-
für ein kleines Abwasserpumpwerk mit einer
kurzen Bohrung unter der Albula erforderlich.
Damit das zusätzliche Abwasser aus Bergün
und Latsch aufgenommen und gereinigt wer-
den kann, wird die bestehende ARA Albula
entsprechend ausgebaut und ergänzt. Die
Anlage wurde 1986 in Betrieb genommen und
zwischen 2009 und 2012 umfassend saniert
und erweitert. Heute ist sie für rund 2’800 Ein-
wohnerwerte (EW) ausgelegt. Mit dem An-
schluss von Bergün und Latsch soll die Kapa-
zität auf rund 4’600 EW erhöht werden. Die
notwendigen Anpassungen sollen innerhalb
des bestehenden ARA-Areals erfolgen, da
die Anlage in einem Auengebiet von nationa-
ler Bedeutung liegt und eine Erweiterung aus-
serhalb des bestehenden Betriebsgeländes
nicht möglich ist.
Mit dem Projekt entsteht damit ein durchgän-
giges System von der heutigen ARA Bergün
über die neue Transportleitung bis zur ARA

Botschaft für die Gemeindeversammlung Bergün Filisur vom 23. Juni 2026
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Alvaneu. Die bestehende ARA Bergün wird
für die Abwasserreinigung ausser Betrieb ge-
nommen; ihre Funktion wird durch das Re-
genbecken und das Pumpwerk ersetzt.

2.4 Bewilligungen und Zeitplan
Das Projekt wurde